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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

8. Gibt es eine Notlage des Kleinhandels? 
213 
8. Gibt es eine Notlage des Kleinhandels? 
Von Otto F r h. v. B ö n i g k. 
d. Bönigk, Gibt es eine Notlage des Kleinhandels? In: Monatsschrift für Handel, 
Industrie und Schiffahrt. Amtliches Organ der Handelskammer zu Halberstadt. Heraus 
geber: v. Bönigk. Halberstadt, Verlag der Handelskammer, 1904. S. 101—103. 
Wenn man die Frage in dieser Allgemeinheit stellt, so ist sie zweifellos zu ver 
neinen, denn der Detailhandel, soweit er große Warenhäuser oder große Konsum 
vereine und Filialgeschäfte umfaßt, klagt keineswegs über die Ungunst der Zeiten. 
Im Gegenteil erweisen die oft recht beträchtlichen Erweiterungsbauten und Neu 
gründungen von Warenhäusern, die weiteren Eröffnungen von Filialen gewisser 
Geschäfte klar, daß wir es hier mit Betrieben zu tun haben, die allen Grund haben, 
mit dem Ertrage ihrer Tätigkeit zufrieden zu sein. Der Kreis, auf den sich die 
beweglichen Klagen über die „Notlage des Detailhandels" beziehen, umfaßt daher 
nur einen Teil desselben, den ich kurz mit dem Worte „Klein-Detailhandel" be 
zeichnen will, im Gegensatz zum „Groß-Detailhandel", der in den Warenhauspalästen 
und in den großen Spezialhäusern der Konfektionsbranche seine bekanntesten Ver 
treter findet. Allerdings sind keineswegs alle Betriebe des Klein-Detailhandels 
gleichmäßig in mißlichen Verhältnissen, aber man wird doch im allgemeinen nicht 
irregehen, wenn man sagt, daß die Klagen sich ausschließlich auf den Klein- 
Detailhandel beziehen. 
Prüft man dieselben nun näher, so ergibt sich bald, daß die persönlichen Er 
fahrungen des einzelnen Klein-Detaillisten ihn zu einer starken Überschätzung der jener 
„Notlage" zugrunde liegenden einzelnen Erscheinungen führen. Bei dem einen sind 
die Detailreisenden aus den Großstädten, beim anderen die Einschränkungen 
des Detailreisens, beim dritten die Wanderlager, beim vierten die Ausverkäufe, die 
Konsumvereine, Warenhäuser usw. an allem schuld. Wenige aber erkennen, daß dies 
alles nur verschiedene Äußerungsformen jener einen treibenden Kraft find, welche 
die gesamte Konsumentenversorgung in veränderte Bahnen treibt. Jene Einzel 
erscheinungen sind allerdings nicht unwichtig, wie die Wirkungen des Unlauterkeits 
gesetzes, der Nahrungsmittelgesetzgebung, der Bestimmungen über die Auktionen usw. 
deutlich dartun, weil sie das sittliche Kleid der Volkswirtschaft ausbessern, welches die 
lästigen Auswüchse der Gewerbefreiheit zerrissen hatten, — aber diese Flickarbeit 
darf nicht mit so viel Lärm und Überschätzung verbunden werden, daß man das 
Geräusch des rastlosen Webstuhls nicht hört, an welchem die Zeit ein neues Kleid 
für den Detailhandel, für die Konsumentenversorgung webt. 
Gerade aber darin, daß diese Webearbeit vor sich geht und schon recht weit 
gediehen ist, liegt das Geheimnis der sog. Detailhandelsfrage. Das wird sofort 
klar, wenn man den einzelnen eigenartigen Fäden des Gewebes zu folgen sucht, wenn 
man also den Unterschieden nachspürt, welche sich zwischen der früheren Art der 
Konsumentenversorgung und der jetzigen Methode ergeben. Natürlich können hier 
nicht sämtliche Punkte, in denen sich eine Abweichung der jetzigen von den früheren 
Verhältnissen ergibt, aufgeführt, sondern nur einige charakteristische Züge bezeichnet 
werden, welche die Umwälzung auf dem Gebiete der Konsumentenversorgung etwa 
seit Gründung des neuen Deutschen Reichs unzweifelhaft belegen. 
1. Früher gab es nur solche Detailbetriebe, in denen es auf Erzielung eines 
Gewinns für den Besitzer abgesehen war; jetzt gibt es Konsumentenvereinigungen 
aller Art zum gemeinsamen Bezug von Waren. 
2. Während früher die Detailgeschäfte nur mit solchen Waren handelten,
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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