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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

300 
Zweiter Teil. Handel. XII. Bankwesen. 
diese Formen der Kapital- und Machtkonzentration verschaffen dem Zentralinstitut 
eine genauere Übersicht über die allgemeine Lage der Industrie und die jeweiligen 
Bedürfnisse und Konjunkturen der einzelnen Industriezweige, ferner eine eingehende 
Kenntnis der Vermögenslage, Kredit- und Vertrauenswürdigkeit eines umfangreichen 
Kundenkreises, und zwar beides auf Grund sachkundiger und objektiver Berichte 
solcher Auskunftsstellen, welche einerseits mit den örtlichen Verhältnissen genau ver 
traut, andererseits mit dem Zentralinstitut eng verknüpft und befreundet sind. 
Dagegen ist im bisherigen Verlauf der Konzentrationsbewegung eine 
Verringerung der Geschäfts - und Verwaltungskosten, die sich 
vielfach bei ausländischen Trusts und trustartigen Zusammenschlüssen erzielen ließ, in 
Deutschland nicht erreicht worden; vielmehr ist im allgemeinen sowohl der absolute 
Betrag der Geschäftsunkosten als deren Verhältnis zum Bruttogewinn auch bei den 
jenigen deutschen Banken, die im Vordergründe der Konzentrationsbewegung 
standen, fast ununterbrochen g e st i e g e n. 
Was die Gefahren angeht, die mit der Konzentrationsbewegung im Bank 
gewerbe verbunden fein können, so kann folgendes festgestellt werden: 
Im Geschäftsverkehr mit dem Publikum, also im laufenden 
Geschäft, hat sich bisher die an sich bei dem Umfange der Konzentration nahe 
liegende monopolistische Tendenz noch in keiner Weise gezeigt; vielmehr 
haben die Banken in ihrem bisherigen Konkurrenzkämpfe, sogar unter Überschreitung 
wirtschaftlich angemessener Grenzen, gegen die niedrigsten Provisionen, die je im 
deutschen Bankwesen üblich gewesen sind, die größten Dienstleistungen und Verantwort 
lichkeiten übernommen. Dagegen liehen sich Ansätze zu solchen monopolistischen Ten 
denzen allerdings bereits erkennen auf dem Gebiete des Wettbewerbs gegen 
über den Privatbankiers und außerdem im Bereiche des Emiffions - und Sub 
missionswesens, sowie bei der Konkurrenz um die Übernahme 
von öffentlichen Anleihen oder von Werten öffentlicher oder 
privater Unternehmungen. 
Ferner kann nicht verkannt werden, daß die als Begleiterscheinung der Kon 
zentrationsbewegung im deutschen Bankwesen aufgetretene starke Schädigung auch 
der soliden und lebenskräftigen Elemente des mittleren und kleinen Pri 
vatbankier st andes eine weitere Schattenseite jener Konzentrationsbewegung 
bildet. Dieser Niedergang ist durch eine fehlerhafte Börsen- und Stempelgesetzgebung 
nur verschärft und beschleunigt, durch die Konzentrationsbewegung aber im wesent 
lichen hervorgerufen worden. 
Was die Bankbeamten betrifft, so hat sich im Verlaufe der Konzentrations 
bewegung sowohl die Zahl der Abhängigen wie das Verhältnis der in großen Be 
trieben tätigen zu den in mittleren und kleinen Betrieben beschäftigten Angestellten 
stark vermehrt, ein Vorgang, der sich auch auf anderen Gebieten gezeigt hat. 
Was die Leiter der Großbanken angeht, welche unter Umständen die Ge 
schäftspolitik ganzer Gruppen nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bestimmen haben, 
und von denen es in erster Linie abhängt, ob diese Geschäftspolitik nicht lediglich auf 
eine Dividendenpolitik hinausläuft, so wird es mit dem Wachstum der Unter 
nehmungen und dem Untergang so vieler bedeutender Privatbankgeschäfte immer 
schwerer werden, Persönlichkeiten zu finden, die den für solche Stellungen not 
wendigen weiten Blick, sowie starke Initiative und Energie und jene organisatorische 
Befähigung besitzen, der Deutschlands große Unternehmungen in Handel, Industrie 
und Bankwesen so überaus viel verdanken. Ein Scheitern aber der Aufgabe, der 
artige Personen ausfindig zu machen, würde nicht nur für den Fortgang der Kon 
zentrationsbewegung, sondern auch für unsere gesamte wirtschaftliche Entwicklung 
ungemein bedenkliche Folgen haben können.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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