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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

1. Die Tulpenmanie in den Niederlanden (1634). 111 
Trödelweiber usw., alles war von gleicher Sucht befallen. Anfangs gewann ein 
jeder, und viele kamen nach gemachtem Handel, wie die Holländer mit einer im 
Bauernkrieg auch in Deutschland sehr beliebten Bezeichnung sich ausdrückten, als die 
„großen Hansen" daher. In allen Städten waren Wirtshäuser gewählt, welche statt 
der Börse dienten, wo Vornehme und Geringe um Blumen handelten und die Kon 
trakte mit großen Traktamenten bestätigten. Sie hatten unter sich Gesetze, Notare, 
Schreiber. 
„Die Geschichte der Tulpenmanie in Holland", sagt John Francis, „ist so 
lehrreich als irgendeine einer ähnlichen Periode. Im Jahre 1634 waren die Haupt 
städte der Niederlande in einen Schacher verwickelt, welcher den soliden Handel 
ruinierte, indem er das Spiel aufmunterte, welcher die Lüsternheit des Reichen, wie 
die Begierde des Armen verlockte, welcher den Preis einer Blume höher als ihr 
Gewicht in Gold steigerte, und welcher endigte, wie alle solche Perioden geendigt 
haben, in Elend und wilder Verzweiflung. Viele wurden zugrunde gerichtet, nur 
wenige bereichert, und Tulpen waren 1634 so eifrig gesucht wie 1844 Eisenbahn 
promessen (in England und — können wir hinzufügen — 1856 Kreditaktien in 
Deutschland). Die Spekulation wurde bereits damals nach ähnlichen Prinzipien 
geleitet. Geschäfte wurden abgefchlossen auf die Lieferung gewisser Tulpenzwiebeln, 
und wenn, wie ein Fall vorkam, nur zwei Stück auf dem Markt waren, so wurden 
Herrschaft und Land, Pferde, Ochsen, Hab und Gut verkauft, um die Differenz zu 
zahlen. Kontrakte wurden abgeschlossen und Tausende von Gulden für Tulpen 
bezahlt, welche weder die Makler noch Käufer oder Verkäufer gesehen hatten. Für 
einige Zeit gewannen, wie gewöhnlich in solchen Perioden, alle und keiner verlor. 
Arme Personen wurden reich. Hoch und nieder handelte in Blumen. Die Notare 
bereicherten sich, und selbst der nüchterne Holländer träumte, ein dauerhaftes Glück 
vor sich zu sehen. Leute der verschiedensten Professionen versilberten ihr Eigentum. 
Häuser und Gerätschaften wurden zu Schleuderpreisen ausgeboten. Das Land gab 
sich der trügerischen Hoffnung hin, daß die Leidenschaft für Tulpen immer andauern 
würde, und als man erfuhr, daß selbst das Ausland von dem Fieber ergriffen wurde, 
so glaubte man, daß der Reichtum der Welt sich an den Ufern des Zuidersees konzen 
trieren und daß die Armut hinfüro zur Sage in Holland werden würde. Daß man 
ernsthaft bei diesem Glauben war, beweisen die Preise, die gezahlt wurden, und die 
Manie muß in der Tat tief gewurzelt haben, wenn, wie von vielen glaubwürdigen 
Zeitgenossen versichert wird, Güter im Werte von 2500 fl. für eine Spezies gegeben 
wurden, wenn für eine andere in der Regel 2000 fl. geboten und eine dritte einen 
neuen Wagen, 2 Schimmel samt Geschirr wert geachtet wurde, wenn zwölf Acker Land 
für eine Tulpe bezahlt wurden." 
400 As von der Tulpenzwiebel, genannt Admiral Liefken, kosteten 4400 fl.; 
446 As vom Admiral von der Eyk 1620 fl.; 1600 As Schilder 1615 fl.; 410 As 
Viceroy 3000 fl.; 200 As Kemper ^.u^ustus 5550 fl. usw. Die Stadtregister von 
Alkmar bezeugen, daß 1637 120 Tulpenzwiebeln zum Nutzen des Waisenhauses 
öffentlich für 90 000 fl. verkauft worden sind. Die Harlemer waren auf den Tulpen 
handel so erpicht, daß sie damals allgemein die „B l u m i st e n" genannt wurden. 
Ein Mann gewann in wenigen Wochen 60 000 fl.; viele reiche Häuser wurden 
aber auch zugrunde gerichtet. 
Während ein paar Jahren wurden in einer einzigen Stadt von Holland mehr 
als 10 Millionen für Tulpen umgesetzt. Das ganze schwindlerische Börsenspiel war 
schon damals, im 17. Jahrhundert mit all seinen Pfiffen und Kniffen im Schwung. 
Die Aktie hieß damals „Tulpe"; das war der ganze Unterschied. 
Aus der großen Anzahl von komischen Anekdoten, welche aus jener Zeit auf 
bewahrt wurden, wollen wir nur zwei hervorheben. Ein Kaufmann hatte eine Tulpen-
	        

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Natural Resources of Quebec. Natural resources intelligence service, 1929.
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