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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

6. Die Gründerzeit der 1830 er Jahre rc. 
267 
Arbeitern, deren Beseitigung schon durch die Menge der Arbeiter nahegelegt ist, 
allmählich einer Entfremdung Platz. Zwischen beide Teile schieben sich Zwischenper 
sonen mit eigener Verantwortlichkeit in Gestalt von Beamten und Aufsehern; es 
entstehen Geschäftsformen, wie die moderne Aktiengesellschaft, in denen der Kapitalist 
in der denkbar losesten Form den Arbeitern gegenübertritt. 
Aber wichtiger als diese Wandelungen ist das: Unsere Arbeitermassen haben 
unter dem Einfluß ihrer Zahl und ihrer Abhängigkeit ein eigenes Klassen- und 
Standesbewußtsein bekommen. Sie fühlen sich als Macht in der modernen Volks 
wirtschaft und ringen als solche um Anerkennung. Daß sie in politischer Beziehung 
durch das allgemeine direkte Reichswahlrecht als gleichwertig mit den Reichsten 
und Intelligentesten anerkannt sind, hat ihr Standesgefühl und ihre Hoffnungen 
noch stark gesteigert. 
So erklären sich die tiefen Interessengegensätze, die heute die Welt bewegen 
überall, wo es Großbetriebe gibt, Gegensätze, die keinem Staat mit gleicher Ent 
wicklung erspart sind und nur je nach den Charaktereigenschaften des betreffenden 
Volks stärker oder schwächer hervortreten. 
Daß sich an dieses Emporstreben der Arbeiter ein förmliches sozialistisches Lehr 
gebäude anschloß, das den Arbeitern in einer anderen Wirtschaftsordnung ohne Privat 
kapital und Privatwirtschaft ein besseres materielles Dasein, vor allem aber ausschlag 
gebenden Einfluß in Aussicht stellte, darf nicht verwundern. Die Nationalökonomie 
bis zum letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts hatte in verschiedenen Schattie 
rungen, aber doch immer wieder ein Lehrgebäude nur vom Unternehmerstandpunkt 
aus ausgebaut. 
Mägen wir über die sozialistischen Zukunftsideen die Achseln zucken, die hämische 
Kritik alles Bestehenden mit Recht gefährlich finden, das dürfen wir uns doch nicht 
verhehlen, daß diese Kritik, so abstoßend sie zunächst wirkt, doch in manchen Einzel 
heiten nicht fehlgreift: wir müssen anerkennen, daß die Zunahme der Abhängigkeit 
und Besitzesungleichheit, in die alle Stände verflochten sind, dem Staat wie den 
Besitzenden Pflichten auferlegt, die früher kaum gekannt waren, deren Erfüllung 
kaum begonnen hat und unsere ganze Zukunft beherrschen wird. 
6. Die Gründerzeit der 1850 er Jahre 
in ihrer Bedeutung für die Entfaltung kapitalistischen 
Wesens in Deutschland. 
Von Werner Sombart. 
S o m b a r t, Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert. 2. Ausl. 
Berlin, Georg Bondi, 1909. S. 84—90. 
Durch ein wunderbares Zusammentreffen fielen in das eine denkwürdige Jahr 
1848 drei Entdeckungen, die bestimmt sein sollten, eine neue Epoche der Weltgeschichte 
einzuleiten: die Entdeckung der reichen Goldschätze in den Gebirgen Kaliforniens und 
in Australien, sowie die Entdeckung der ergiebigsten Quecksilberminen in Mexiko, die 
einer entsprechenden Hebung der Silberproduktion gleichkam. 
Die gewaltigen Mengen von Edelmetallen, die dadurch dem Weltmärkte zu 
geführt wurden, strömten zunächst nach den Vereinigten Staaten und England ab; 
von hier gelangten sie dann auf dem Wege des Handels zu uns. Zunächst noch, ohne 
genutzt zu werden. Vielmehr sorgte das Mißtrauen, das als Folge der politischen 
Wirren der vergangenen Jahre noch in der Geschäftswelt zurückgeblieben war, dafür,
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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