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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

6 Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle. 
endigt habe. Daher der gerechte Vorwurf, die deutsche Diplomatie habe für den 
deutschen Handel so gut wie gar nichts getan. Als einigen Ersatz hierfür empfiehlt 
schon Möser ein Pionieren der Privatkaufleute, wie es neuerdings mit glänzendem 
Erfolge z. B. die Bremer getrieben haben. 
Die „Trostgründe beim zunehmenden Mangel des Geldes", mit der Unterschrift: 
Johann Jakob . . . versehen, enthalten eine geistreiche Zusammenstellung aller 
Schattenseiten des Geldes. Erst nach dessen Erfindung sei jede übermäßige Zen 
tralisierung, Schätzesammeln, hohe Steuern, stehende Heere möglich geworden; ebenso 
Geiz und Verschwendung, lange Prozesse und Kriege, tiefgehende Standesver 
schiedenheiten ohne entsprechenden persönlichen Grund, Verschuldungen rc. „Wie 
mäßig, wie ruhig, wie sicher werden wir leben, wenn wir ohne Geld alles wieder mit 
Korn bezahlen können!" Freilich erhellt der ironische Charakter dieser ganzen Er 
örterung aus der später beigefügten Nachschrift: „Ich hoffe, meine Leser werden dem 
Sophisten zu Gefallen, wenn sie auch dessen Gründe nicht beantworten können, keinen 
Kreuzer wegwerfen. Ich wünsche aber auch, daß sie die Deklamationen der Frei 
geister unserer Zeit gegen die Grundwahrheiten der Religion und Moral mit einer 
gleichen Wirkung lesen mögen." Auch ist Möser bei aller sonstigen Abneigung wider 
das Generalisieren der Ansicht, daß sich „vielleicht wesentliche Teile der Polizei, als 
Münzen und Maße, zu einer Gleichförmigkeit bringen ließen, so groß und mannig 
faltig auch die Schwierigkeiten sind, welche hier dem Auge des theoretischen Pro 
jektenmachers entwischen". 
Mösers Vorliebe für Standesunterschiede zeigt sich auf dem Gebiete 
des Handels in der scharfen Grenze, die er zwischen Kaufmann und Krämer zieht. 
Während der Krämer nach den Handwerkern rangieren und von allen höheren 
Ehrenstellen ausgeschlossen sein soll, dürfen die Ehre des Kaufmanns nur solche ge 
nießen, die für eine bestimmte Summe einheimische Produkte jährlich außer Landes 
absetzen oder einheimische Fabrikanten mit Rohstoff versehen oder auch sonst einen 
großen Handel von außen nach außen treiben. Die Gebundenheit des ältern Handels 
an Korporationen ist Möser gleichfalls teuer. Vortrefflich erklärt er die Ein 
richtung der mittelalterlichen Handelskompagnien, mit ihren Konvois, ihren Stapel 
plätzen, überhaupt ihren Privilegien, aus dem Bedürfnisse der Sicherheit. Aber auch 
seinerzeit möchte er z. B. die Beziehung guten Kleesamens oder auswärtigen Ge 
treides am liebsten Aktiengesellschaften nach Art der englischen oder holländischen 
Ostindien-Kompagnie anvertrauen. Selbst das jus a 1 b i n a g i i findet er unter 
mittelalterlichen Verhältnissen „in der höchsten Billigkeit beruhend". Die unbedingte 
Aufhebung desselben in Frankreich 1790, selbst gegen Länder, welche nicht Rezi 
prozität gewähren, scheint ihm eine große Torheit. Außerordentlich schön und tief in 
die Zustände halb entwickelter Volkswirtschaften eindringend ist die Klage wider die 
P a ck e n t r ä g e r, die Schutzrede für sie und das Endurteil darüber, welches dahin 
geht, daß Ausländer bloß auf den Jahrmärkten ganz frei, sonst aber nur mit den in 
ihrer Heimat selbst verfertigten Waren sollten hausieren dürfen. Ebenso wichtig ist 
das Pro und Contra der Wochenmärkte, wobei aus der Klage, daß solche 
Märkte die Selbständigkeit der Haushaltungen untergraben, der allgemeine Wider 
wille Mösers gegen die höheren Formen des Verkehrs und der Arbeitsteilung 
hervorblickt. 
Etwas Zweideutig ist der Eindruck, welchen Mösers Anempfehlung des nur 
extensiven Straßenbaues macht. Er warnt davor, wenn in kleinen und ver 
kehrsarmen Ländern gar zu viele Dorfwege für Heerstraßen erklärt und diese alsdann 
gar zu gut, d. h. zu kostspielig eingerichtet werden. Hier sollte man nur im Frühjahr 
und Herbst die nötige Flickung vornehmen, dagegen im Sommer auf die Trockenheit, 
im Winter auf den Frost rechnen. Hier sei es gar nicht unrätlich, in Gegenden, wo
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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