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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Wesen und Aufgaben der Handelshochschule. 333 
neue Handelshochschule in Köln das ganze Leben ihrer Schüler beeinflussen. Sie 
will es vor allem verhindern, daß im Leben des Kaufmanns so früh ein toter 
Punkt erreicht wird, über den hinauszukommen, die Kraft der nötigen Schulung 
entbehrt. Daher liegt aber auch das Schwergewicht der Handelshochschule nicht in 
den kaufmännisch-technischen Fächern, wie Buchführung und Korrespondenz. Dieses 
mehr Handwerksmäßige im Handel soll zwar nicht vernachlässigt werden; es läßt sich 
jedoch auch anderswo erlernen; es ist bei uns mehr zweckmäßiges Beiwerk als be 
stimmend für die Eigenart unserer Anstalt. 
Auch denken wir in der Hochschule nicht daran, bisher praktisch erworbene 
Kenntnisse durch theoretische vollständig zu ersetzen. Die Handelshochschule gibt sich 
nicht dem Wahn hin, sie könne lehren, wie man Geld verdiene. Wir wissen vielmehr, 
daß das, was man „geschäftlichen Blick" nennt, sich nicht lehren läßt; und keine Hoch 
schule kann einen fertigen „Disponenten" erziehen. Wohl aber kann sie denen, die an 
sich die Fähigkeiten zum Kaufmann haben, dazu verhelfen, diese Fähigkeiten leichter, 
vollständiger, vielseitiger zu entwickeln und auszunutzen. Nicht fertige Kaufleute kann 
die Handelshochschule allein aus sich hervorgehen lassen, wie auch nicht fertige Ver 
waltungsbeamte, Richter und Rechtsanwälte die länger fesselnde Universität verlassen. 
Zum Kaufmann wie zum Verwaltungsbeamten, zum Richter und zum Rechtsanwalt 
wird man nur in der Praxis. Aber eine Ausbildung wird erstrebt, die in der Praxis 
möglichst leicht und schnell und vollkommen dazu werden läßt. 
Das Schwergewicht der Handelshochschule liegt daher in den Fächern, die nicht 
bloße Fertigkeiten, sondern eine allgemeine Schulung des Geistes bezwecken. Wie 
die erste Handelshochschule in Deutschland, die im Jahre 1768 von Büsch gegründete 
„Hamburgische Handelsakademie", auf der ein Alexander v. Humboldt studiert hat, 
die Devise trug: „Zur Übung des Verstandes und zur Verschönerung des Lebens", 
so könnten wir vielleicht als Sinnspruch für die neue Handelshochschule in Köln die 
Worte Goethes aus Wilhelm Meister wählen: „Ich wüßte nicht, wessen Geist aus 
gebreiteter wäre, ausgebreiteter sein müßte als der Geist eines echten Handels 
mannes". [f. oben S. 52.] 
Allerdings soll alles Wissen, das wir darbieten, untergeordnet werden dem 
Interessenstandpunkt eines in diesem Goetheschen Sinne auf der Höhe seiner Zeit 
stehenden praktischen Kaufmanns. Und da die Städtische Handelshochschule zu Köln 
frei dasteht, nicht gebunden ist an ein älteres, andern Interessen dienendes Institut 
mit größeren Vorrechten, so kann sie frei und ungehemmt der immer klareren und 
wirksameren Ausgestaltung dieses einen Zweckes sich widmen. So hofft sie, neue 
Brücken zu schlagen von der Theorie zur Praxis, wie es die technischen und landwirt 
schaftlichen Hochschulen erfolgreich bereits getan haben; und indem sie gleichzeitig die 
Theorie zu befruchten sucht durch die Praxis, hofft sie ein umfangreiches, bisher zum 
Teil totes Wissen nutzbar zu machen für neue wichtige Zwecke. In dieser Weise erstrebt 
sie nicht einen Ersatz praktischer Kenntnisse durch theoretische, wohl aber eine 
theoretische Vertiefung des praktischen Könnens des Kaufmanns, eine Weckung seines 
Bildungstriebes, eine Weitung seines Blicks, eine Schärfung seiner Beobachtungs 
gabe, eine allgemeine Schulung zu selbständigem Denken.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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