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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Wesen, Geschäfte und Arten der modernen Banken. 275 
4. Zu diesem passinen Kreditgeschäfte tritt neuerdings immer häufiger das 
Depotgeschäft, Aufbewahrungsgeschäft, das darin besteht, daß man 
einer Bank Wertpapiere, die man besitzt, zur Aufbewahrung, Abhebung der Coupons, 
Einlösung verloster Papiere u. dgl., also zur Verwaltung übergibt (offene Depots), 
oder daß man Wertpapiere in feuer- und diebessichere Stahlkammern der Bank legt 
und die Verwaltung selbst führt. 
Die aktiven Kreditgeschäfte sind die folgenden: 
1. Das E s k o m p t e - oder Diskontgeschäft. Es besteht in dem Ver 
kauf bezw. Kauf (seitens des Kreditgebers) einer später fällig werdenden Forderung. 
In der Regel handelt es sich um einen Wechsel. Für das normale Bankgeschäft 
kommen nur Wechsel in Betracht, denen eine Forderung aus einem bereits durch, 
geführten Geschäft zugrunde liegt. Die Bonität der Unterschriften und der Ursprung 
des Wechsels werden von eigenen „Zensoren" der Banken geprüft. Bei Noten 
banken sind besonders strenge Bedingungen für die Eskomptefähigkeit eines Wechsels 
aufgestellt, da die nicht bar gedeckten Noten fast ausschließlich durch bald fällige 
Wechsel gedeckt sind. 
2. Das Lombardgeschäft, d. h. die Belehnung von Wertpapieren, Waren 
oder anderen beweglichen Pfändern. Hier ist eine Sicherstellung des Darlehens nicht 
nur durch die Person und das Vermögen des Kreditnehmers, sondern durch ein 
spezielles bewegliches Verkehrsobjekt gegeben, dessen Wert geschätzt und bis zu einem 
bestimmten Prozentsatz (%, %, y 2 des Wertes) belehnt wird. Cs ermöglicht, den 
Wert eines Warenvorrates, z. B. der Getreideernte oder eines Wertpapierbesitzes 
teilweise zu realisieren, ohne das Eigentum an den Vermögensobjekten aufgeben zu 
müssen. Nicht zu verwechseln mit dem Lombardgeschäft ist das Reportgeschäft, 
das äußerliche Ähnlichkeit mit jenem hat. Bei ihm übernimmt die Bank Wertpapiere, 
welche jemand, der auf das Steigen ihres Kurses spekuliert, gekauft hat, aber zur 
zeit nicht zahlen kann, und verkauft sie an den Spekulanten zu einem vereinbarten 
Kurse auf einen späteren Zeitpunkt zurück. 
3. Das Kontokorrentgeschäft. Es wird mit Kunden der Bank ge 
pflegt, die bei ihr Wertpapiere deponiert und Depositen hinterlegt haben, den 
Zahlungsverkehr durch sie besorgen lassen. Die Bank leistet für solche Kunden 
Zahlungen, auch wenn ihr Depositenkonto zurzeit nicht aktiv ist, und berechnet sich 
dafür Zinsen. Hat der Kunde kein Unterpfand (Wertpapiere, Wechsel, Hypotheken» 
gegeben, so bezeichnet man einen solchen Kredit als Blankokredit, Buch 
kredit. Er entsteht dort häufig, aber immer nur für kurze Zeit, wo eine dauernde 
Geschäftsverbindung zwischen Bank und Kunde besteht. 
4. Das Hypothekengeschäft. Hier werden unbewegliche Güter, Boden 
oder Gebäude, belehnt, und dem Kreditgeber wird ein Pfandrecht daran eingeräumt, 
das ins Grundbuch eingetragen wird (Hypothek). Dieser Kredit ist stets langjährig, 
und ihm muß daher auf der Passivseite ein eben solches passives Kreditgeschäft der 
Dank gegenüberstehen (Ausgabe von Pfandbriefen). Nur unter besonderen Voraus 
setzungen (erfahrungsgemäßer langfristiger Hinterlegung von Einlagegeldern, De 
positen) können auch diese von Kreditanstalten zur Gewährung von Hypotheken ver 
wendet werden, z. B. von Sparkassen. 
Zu diesen eigentlichen Kreditgeschäften treten die andern, zum Teil damit zu 
sammenhängenden Bankgeschäfte. So der Devisenhandel. Devisen sind 
Wechsel auf auswärtige Plätze und werden zur Erfüllung von Zahlungsverpflich. 
tungen im Auslande nachgefragt. Ihr Preis (Kurs) ist je nach dem Stande der 
Zahlungsbilanz schwankend, und dieses Schwanken des Devisenkurses gibt daher 
Gelegenheit, durch rechtzeitigen Einkauf und Verkauf oder durch Begebung eines 
Wechsels auf ein ins Ausland erliegendes Guthaben einen Gewinn zu erzielen. 
18*
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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