Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

206 Zweiter Teil. Handel. VIII. Der Wettbewerb im Handel rc. 
Und in der Tat, soweit derartige Steuern nicht an Stelle einer fehlenden direkten 
Besteuerung der kleinen Einkommen getreten sind oder der Ertrag dieser Steuern 
lediglich im speziellen Interesse der Arbeiter wieder verwendet wird, widerstreiten sie 
dem Grundgedanken der sozialen Reform. Nun hat aber die Entwicklung der über 
seeischen Konkurrenz in der Landwirtschaft viele Staaten veranlaßt, Zölle auf Agrar 
produkte einzuführen, also teilweise eine Belastung notwendiger Lebensmittel, wie 
Getreide, Fleisch, Butter, Eier, Gemüse u. dgl., vorzunehmen. Obwohl diese Zölle 
nicht als Konsumbesteuerung gedacht sind, haben sie doch die gleiche Folge, nämlich 
eine Verteuerung des Lebensunterhaltes. In der Regel bekämpfen die Vertreter der 
Industriearbeiter solche Zölle ohne jede Einschränkung. Diese Haltung ist aber nur 
dort im wirklichen Interesse der Arbeiter gelegen, wo die Zölle oder deren Erhöhung 
zur Erhaltung der Landwirtschaft nicht unbedingt erforderlich sind. Daß eine ihrem 
Ruin entgegengehende Landwirtschaft auch die Lage der Industriearbeiter ungünstig 
beeinflussen würde, kann nicht bezweifelt werden. Ob Zölle überhaupt, in welcher 
Höhe und auf welche Artikel sie namentlich im Interesse der Bauernschaft eine Not 
wendigkeit darstellen, das sind aber so eifrig umstrittene agrarpolitische Fragen, daß 
eine Erledigung in diesem Zusammenhange nicht stattfinden kann. Fällt die Entschei 
dung zugunsten der Agrarzölle, so ist es jedenfalls geboten, die eintretende Verteuerung 
des Lebensunterhaltes der Arbeiter durch Verminderung oder Beseitigung anderer 
Konsumsteuern, die nicht aus fchutzzöllnerischen Motiven aufrecht erhalten werden 
müssen, möglichst auszugleichen. 
So wichtig die Art der Konsumbesteuerung sein mag, so bieten niedrige oder 
fehlende Konsumsteuern noch keine Garantie für billige Lebensmittelpreise. An 
Stelle der letzteren können hohe Gewinnaufschläge des Handels, insbesondere des 
Detailhandels treten. Es ist die Aufgabe der Konsumvereine, dadurch, daß sie selbst 
die Funktion des Detailhandels übernehmen, ihre Mitglieder von dieser Verteuerung 
möglichst zu befreien. An sich stellt der Konsumverein eine Organisation dar, die nicht 
nur im Interesse der Arbeiter, sondern aller Konsumenten liegt. Aber es ist be 
greiflich, daß das Interesse an der billigeren Beschaffung der Bedarfsartikel in dem 
Grade wächst, als das Einkommen abnimmt. So erscheinen dann die Arbeiter oft 
als die eifrigsten Parteigänger der Konsumvereinsbewegung. 
Während die Gewerkvereine danach streben, das Einkommen des Arbeiters zu 
erhöhen, und die Arbeiterversicherung den Bezug seines Einkommens zu sichern 
trachtet, steigern die Konsumvereine durch Verbilligung der Güter, deren der Arbeiter 
vorzugsweise zur Lebensführung bedarf, die Kaufkraft seines Einkommens. Die Be 
gründung von Konsumvereinen geht in so fern leichter vonstatten, als sie einen augen 
blicklich eintretenden, unmittelbaren Vorteil gewähren. Hier werden nicht, wie bei 
Gewerkvereinen und Arbeiterversicherung, Beiträge verlangt, die vielleicht erst nach 
langer Zeit einmal demjenigen, der sie geleistet hat, eine Gegenleistung verschaffen. 
Der Konsumverein verlangt keine Opfer der Gegenwart für die Zukunft. Es genügt, 
daß das Mitglied dem Vereine seine Kundschaft zuwendet und die entnommenen 
Waren sofort bezahlt. Fast alle Konsumvereine haben heute den ihrer Ausdehnung 
so förderlichen Grundsatz angenommen, die Geschäftsanteile zwar zu dem landesüb 
lichen Zinsfüße zu verzinsen, aber den Gewinn nur nach Maßgabe der bewirkten 
Einkäufe unter die Kunden zu verteilen. Je eifriger ein Mitglied im Vereinsladen 
kauft, desto größer sein Gewinn. 
Es hieße die Bedeutung der Konsumvereine verkennen, wenn man sie nur als 
Einrichtungen zur billigeren Beschaffung der Lebensmittel gelten lassen wollte. Der 
Konsumverein leistet mehr. Er erzieht die Arbeiter zu wirtschaftlicher Lebens 
führung, da er Barzahlung verlangt. Er befreit von den unwürdigen Abhängigkeits 
verhältnissen, in denen die Arbeiter sich dem kreditierenden Krämer gegenüber oft
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.