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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

118 Zweiter Teil. Handel. IV. Handelskrisen. 
sammen. Der Eindruck dieses Fallissements war ein furchtbarer; von da an war 
der Kredit auch der großen leitenden Banken — Nationalbank, Niederösterreichische 
Eskomptegesellschaft und etwa noch Kreditanstalt ausgenommen — erschüttert. Der 
Schlag traf um so schwerer, als die Wechslerbank noch acht Tage vorher in der unter 
Kontrolle der Regierungsorgane gezogenen „Rohbilanz" einen Aktivsaldo von 
400 000 fl. ausgewiesen hatte. 
Die Wiener Wechslerbank hatte in die Kategorie der famosen „Kartellbanken" 
gehört. Diese, namentlich Börsen- und Maklerbanken, waren von nun an sicherem 
Tode verfallen. 
In den Generalversammlungen zur Liquidation der Wiener Börsenspielbanken 
spielen jetzt unnennbare Szenen. „Räuber", „Spitzbuben", „Gebt den Raub heraus", 
fliegt es — kommentiert durch geballte Fäuste — hinüber an die Tische der 
schlotternden Verwaltungsräte, selbst wenn ein hochgeborener Graf und „angesehenes" 
Herrenhausmitglied Präsident einer oder mehrerer solcher sauberen Verwaltungs 
räte war! 
Die Börse aber ist eine öde Halle. „Das Bargeschäft schwingt sein Szepter 
auf dem kreditlosen Terrain", schreibt der „Aktionär" vom 26. Juni. So rasch 
war der ganze babylonische Turmbau der Kulisse verschwunden! 
Im August und September schienen bessere Zustände zurückkehren zu wollen. 
Die Kurse der „leitenden Bankpapiere" erlangen einige Erholung. In Baubanken 
belebt sich nochmals einigermaßen die Spekulation; man glaubt, diese Werte seien 
unnatürlich entwertet. Aber mit dem Herbst „kracht" das Kartenhaus der Bau 
bankspekulationen furchtbar zusammen, die Tausende des Wiener Publikums, welche 
in diesen Werten früher gespielt hatten, stehen entsetzt der fortdauernden Katastrophe 
gegenüber. 
Das Schlimmste sollte erst noch kommen; dem Oktober war der tiefste Sturz 
vorbehalten. Das Messer ging nicht mehr bloß den Börsen-, Makler- und dergleichen 
Banken an die Kehle, sondern den ersten Instituten, insbesondere jenen ineinander 
verfilzten Bankanstalten, welche der Abgeordnetenhauspräsident Freiherr v. Hopfen 
in seiner Leitung zusammenfaßte. Die Aktien des Wiener Bankvereins und der All 
gemeinen Österreichischen Bodenkreditanstalt unterlagen einem enormen Kurssturz. 
„Kredit", „Anglo", „Franko" und andere „leitende", „erste" Papiere gerieten aufs 
neue in eine abwärtsgehende Wertbewegung, welche kaum noch der schwarzsichtigste 
Pessimist für geradezu unmöglich gehalten haben würde. 
Der „Aktionär" beziffert die Kurseinbuße des Wiener Aktienbankkapitals (April 
bis Ende Oktober) auf mehr als 700 Millionen fl. ö. W. 
4. Die Krisis im Magdeburger Juckerhandel (1889). 
Von Otto P i l e t. 
Pilet, Ein Rückblick auf mein Leben. Magdeburg, Im Selbstverlag, 1900. S. 52—55. 
Das Jahr 1889 versprach eins der glänzendsten Jahre für den Magdeburger 
Zuckerhandel zu werden, glänzender als die großen Konjunkturjahre 1885 und 1857, 
welche ich erlebt hatte, in denen die Preise von 15 Talern auf zirka 25 Taler für 
den Zentner stiegen, — denn es handelte sich um ganz andere Quantitäten als die 
der derzeitigen Produktion. Eine klein» Ernte, beschränkte Vorräte in Deutschland 
machten eine Steigerung, auch eine erhebliche, im Laufe der zu niedrigen Preisen 
begonnenen Kampagne 1888/89 fast zu einer Gewißheit. Was Wunder, wenn man 
feine Operationen danach einrichtete, stärkere Vorräte hielt und große Posten auf
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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