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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

10. Vorteile und Gefahren der Konzentrationsbewegung rc. 299 
10. Vorteile und Gefahren der Konzentrattonsbewegung 
inr deutschen Bankgewerbe. 
Von Jakob Rießer. 
Rießer, Die deutschen Großbanken und ihre Konzentration im Zusammenhange mit 
der Entwicklung der Gesamtwirtschaft in Deutschland. 3. Ausl- Jena, Gustav Fischer, 1910. 
S. 569ff.*) 
Überblicken wir den Konzentrattonsprozeß im deutschen Bankgewerbe, so läßt 
sich, obwohl er noch keineswegs zu Ende, sondern in beständigem Flusse ist, doch eine 
Reihe von Vorteilen und Gefahren auch schon heute klar erkennen. 
Wir beginnen mit den Vorteilen: 
Es ist kein Zweifel, daß die Geschäftspolitik einer Großbank und namentlich 
einer solchen, die an der Spitze einer Gruppe von Konzernbanken steht, mehr nach 
einem einheitlichen Programm, welches auch den allgemeinen na 
tionalen, staatlichen und wirtschaftlichen Interessen Rechnung 
trägt, geleitet werden kann und wird als die Geschäftspolitik einer mittleren oder 
kleinen Bank oder einer großen Anzahl zerstreuter mittlerer oder kleiner Banken, die 
bei größeren Existenzschwierigkeiten naturgemäß in weit höherem Grade bloße Divi 
dendenpolitik zu treiben genötigt sind. Die Erfahrung hat denn auch gelehrt, 
daß die deutschen Großbanken der unbedingten Notwendigkeit einer kräftigen Unter 
stützung der i n d u st r i e l l e n Exportpolitik sich bewußt gewesen sind, und 
daß sie daraus auch sowohl gegenüber der Industrie und dem Exporthandel wie 
durch Anlegung deutschen Kapitals in auswärtigen Unternehmungen, Geschäften und 
Werten und durch energische Förderung der deutschen Schiffahrts-, 
Kolonial-, Kanal- und Kabelpolitik die Konsequenzen gezogen haben. 
Es ist ferner sicher, daß die Geschäftsführung der Großbanken einer schärferen 
Kontrolle der Fachpresse und der öffentlichen Meinung unterliegt als eine große Zahl 
isolierter mittlerer und kleiner Bankbetriebe. 
Weiter ist zweifellos, daß derart einheitlich geleitete mächtige Banken und Bank 
gruppen mindestens so lange geeignet sind, der Wirtschasts- und Welt 
politik des Deutschen Reiches als eines ihrer kräftig st en 
Machtmittel dien st bar zu sein, als ihre Leiter sich dieser ihrer wichtigen 
Aufgabe, wie bisher, bewußt bleiben. Für die staatlichen Organe aber ist es ohne 
Zweifel eine Erleichterung, wirtschaftliche Maßnahmen, die durch Heranziehung des 
Privatkapitals verwirklicht werden sollen, und die entweder zunächst vertraulich be 
handelt werden müssen oder einer raschen Entschließung bedürfen oder (wie Kabel 
nder Kolonialunternehmungen) eine längere Festlegung erheblicher Kapitalien er 
fordern, mit einer kleinen Zahl von Großbanken, die ihren Sitz oder Schwerpunkt in 
Berlin haben, zu verhandeln. — 
Aber auch den Banken selbst gewährt die Konzentration eine Reihe von wich 
tigen geschäftlichen Vorteilen, und zwar sowohl diejenige Konzentration, welche sich 
mittels Angliederung von Unternehmungen oder mittels Schaffung von Interessen 
gemeinschaften (durch Erwerb von Aktien, Gründung von Tochter- und Trustgesell 
schaften oder durch Vertrag oder Aktienaustausch) vollzieht, als diejenige Konzen 
tration, welche mittelst Dezentralisation des Betriebes erreicht wird, also durch Be 
gründung von Kommanditen, Filialen, Agenturen und Depositenkassen. Denn alle 
*) Die 4. Auflage des Rießerfchen „Großbankenbuchs" (Jena, Gustav Fischer, 1912. 
XIII und 768 S.), das in Abschnitt VI S. 612ff. u. a. „Vorteile und Gefahren der Konzen 
tration" behandelt, konnte nicht mehr verwertet werden. — G. M-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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