Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Märkte und Messen im Mittelalter und in der neueren Zeit. 219 
Volksbelustigung dienten. Am natürlichsten empfehlen sich zwei solche Märkte für 
jedes Jahr, weil sich die Kleidungsstücke und auch die meisten Geräte in sommerliche 
und winterliche gruppieren, — also Frühlings- und Herbstmarkt; im hohen Norden, 
wo diese Jahreszeiten unfahrbar sind, Märkte in der Mitte des Sommers und 
Winters. Von den Jahrmärkten unterscheiden sich die M e s s e n — diese Blüte des 
ganzen mittelalterlichen Verkehrs — nur durch den zahlreicheren Besuch und den groß 
artigeren Zuschnitt des Verkehrs. Auch ihre Bedeutung liegt für das Mittelalter 
wesentlich in der Handelsfreiheit, die sie während ihrer Dauer den Kaufleuten ge 
währten. Sie dienten wohl dem internationalen wie dem Binnenhandel und konnten 
dem Käufer einen Reichtum der Auswahl, dem Verkäufer eine lebendige Kenntnis 
vom Bedarfs und Geschmacke des Publikums verschaffen, wie es im Mittelalter auf 
keine andere Weife möglich war. In Sibirien gehen ohne Zwang noch jetzt Tücher, 
die zu Iekaterinburg verfertigt sind, nach Tobolsk über die Messe von Nischnei- 
Nowgorod. Und um 1790 hielten die Leipziger den russischen Besuch ihrer Messen 
schon dadurch für gesichert, weil die meisten russischen Kaufleute zur ordentlichen 
Korrespondenz, Buchführung rc. unfähig waren. Die Staatsprivilegierung der Messen 
bestand gewöhnlich, außer gewissen Zollfreiheiten und einer besonders fachmännischen 
und prompten Justiz, in einem Stapelrechte, sowie in dem Versprechen, daß man 
die Meßgäste während der Messe keinem Personal- oder Güterarreste wegen früherer 
Verbindlichkeiten unterwerfen wollte. Das meiste natürlich mußte der Meßplatz selber 
tun, um seinen Gästen das Gefühl der Sicherheit und des kaufmännischen und 
persönlichen Behagens zu verschaffen. Zu den heilsamen Wirkungen der Messen 
ist auf niederer Kulturstufe namentlich auch das kräftige Standesbewußtsein und die 
gesteigerte soziale Bedeutung zu rechnen, welche der Kaufmannschaft eines großen 
Gebietes durch solche periodische Zusammenkünfte zuwachsen mußte. Die eigen 
tümlich gute Organisation des deutschen Buchhandels steht in engster Verbindung 
mit dem Meßleben Frankfurts und Leipzigs. Wo sich der Warengroßhandel noch in 
die Messen zusammendrängt, da pflegt auch der Kapitalverkehr, die Verzinsung, Rück 
zahlung und Wiederanlegung der Leihkapitalien des ganzen Landes hiermit ver 
bunden zu sein: offenbar mit ebensoviel Geldersparnis wie Krediterleichterung. Die 
Messen mußten aufhören, seit der Verkehr derartig stieg, daß er ausreichte, um ge 
wissermaßen das ganze Jahr hindurch einen großen ununterbrochenen Markt unter 
halten zu können. Mit der Entwickelung des modernen Transportwesens schrumpfen 
sie allmählich von selbst ein und werden durch Musterlager, Handelsmuseen und 
Spezialmärkte ersetzt, indem man nicht mehr die besichtigte Ware kauft, sondern nach 
Mustern derselben handelt. 
Die Notwendigkeit der Wochenmärkte hört auf, sobald ein täglicher 
Kauf und Verkauf der betreffenden Waren möglich wird. Ebenso muß die Be 
schränkung des Verkehrs auf einen einzigen Platz lästig werden, sobald das Wachs 
tum der Stadt eine gewisse Grenze überschreitet. Hier die früheren Schranken des 
Hökergewerbes fortdauern zu lasten, wäre um so törichter, als die berufsmäßige 
Vermittelung zwischen Produktion und Konsumtion beiden Teilen eine Menge von 
Mühen und Zeitverlusten erspart, die gerade auf hoher Kulturstufe immer schwerer 
wiegen. Für eine große Stadt kann ja die unmittelbare Zufuhr der nahe wohnenden 
Landwirte gar nicht ausreichen. Hier würde jeder Marktzwang namentlich auch das 
ärgste Schwanken der Preise bewirken. Das Preußische Edikt von 1810 schaffte für 
die Märkte das Vorkaufrecht einzelner Klaffen ab, hielt aber für die Markttage das 
Verbot des Vor- und Aufkaufens außerhalb des Marktes fest. Die Gewerbeordnung 
von 1845 milderte auch dies, und die Reichsgewerbeordnung ignoriert es ganz. — 
Die Krammärkte haben von ihrer früheren Bedeutung namentlich infolge der Ge 
werbefreiheit und neuern Transportverbesterung eingebüßt. Es ist bezeichnend, wie
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

Which word does not fit into the series: car green bus train:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.