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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Der kaufmännische Briefstil. 
173 
Zu 3. Sprachwidrige Worte, unschöne Worte müssen gleichfalls verschwinden, 
z. B. Worte wie antwortlich, Jnbetrachtnahme, Entgegensehung, das wahrscheinlich 
der Vorsehung nachgebildet ist, inhaltlich, obig, nebig; mit gleichem Rechte könnte 
man untig, rechtig, linkig und andere derartige geschmacklose Wortbildungen ge 
brauchen. 
Zu 4. Auch kaufmännische Briefe mit vielen Worten und wenig Inhalt sind 
verwerflich. Es gibt Kaufleute, die, wenn die Schleusen der Schreibsamkeit geöffnet 
sind, Seiten herunterschreiben über Dinge, die ein klarer Kopf in zwei Zeilen aus 
drückt. Die Rücksicht auf die eigene Zeit oder doch, wenn sie selbst genügend haben, 
auf die Zeit derer, die solche Briefe lesen müssen, sollte solche Vielschreiber zur Kürze 
mahnen. Freilich, ein kurzer Brief ist manchmal schwerer zu schreiben als ein langer. 
Friedrich der Große soll einmal, als er über die Länge eines eben vollendeten 
Briefes erschrocken war, in einer Nachschrift gesagt haben: „Entschuldige diesen langen 
Brief, aber ich hatte keine Zeit, einen kurzen zu schreiben". Auf kaufmännische 
Briefe paßt das Leitwort: 
„Kurz und bündig, klar und findig, 
Triff den Kern, so hat man's gern". 
Ich fasse mich dahin zusammen: Es ist anzustreben, 
1. daß man nicht im Text, d. h. am Anfange des Briefes sagt „Antwortlich" 
oder „Unter Bezugnahme" oder „Zurückkommend" usw., sondern daß man oben links 
etwa unter der gedruckten Firma sagt: „Betrifft unser Schreiben oder Ihr Schreiben 
vom . . ." oder: „Betrifft den und den Gegenstand". Um jedesmal daran erinnert zu 
werden, sollte dieses „Betrifft" vorgedruckt fein; 
2. daß sprachwidrige deutsche Worte und gedankenlose falsche Satzbildungen 
vermieden werden; 
3. daß Fremdwörter nur dann erlaubt sind, wenn der gleiche Sinn nicht 
ebensogut in deutscher Sprache ausgedrückt werden kann; 
4. eine kurze und bündige Fassung der Briese in kernigen, knappen Sätzen und 
klarer Ausdrucksweise; 
5. daß keine Worte, die lediglich den Ausdruck überflüssiger Höflichkeit bilden, 
gebraucht werden; 
6. daß Briefe nicht mit Ergebenheits-, Achtungs- und Hochachtungs-Beteurungen, 
die nur eine Formsache sind, sondern mit der einfachen Unterschrift schließen sollen. 
Welche Mittel haben wir nun, um in dieser Hinsicht erzieherisch zu wirken? 
Der Deutsche Handelstag muß einstimmig den Wunsch aussprechen, daß Wandel 
geschaffen werde. Von diesem Beschluß ist allen Kammern, allen kaufmännischen 
Vereinen, besonders aber den Handelsfachschulen und Handelsschulen Kenntnis zu 
geben, mit der Bitte um Unterstützung. 
Es sollte ferner eine Vereinigung gebildet werden zur Reinigung, Verbesserung 
und Vereinfachung des kaufmännischen Briefstils. Ich stelle mir diese Vereinigung 
so vor, daß jede Kammer eine Liste anlegt mit den Namen der Firmen ihres 
Bezirks, die sich dieser Vereinigung anschließen. Um vorzubeugen, daß die Kürze 
des Briefes und der Mangel an Ausdrücken der Hochachtung nicht als Beleidigung 
aufgefaßt werden, empfiehlt es sich, wenigstens im Anfange, jedem dieser Briefe einen 
Zettel beizulegen oder anzuheften, auf dem die Zugehörigkeit zu dieser Vereinigung 
angegeben ist. Damit würde auch den Mitgliedern dieser Vereinigung ein gelinder 
Zwang auferlegt, die Briefe nun so zu schreiben, daß keine Ausstellungen gemacht 
werden können. 
Es muß schließlich ein billiges Heftchen beschafft werden, in dem alle die ersetz 
baren Fremdwörter mit der entsprechenden deutschen Bezeichnung aufgeführt, in dem 
Musterbriefe enthalten sind, häufig gebrauchte sprachwidrige Worte, Beispiele von
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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