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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

150 Zweiter Teil. Handel. VI. Handlungsgehilfe und Handlungslehrling. 
den Zeigefinger. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Nur durch persönliche Einwirkungen 
lassen sich solche Erfolge erzielen, und der Charakter des deutschen Reisenden mit seiner 
Ausdauer, Willenskraft, seinem leichten Anpassungsvermögen, seiner Umsicht und 
Gewandtheit, seinem eminenten Sprachtalent sichert uns diese Erfolge auch für die 
Zukunft! 
Der deutsche Reisende ist wieder der Pionier der Kultur geworden! Der par- 
tikularistische, philisterhafte Musterreiter am Beginn des vorigen Jahrhunderts hat 
sich in den großdenkenden, weithorizontigen Weltreisenden verwandelt. Leicht 
wird ihm das Leben nicht da draußen. Ich erhielt von einem unserer 
Mitglieder kürzlich einen Brief, der von den Strapazen und Mißhelligkeiten der 
deutschen Auslandsreisenden spricht. Da heißt es: „Sie können sich natürlich kein Bild 
von einem Coupö in Tunesien und Algerien machen. Ein Gewimmel von weißen 
Burnus, hellfarbigen Turbans, von Schleiern, Käppis, großen, breitrandigen Schlapp 
hüten, von Gesichtern in allen Farben, braun, bräunlich, schwarz, gelb, weiß. Über 
allem diesem schwebt ein widerlicher Geruch von Anis und Orangeschalen, vermischt 
mit der eigentümlichen Ausdünstung der Eingeborenen, welche in ihren häßlichen 
Kehllauten unaufhörlich schwatzen oder schmatzend mit ihren phänomenalen Kinn 
backen die Schoten des Iohannisbrotbaumes zermalmen. Ein Reger mit wulstigen 
Lippen spuckt zum Zeitvertreib im Coupä nach allen möglichen Zielen herum, — kurz, 
ich kann Ihnen versichern, daß Sie dort von Leipzig nach Dresden selbst dritter Güte 
bequemer fahren, als ich hier zwischen Oran und Algier!" Aber der deutsche Reisende 
ist von Mut und Unerschrockenheit beseelt, seitdem er auch draußen im Dienste seines 
Baterlandes steht. „Das hält er fest mit seinen ganzen Händen." Seine kosmopoli 
tische Gesinnung findet ihre Schranke an der Liebe zum Vaterlande, die in ihm unaus 
löschlich ist. Er hat sich heute auch eine höhere soziale Stellung errungen und wird 
in den weitesten Kreisen als Kulturträger hochgeschätzt. 
Die großen Erfindungen des Jahrhunderts sind dem Handel zugute gekommen. 
Es wäre undankbar, heute zu sagen, daß das Verkehrswesen noch eine gänzlich offene 
Frage wäre. Unsere Verkehrskommissionen aber haben einen großen Anteil an der 
Hebung des deutschen Verkehrswesens gehabt. Und auch die soziale Lage des Rei 
senden ist heute eine andere geworden. Nicht mehr zerstreut irrt er einher, sondern 
vereint, verbrüdert in unserem Verbände reisender Kauf 
leute Deutschlands. Die Wiederherstellung der deutschen Einigkeit schuf den 
Boden für schöne soziale Früchte. Und eine dieser Früchte, auf nationalem Felde 
gediehen, ist unser Verband. Die Einigkeit, die das Reich wiedererstehen ließ, hat 
auch ihn geformt und gebildet. 
Unter dem Schutze eines neuen, allen sozialen Anforderungen entsprechenden 
Handelsrechtes, an dessen Zustandekommen der Verband selbst mitgearbeitet hat, 
kämpfen unsere Mitglieder für die Ehre und Macht des deutschen Handels, der deut 
schen Kultur, des Deutschen Reiches in einer sturmbewegten, konkurrenzreichen Zeit. 
Mancher verwünscht diese Zeit der nervösen Hast. Aber in schönen Worten hat 
Handelskammersekretär Dr. Gensel einmal gesagt: „Es ist ein unaufhörliches 
Werden und Vergehen, aber was einmal vergangen ist, kehrt nicht wieder. Altes 
Wiederaufleben zu lassen, ist ein eitles Bemühen. Jede Zeit ist eine neue Zeit mit 
neuen Anschauungen, neuen Bedürfnissen, neuen Idealen, neuen Aufgaben. Wir 
werden nicht gefragt, ob sie uns gefällt, unsere Pflicht ist es, sie verstehen zu lernen." 
Lernen wir sie verstehen, dann werden wir nicht mehr von der guten alten Zeit faseln, 
sondern von der neuen guten Zeit reden. Wir stehen an der Wende vom nationalen 
zum internationalen Handel. Das natürliche Fortschreiten der Kultur brachte diesen 
Entwickelungsgang mit sich, das Fortschreiten vom Kleinen zum Großen, vom häus 
lichen Herde zum Weltmarkt, vom einfachen Betrieb zum Weltverkehr, vom Landes-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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