Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Der Breslauer Wollmarkt und die Firma Eichborn & Co. 221 
zwei Drittel des 19. Jahrhunderts hindurch Breslau nochmals in große internationale 
Beziehungen gebracht und gleichsam einen Nachhall seiner großen europäischen 
Handelstätigkeit früherer Zeiten wenigstens auf einige Tage in jedem Jahre in 
seinen alten Mauern wachgerufen hat. 
Es waren in der Regel für den Frühjahrsmarkt vier Tage, für den Herbst 
markt, der bedeutend kleiner war und Mitte des Jahrhunderts ganz in Wegfall ge 
kommen ist, zwei Tage anberaumt, — für die zu bewältigende Arbeit ein sehr kurzer 
Zeitraum. Die größte Schwierigkeit bereitete der Firma jeweils die Beschaffung des 
Geldes, da es sich um außerordentlich große Summen handelte, die innerhalb der 
wenigen Markttage in Hunderten von unrunden Beträgen bar ausgezahlt werden 
mußten. Die Firma sammelte daher, wie sie hierüber bereits am 30. Mai 1818, also 
zu einer Zeit, wo die Entwickelung des Wollmarktes eben erst begonnen hatte, an 
M. Oppenheim & Wolfs in Berlin schreibt, schon geraume Zeit vorher ihre Fonds, 
um auf alles gerüstet zu sein. Erschwerend wirkte dabei der Umstand, daß sie den 
inländischen Fabrikanten, deren eigene Mittel bei den durch die Konkurrenzkäufe des 
Auslandes gesteigerten Wollpreisen nicht auslangten, mit mehr oder weniger bedeu 
tenden Unterstützungen zu Hülfe kommen mußte. 
Da die fremden Häuser durch Vertreter die Einkäufe selbst besorgten, fiel 
zunächst für Eichborn & Co. ihre bisherige Kommissionstätigkeit und der damit ver 
bundene Verdienst aus, doch verzichteten sie in Anbetracht der der ganzen Provinz 
durch den Zufluß der Ausländer erwachsenden Vorteile gern darauf. 
Der Fremdenzufluß, besonders aus England, wurde noch weit stärker, als sich 
dieses entschloß, vom 5. Juli 1824 an den Einfuhrzoll auf fremde Wolle um B /e 
herabzusetzen, und so konnte ein Anonymus in den Schlesischen Provinzialblättern 
1827 bereits schreiben, „daß der Wollmarkt zu Breslau feit einigen Jahren schnell zu 
einer vor kurzem fast nicht geahnten Wichtigkeit und Ausdehnung gelangt und nun 
mehr mit Recht als Weltmarkt zu betrachten sei". 
Die Bücher der Firma liefern die sprechendsten Beweise hierfür. Im Jahre 
1828 z. B. hat die Firma Glyn Halifax Mills & Co. in London allein Akkreditive 
im Betrage von £ 42 000 — Ji 840 000 auf Eichborn & Co. ausgestellt. Der 
bei weitem größte Teil der Käufer stand nämlich mit der Firma nicht in laufender 
Rechnung, sondern ließ sich durch Bankhäuser seiner Heimat, hauptsächlich Englands, 
Frankreichs, Belgiens, Schwedens bei derselben derart akkreditieren, daß diese deren 
Anweisungen bis zu einem bestimmten Gesamtbeträge teils gegen einzuliefernde 
Wolle, teils ohne diese Bedingung auszahlte und für den ganzen erhobenen Betrag 
zuzüglich aller Spesen sich Wechsel auf das akkreditierende Haus geben lassen mußte. 
Da die Käufer nach dem Breslauer noch die Märkte in Posen, Berlin, Stettin und 
Landsberg, die dem Breslauer unmittelbar folgten, besuchen wollten, verlangten sie 
die Nettoabrechnungen sämtlich am letzten Markttage, so daß zur Bewältigung aller 
dieser Arbeiten manchmal Hülfskräfte herangezogen werden mußten. In der Zeit der 
größten Blüte des Breslauer Wollmarktes sind auf diese Weise ü b e r 2 000 000 Tlr. 
in den Markttagen durch Eichborn & C o. bar zur Auszahlung 
gekommen, welche Gelder sich die Firma hauptsächlich gegen Diskonten oder 
Lombard von der Königlichen Bank, teilweise auch durch Verkauf der fremden Devisen, 
welche die Käufer ausstellten, beschafft hat. Sehr erschwerend wirkte hierbei der 
Umstand, daß Papiergeld nur in beschränktem Maße kursierte und größtenteils 
Silber zur Zahlung verwendet werden mußte, das, in 500 Taler-Beutel verpackt, 
mittelst großer zweifpänniger Kastenwagen von der Bank geholt werden mußte; 
je nach Bedarf wurden diese Transporte bis zwei- und dreimal an einem Tage 
wiederholt.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Banking Standards under the Federal Reserve System. A. W. Shaw Company, 1928.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How much is one plus two?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.