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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Die Goldproduktion der Welt am Ende des 19. u. am Anfang des 20. Jahrh. 259 
Eine entscheidende Wendung trat erst mit dem Anfang der neunziger Jahre ein. 
Jahr für Jahr, und meist in großen Sprüngen, ging die Goldproduktion in die Höhe. 
Der Rückgang, der feit dem Beginn der siebziger Jahre eingetreten war, wurde rasch 
wieder ausgeglichen; am Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die jährliche Gold 
gewinnung einen Betrag, der etwa 2V 2 mal so groß war als die durchschnittliche 
Jahresproduktion der kalifornisch-australischen Epoche, und nach einer kurzen Stockung 
infolge des Burenkrieges ist jetzt die jährliche Goldproduktion mit rund 665 000 kg 
auf der dreiundeinhalbfachen Höhe der kalifornischen Zeit angelangt. 
Den Anstoß zu diesem letzten und weitaus stärksten Aufschwung der Gold 
gewinnung gaben die Goldbergwerke am Witwatersrande in Südafrika, deren Er 
trägnisse sich von 1891/92 an in rascher Folge verdoppelten und verdreifachten. Es 
handelt sich dort um ein Goldvorkommen von ganz außerordentlicher Ausdehnung 
und Nachhaltigkeit, und zwar um ein Vorkommen, das nicht im Wege der Gold 
wäscherei, sondern fast nur im Wege des Quarzbergbaus ausgebeutet werden kann. 
Trotzdem liefert Transvaal Erträgnisse, die auch die reichste Produktion aller bisher aus 
gebeuteten Schwemmlande übertreffen. Im Jahre 1898 betrug die Produktion von 
Südafrika 120 600 kg Gold im Werte von 336,4 Millionen Jl. Seitdem hat der 
Burenkrieg einen zeitweisen Stillstand der Minen herbeigeführt, und nach Friedens 
schluß schien die volle Wiederaufnahme des Betriebs, abgesehen von technischen 
Schwierigkeiten, namentlich in der Beschaffung der nötigen Arbeitskräfte auf Hinder 
nisse zu stoßen. Bereits das Jahr 1904 übertraf jedoch mit 129 000 kg wieder die 
Goldproduktion des Jahres 1898, und seither ist die Goldgewinnung Südafrikas m 
dem Maße weiter gestiegen, daß sie im Jahre 1908 mit 250 000 kg nicht unwesentlich 
höher war als die durchschnittliche Weltproduktion der kalifornischen Ära. 
Neben Transvaal wurden einige andere Produktionsgebiete neu in Angriff 
genommen. Von 1888 an wurde in Indien, namentlich in Myfore, Gold produziert, 
und zwar in rasch steigenden Beträgen; 1907 betrug die Goldgewinnung in Britisch- 
Jndien etwa 431/2 Millionen Jl. Auch in anderen asiatischen Gebieten, namentlich im 
chinesischen Amurgebiete, wurden erhebliche Quantitäten Gold gefunden; die chinesische 
Produktion des Jahres 1907 wird vom amerikanischen Münzdirektor auf 
19 Millionen Jl veranschlagt. 
In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre sind ferner im hohen Nordwesten 
des nordamerikanischen Kontinents, in dem kanadischen Klondyke und dem amerika 
nischen Alaska, Alluvien von offenbar erheblichem Goldreichtum entdeckt worden. 
Die klimatischen Verhältnisse des hohen Nordens bedeuten allerdings eine ganz außer 
ordentliche Erschwerung, trotzdem hat die kanadische Goldproduktion im Jahre 1900 
einen Wert von mehr als 117 Millionen Jl erreicht; seither ist jedoch ein Rückgang 
bis auf 35,4 Millionen Jl im Jahre 1907 eingetreten. Dagegen hat die Gold 
produktion von Alaska im Jahre 1907 einen Wert von 77,7 Millionen Jl ergeben. 
Die Auffindung und Inangriffnahme dieser neuen Lagerstätten hätte zwar 
genügt, um der Periode der Stagnation und des Rückgangs der Goldproduktion ein 
Ende zu machen; für sich allein jedoch hätten diese neuen Goldlager und Goldberg- 
werke nicht die ganz gewaltige Steigerung der Goldgewinnung, deren Zeugen wir 
in den letzten zwei Jahrzehnten waren, bewirken können. Diese neueste Epoche der Gold 
produktion unterscheidet sich vielmehr von allen früheren aufsteigenden Perioden ge 
rade dadurch, daß nicht ausschließlich neue Fundstätten die Zunahme der Gold 
gewinnung hervorgerufen haben, sondern daß ein reichlicher Anteil an der Steigerung 
auf eine beträchtliche Zunahme der Goldgewinung in den alten Produktionsgebieten 
entfällt. Die Vereinigten Staaten und Australien haben von 1891—1899 ihre Gold 
produktion mehr als verdoppelt; seither ist in den Vereinigten Staaten die Zunahme 
in langsamerem Tempo weitergegangen, Australien erreichte 1903 einen Höhepunkt 
17*
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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