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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

5. Die Messe von Nischni-Nowgorod einst und jetzt. 
227 
Sinne wesentlich, nämlich für alle die Geschäftszweige, deren Artikel einem p e - 
riodisch auftretenden Konsum dienen. Es sind das teils Waren, für die 
die Zeit des Bedarfs die Sommer- und Reisezeit ist, so die Bäder- und Andenken 
artikel, die Reiseartikel und die Sportartikel, teils sind es Waren, deren Hauptver- 
brauch auf ein paar Wintermonate beschränkt ist, so die vor Weihnachten am stärksten 
gehenden Spielwaren, die Christbaumverzierungen und sonstigen Weihnachtsartikel, 
wie überhaupt zahlreiche Artikel der Luxus- und Galanteriewarenbranche vornehmlich 
zu Weihnachtsgeschenken gekauft zu werden pflegen, endlich auch alle jene Erzeugnisse 
der Kartonnage, die ihre Bestimmung im Kotillon oder im Karneval erfüllen. Eine 
große Rolle spielt dabei die Ausfuhr nach fremden Ländern mit andern Sitten und 
den unsern entgegengesetzten Jahreszeiten, die die ungleichmäßige Verteilung der 
Beschäftigung für den mitteleuropäischen Markt ausgleicht, so daß die Leipziger 
Musterlagermessen und das durch sie ermöglichte große Exportgeschäft für alle solche 
Saisonindustrien von ganz besonderer Wichtigkeit sind. 
5. Die Messe von Nischni-Nowgorod einst und jetzt. 
Von Gerhart v. Schulze-Gävernitz. 
v. Schulze-Gävernitz, Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland. Leipzig, 
Duncker & Humblot, 1899. S. 60—70. 
Bei der geringen Dichte und Kaufkraft der Bevölkerung war der Handel in 
Rußland bis vor kurzem Meß- und Markthandel. Wie in anderen Beziehungen, 
gewähren die russischen Zustände auch in dieser Hinsicht Einblick in Verhältnisse, 
die für Westeuropa den dunkelsten Perioden der Wirtschaftsgeschichte angehören, 
— in die Zeit vor Entstehung der Städte. Die Kaufleute, von welchen die Bauern 
die wenigen Waren ihres Bedarfes auf den ländlichen Kleinmessen kauften, bildeten 
noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts eine wandernde Bevölkerungsklasse. 
Sie verproviantierten sich auf den großen Jahrmärkten, auf welchen die Großkaufleute 
und die mit dem Ausland in Beziehung stehenden Importeure erschienen. Diese 
Jahrmärkte folgten der Zeit nach in der Weise aufeinander, daß die unverkauften 
Waren von einem Markte auf den nächsten geschafft werden konnten. Ähnlich wie 
einst die Messen der Champagne ein in sich geschlossenes System bildeten, so standen 
in Rußland bis in die neueste Zeit die großrussischen und die kleinrussischen Messen 
nebeneinander. In sich geschlossen, hatten beide gegenseitig wenig Beziehungen. 
Rach dem Berichte des Iwan Aksakoff über die Jahrmärkte der Ukraine hatten viele 
Kaufleute, welche auf den Messen Kleinrußlands verkauften, im Laufe des Jahres ihre 
Waren an zwanzigmal ein- und auszupacken, um im folgenden Jahre denselben 
Kreislauf von neuem anzutreten. 
Auch diese größeren Messen waren keineswegs notwendig mit Städten ver 
bunden: Jrbit, auf dessen Messen noch gegenwärtig an 100 000 Personen zusammen 
strömen, zählt nicht mehr als 3000 ständige Einwohner; der älteste der kleinrussischen 
Märkte bei Kursk lag in einer als „Einöde" bezeichneten Gegend. Klöster vielmehr 
scheinen Anziehungspunkte für den Meßverkehr gebildet zu haben, wie auch in West 
europa Reliquienbesitz oft zum Meßort emporhob. 
Von allen Messen war und ist die Messe von Nischni-Nowgorod die 
wichtigste. Diese Stadt bildet den östlichen Endpunkt des Jndustriebezirks und liegt 
in einer für den Wasserverkehr außerordentlich günstigen Lage, an dem Zusammen 
fluß von Wolga und Oka. Nach diesem Punkt siedelt vom 15. Juli bis 10. September 
jeden Jahres der Moskauer Handel über. Von hier aus vollzieht sich die Verteilung
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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