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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

338 Zweiter Teil. Handel. XV. Kaufmännisches Unterrichtswesen. 
herangetreten. Bis dahin hatten die ganzen patriarchalischen Verhältnisse, die ge 
mütlichen Formen des Geschäftsganges, die sich selbst in den großen Kontoren unserer 
Kaufmannschaft zeigten, die Hausgemeinschaft des Lehrherrn mit dem Lernenden 
genügend Gelegenheit gegeben, hinter die Geschäftsgeheimnisse zu kommen, im per 
sönlichen Umgang mit dem Geschäftsinhaber den Wissensdurst zu befriedigen, wie 
dies in Gustav Freytags „Soll und Haben" so unübertrefflich geschildert ist. An Stelle 
dieses etwas kleinbürgerlichen und behaglichen Lebens schien mit Naturnotwendigkeit 
mehr und mehr ein freier Wettkampf mit hohem Einsatz zu treten. Statt der alten 
gewohnheitsmäßig festgelegten Preise ward ein gegenseitiges Unterbieten die Regel. 
Früher konnte man sich mit wenig Geschäften begnügen, weil an jedem einzelnen 
Geschäft ein großer Nutzen erzielt wurde. Nun hieß es, großen Umsatz zu sichern, 
da der Vorteil aus jedem einzelnen Warentausch nur ein geringer blieb. Nur wer 
zu organisieren verstand, das erstrebte Ziel mit Wagemut und tatkräftiger Energie 
verfolgte, wer sich Kenntnis des Geschmacks, des Bedarfs und der Absatzfähigkeiten 
aneignete, in der Kunst der Menschenbehandlung nicht unerfahren blieb, konnte den 
neuen Aufgaben vollkommen gerecht werden. Nicht leicht war es, sich die nötige 
klare Übersicht über die neugestalteten Verhältnisse der Zeit zu verschaffen. Nur durch 
gehobene Allgemeinbildung, nur durch vertiefte Kenntnisse war die rasche Entschluß 
fähigkeit zu erwerben, die keine günstige Gelegenheit ungenützt vorübergehen ließ. 
Gustav v. Mevissen, der selbst alle Bildungsmöglichkeiten seiner Zeit von 
Jugend an sich zunutze machte, aber klar erkannte, wie schwer die nötigen Kenntnisse 
auf autodidaktischem Wege, lediglich durch Selbstunterricht zu gewinnen waren, 
wählte den Tag der goldenen Hochzeit des Kaiserpaares, den 11. Juni 1879, um mit 
seinen Absichten an die Öffentlichkeit zu treten, indem er der Stadt Köln ein nam 
haftes Kapital zur Verfügung stellte, das den Grund zu einer Handelsakademie legen 
sollte. 
Die Aufgaben, die er für die geplante Hochschule in Aussicht nahm, legte er bei 
diesem Anlaß eingehend dar. „Die Handelsakademie soll die Bestimmung haben, als 
akademische Hochschule der Universität in Bonn und der Polytechnischen Schule in 
Aachen ergänzend zur Seite zu treten, um einem mehr und mehr sich aufdrängenden 
Bedürfnisse der Gegenwart zu begegnen und speziell in der Stadt Köln einen 
Mittelpunkt wissenschaftlichen Lebens und Strebens zu 
bilden, dessen sie dringend bedarf, wenn nicht einseitige Erwerbsrichtungen im 
Leben der Metropole des Rheinlands zu dominierend in den Vordergrund treten 
sollen. Die geplante Anstalt soll, die Bedingungen späterer erfolgreicher Tätigkeit 
auf dem Gebiete des Erwerbslebens in sich aufnehmend und dieselben kultivierend, 
neben einer gründlichen Fachbildung zugleich die allgemeine menschliche Bildung 
nach wissenschaftlicher Methode fördern und im Manne des Fachs zugleich den fest in 
sich ruhenden Charakter, den sittlichen selbstbewußten Menschen erziehen." 
Eine besondere Denkschrift entwickelte die Aufgabe und den Lehrplan der Anstalt 
im einzelnen. Sie griff über das Programm einer Fachschule weit hinaus; die junge 
handeltreibende Welt sollte vor allem lernen, wie die Tätigkeit des weltumblickenden 
Großkaufmannes, des Führers im nationalen Wirtschaftsleben, mit dem Staat und 
dem allgemeinen Fortschritt zusammenhängt. Gediegene und ausgebreitete Fach 
bildung sollte eine Auslese der kaufmännischen Jugend Deutschlands befähigen, über 
den Nächstliegenden direkten Vorteil hinaus zu erfassen, wo die großen produktiven 
Aufgaben und Ziele der Zukunft liegen, um so auf dem ökonomischen Gebiete die 
Machtstellung Deutschlands aufrecht zu erhalten, die es auf dem politischen Gebiet 
errungen hatte. 
Mevissen wollte also in Ergänzung einer guten Schulbildung, die neben der 
Lehre eine wesentliche Voraussetzung für den kaufmännischen Beruf bildet, und neben
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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