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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

138 Zweiter Teil. Handel. VI. Handlungsgehilfe und Handlungslehrling. 
möchten; leiste ihnen, was du von ihnen forderst; ertrage schonend, was sie dir nach 
sehen sollen; achte das Ihrige; halte ihre Ehre heilig. 
Wer nur gerecht ist, wird hart; wer nur natürlich ist, wird roh. Sei gerecht und 
billig, natürlich und gesittet. 
Verdienstliche Handlungen erwerben Achtung. Liebe ist der Bescheidenheit 
Lohn; Heuchelei ist falsche Münze; Wahrheit ist echtes Gold. Auf krummen Wegen 
gehest du krumm; du gleitest auf schlüpfrigen. Geradheit ist des Mannes Zier. Ein 
Plauderer ist ein alberner Dieb; er entwendet, indem er verschwendet. Ein Ver 
leumder ist ein Ehrenräuber. Mitwisser und Hehler eines Verbrechens sein, ist eine 
Missetat. 
Die Gemeinheit neigt zur Gemeinheit; so erkennt man aus deinem Umgang 
deinen Sinn. Böse Gesellschaften verderben gute Sitten; darum suche nur die auf, 
die du höher achtest als dich, und mache, daß die Guten dich suchen. 
Um dir Menschenkenntnis zu erwerben, lerne dich selbst erst kennen. Willst du 
frei sein, beherrsche dich selbst. Willst du immer genug haben, lerne entbehren. Willst 
du gebieten, lerne gehorchen. 
Beharrlichkeit übt sich an Hindernissen. Hältst du die Zeit zu Rate, so hast du 
Zeit; suche nicht bloß zu erwerben, sondern auch zu erhalten; erspart ist erworben. 
Ordnung ist halbe Arbeit. Nicht vom Augenblick erwarte des Fleißes Lohn; 
im Frühling hält niemand Ernte. Auf gerechtem Gute ruhet Segen. Liebe zur 
Wahrheit ist Liebe zur Tugend. Tugend aber, mit Geschicklichkeit und Kenntnissen, 
ist das Kapital, welches in sich selbst das Unterpfand seiner Sicherheit trägt, Achtung 
erwirbt und Zutrauen erweckt und so für diese, wie für jene Welt die reichsten Zinsen 
bringt. 
Sammle daran in deinen Lehrjahren, damit du nicht in geistiger Armut und 
sittlicher Blöße deine Wanderjahre antreten mußt. 
II. 
Nicht wie eine Wissenschaft allein, nicht wie eine Kunst allein, nicht wie ein 
Handwerk allein lernt man die Handlung. Sie legt mechanische Verrichtungen auf; 
— nur durch Übung erwirbst du Fertigkeit darin, nur durch Gewöhnung erhältst du 
die Lust dazu. Sie fordert wissenschaftliche Kenntnisse; — nur durch fleißiges Lernen 
erlangst du dieselben. Sie setzt reiche Erfahrung und reife Urteilskraft voraus; — 
beides verschaffst du dir nur durch Umgang mit Menschen aus allen Ständen, auf 
merksame Beobachtung und sorgfältige Behandlung der verschiedenartigsten Gegen 
stände. — Aber vor allem macht sie feine Sitten und feste Tugend zur Pflicht, die 
Früchte langer Gewohnheit und Selbstbeobachtung. 
Um zu jenen angehalten zu werden und diese dir zu erwerben, bist du in der 
Lehre. 
Da bleiben wenig Stunden dir zum freien Gebrauche übrig, und so wird die 
Benutzung der Zeit zum Gesetze der Notwendigkeit. 
Arbeitsamkeit wird zur Gewohnheit nur durch anhaltende Arbeit. 
Häuslichkeit lernt derjenige liebgewinnen, der sich lange Zeit ununterbrochen 
im Hause hat beschäftigen müssen. 
Wiederholung derselben Verrichtung, derselben Beobachtung, derselben Lern 
übung führt zur Gründlichkeit. 
Die Strenge ist die Lehrerin der Ordnung und diese die Seele der Geschäfte, 
da am unentbehrlichsten, wo die Gegenstände am mannigfaltigsten sind. 
Sparsamkeit lehrt der Kleinhandel; denn er ist die letzte Hand, die das Ganze 
verteilt und das einzelne zu einem Ganzen vereinigt. Du lernst da den Pfennig
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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