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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

132 
Zweiter Teil. Handel. V. Handelsunternehmung rc. 
wendung gesunden. Es waren zunächst Spiegelglasfabriken in Bayern, die sich zur 
Regelung der Produktion vereinigten, und zwar in der Form der Genossenschaft. 
Neuerdings haben wiederholt Ziegeleien zu gleichem Zweck Genossenschaften gebildet. 
Die Genossenschaft tritt damit in die Reihe der Großbetriebe. Schwerlich hat jemand 
diese Entwickelung des Genossenschaftswesens vorausgeahnt. Die Genossenschaft, ur 
sprünglich bestimmt, die Lage der wirtschaftlich Schwachen zu bessern, zu kräftigen, 
zu stützen, findet also Eingang in die Großbetriebe, tritt in die gleiche Reihe mit 
großkapitalistischen Unternehmungen. Und doch ist ein erheblicher Unterschied zwischen 
dem kapitalistischen Syndikat und der auf genossenschaftlicher Grundlage beruhenden 
Vereinigung industrieller Unternehmungen. Der Unterschied liegt in dem Wesen 
und Charakter, in der Tendenz der beiden Gesellschaftsformen. 
5. Die Kartelle. 
Von Ludwig Pohle. 
Pohle, Die Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens im letzten Jahrhundert. Fünf 
Vorträge. 2. Stuft. Leipzig, B. G. Teubner, 1908- S. 91—96. 
Erheblich wichtiger als die Einschränkungen, welche die Gewerbefreiheit in den 
letzten Jahrzehnten auf dem Wege der Gesetzgebung erfahren hat, sind diejenigen, 
die ihr in der Großindustrie das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte selbst gebracht 
hat. Auf dem Boden der Gewerbefreiheit sind namentlich seit der Schwenkung der 
deutschen Handelspolitik im Jahre 1879 und von dieser in starkem Maße gefördert 
in vielen Industrien freiwillige Bildungen und Organisationen entstanden, durch die, 
wie man treffend bemerkt hat, die Gewerbefreiheit aus eigener Kraft in ihr Gegen 
teil umzuschlagen droht. Wir zielen damit auf die moderne Erscheinung der in 
dustriellen Unternehmerverbände, der Kartelle, Konventionen, Syndikate oder wie 
man sie sonst nennen mag. Da, wo ein Kartell besteht, hat die Gewerbefreiheit mehr 
oder weniger aufgehört zu existieren. Denn die Kartelle suchen ihren Hauptzweck, 
Erhöhung des industriellen Gewinns, auf dem Wege der vertragsmäßigen Ein 
schränkung des freien Wettbewerbs zwischen den beteiligten Unternehmungen zu er 
reichen. Der Unternehmer, der in ein Kartell eintritt, entäußert sich entweder des 
Rechts, bestimmte Handlungen vorzunehmen, zu denen er an sich unter der Herr 
schaft der Gewerbefreiheit berechtigt wäre, z. B. den Preis für seine Ware selbst 
zu bestimmen, seine Absatzgebiete und seine Kundschaft sich selbst auszusuchen, die 
Größe seiner Produktion nach eigenem Ermessen festzusetzen usf., oder er verpflichtet 
sich, gewisse Handlungen zu übernehmen, zu denen er an und für sich durchaus nicht 
verpflichtet wäre, beispielsweise dritten Personen einen Teil seines Gewinnes heraus 
zuzahlen, einem Kartellorgan von jedem Geschäftsabschluß Mitteilung zu machen 
oder gar den Vertrieb seiner Waren durch eine Zentralstelle besorgen zu lassen. 
Je nach den Richtungen, in denen der freie Wettbewerb zwischen den beteiligten 
Unternehmern eingeschränkt wird, haben wir sehr verschiedene Kartelle zu unter 
scheiden, so vor allem Preiskartelle zur einheitlichen Normierung der Verkaufspreise, 
Absatzkartelle zur Aufteilung der Absatzgebiete unter den Kartellmitgliedern, Pro- 
duklionskartelle zum Zweck der Anpassung der Produktion an den Bedarf, Ver 
triebskartelle zur einheitlichen Organisation des Warenabsatzes und zur gleichmäßigen 
Verteilung der eingehenden Aufträge, Gewinnbeteiligungskartelle zur Ausgleichung 
des Gewinns unter den Kartellmitgliedern usf. Diese verschiedenen Formen der 
Kartellierung können wieder in zahlreichen Spielarten und Kreuzungen auftreten, 
und fast alle hier nur denkbaren Kombinationen finden wir unter den mehreren
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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