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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

268 Zweiter Teil. Handel. XI. Geldwesen und Kapitalismus. 
daß sie in Kellern und Truhen eingeschlossen wurden. Sie wagten sich anfangs 
sogar noch nicht einmal in die Banken. Erst im Jahre 1851 begannen sie diesen zu 
zuströmen, dann freilich so plötzlich, daß sie die Tresors der Banken förmlich über 
fluteten. Allein bei der Preußischen Bank stiegen die freiwilligen Privatdepositen 
von Januar bis August 1851 von 4% auf 9y 3 Millionen Taler, so daß die Bank, 
die nicht wußte, was sie mit dem Gelde anfangen sollte, sich am 1. Oktober 1851 
zu der im Bankgeschäft beispiellosen Maßregel gezwungen sah, die bereits längere 
Zeit bei ihr ruhenden Privatdepositen zu kündigen. Die Metallvorräte der Preußischen 
Bank aber betrugen am 1. Januar 1851 10,8 Millionen Taler, am 31. Oktober 
desselben Jahres jedoch 23,7 Millionen Taler. 
Endlich war die Zeit wiedergekommen für das Erwachen des Erwerbsstrebens, 
der Gewinnsucht, des Unternehmungsgeistes. In einer Weise, wie noch nie, ergriff 
der Taumel die gesamte Kulturwelt Europas. Was die Furcht vor politischen Un 
ruhen an kapitalistischer Energie während der letzten Jahre zurückgehalten hatte, 
brach jetzt mit einem mächtigen Getöse hervor, seit insbesondere durch den Staats 
streich Napoleons und den Sieg der Reaktion in Deutschland die Gewähr für ein 
ungestörtes Erwerbsleben im Innern auf Jahre hinaus geschaffen worden war. 
Die ersten Jahre nach großen politischen Ereignissen, die ein Volk fesseln, sind 
häufig an und für sich Zeiten flotten Erwerbslebens. Ausgaben werden gemacht, die 
lange zurückgehalten wurden; dadurch belebt sich der Markt, das große Schwungrad 
der Warenzirkulation kommt in Bewegung, die Preise steigen, die Möglichkeit rascher 
Gewinne wird eröffnet. Aber auch die Neigung dazu ist besonders rege. Der 
politischen Interessiertheit folgt die Freude am materiellen Wohlleben, die wiederum 
den Wunsch erzeugt, recht reich mit den Gütern dieser Welt gesegnet zu sein. Daher 
die Hausseperioden im europäischen, speziell dem deutschen Wirtschaftsleben nach der 
französischen Revolution, nach den Napoleonischen Kriegen, nach der Iulirevolution 
(in Frankreich), nach den Unruhen des Jahres 1848, nach dem deutsch-französischen 
Kriege (in Deutschland). Kommt nun noch eine rasche Vermehrung der Edelmetalle 
dieser allgemeinen gewinnfrohen Stimmung zu Hilfe, so ist das Ergebnis dann eine 
solche lebendige Zeit, wie die der 1850er Jahre, in der die Lust zu erwerben die 
weitesten Volkskreise erfaßte, in der die Spekulation mit einer früher nie gekannten 
Mächtigkeit die deutsche Geschäftswelt ergriff und nun erst recht eigentlich mit dem 
echten und unverfälschten kapitalistischen Geiste nicht vorübergehend, sondern für alle 
künftige Zeit erfüllte. In diese politisch ruhigen Jahre fällt die Geburtsstunde des 
neuen Deutschlands. 
Was der Zeit nach 1851 den Stempel aufdrückt und ihr einen schon völlig 
modernen Charakter im Vergleich zu der Hausseperiode im Anfang des Jahrhunderts 
verleiht, ist der Umstand, daß sich die Spekulationswut — die Gewinnsucht — ein 
neues Feld der Betätigung sucht: die Gründung gewinnversprechender Unter 
nehmungen. Damit wird recht eigentlich das kapitalistische Interesse gefördert. Denn 
ein großer Teil wenigstens der in den spekulativen Zeiten ins Leben gerufenen 
Gründungen besteht ja dauernd weiter als Organisationen kapitalistischen Wesens, 
dem sie damit zur Ausbreitung verhelfen. 
Eine rechte „Gründerzeit" sind also die 1850er Jahre. Gegründet werden 
vor allem Bankinstitute, dann aber auch industrielle Etablissements, Bergwerke und 
— nicht zuletzt! — Eisenbahnunternehmungen. Dabei kam eine neue Form der Kapital 
beschaffung zur allgemeinen Anerkenntnis: die Aktiengesellschaft und ihr 
verwandte Gebilde. Das Prinzip der Aktiengesellschaft beruht, wie jedermann weiß, 
auf der Zusammenfügung kleinerer Geldbeträge zu größerem Vermögen in der 
Weise, daß die Besitzer der einzelnen Anteile lediglich in der Höhe ihres eingeschossenen 
Betrages an der Unternehmung beteiligt, also auch für etwaige Verpflichtungen
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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