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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

350 Zweiter Teil. Handel. XVI. Amtliche Handelsvertretungen. 
kammern bestimmt, und in diesen überwiegen als Mitglieder nicht die Kaufleute im 
engeren Sinne, sondern die Industriellen. Sodann lehrt ein überblick über das 
Arbeitsgebiet des Deutschen Handelstags, daß von ihm ebensowenig die auf die 
Industrie wie die auf den Handel bezüglichen Angelegenheiten vernachlässigt werden, 
mag auch in früheren Jahrzehnten dies oder jenes Versäumnis (z. V. betreffs 
Arbeiterversicherung) begangen worden sein. Schließlich ist auch in den meisten An 
gelegenheiten, welche die wirtschaftlichen Körperschaften beschäftigen, eine Scheidung 
der industriellen und kommerziellen Interessen gar nicht möglich. Wie es sich als 
zweckmäßig erweist, daß in den Handelskammern kraft Gesetzes Industrie und Handel 
in den einzelnen Bezirken ihre gemeinsame Vertretung finden, so ist es auch für 
den Deutschen Handelstag ein besonderer Vorzug, daß er die das ganze Reich um 
fassende Vertretung der genannten beiden Berufszweige darstellt. 
Die Vollversammlungen des Deutschen Handelstags finden in der 
Regel nur einmal jährlich statt und pflegen von etwa 300 Personen besucht zu werden. 
Beide Umstände machen es erforderlich, in der Auswahl der in ihnen zu erörternden 
Angelegenheiten Beschränkung zu üben. Die weitaus meisten, insbesondere die für 
eine Beratung in großer Versammlung minder geeigneten Angelegenheiten werden 
von dem in wohlüberlegter Weise aus etwa 50 Personen zusammengesetzten Aus 
schuß erledigt und der Vollversammlung nur im Geschäftsbericht unterbreitet, zu dem 
Bemerkungen gemacht werden können. Zur Vorbereitung der Ausschußsitzungen und 
Vollversammlungen wurden früher nur in einzelnen besonderen Fällen Kommis 
sionen eingesetzt. Seit Jahren hat sich aber die Tätigkeit des Deutschen Handelstags 
derart gesteigert, daß neben solchen Sonderkommissionen eine Reihe ständiger Kom 
missionen eingerichtet werden mußte. In diesen Kommissionen vollzieht sich jetzt ein 
großer Teil der Arbeit des Deutschen Handelstags unter hingebender und lebhafter 
Beteiligung seiner Mitglieder. 
Während die Vertretungskörperschaften für das Handwerk von Reichs wegen 
errichtet sind, sind diejenigen für Industrie und Handel wie auch für die Landwirtschaft 
Sache der Einzelstaaten. Es bestehen die Handelskammern auf der Grundlage eines 
preußischen Gesetzes, eines sächsischen Gesetzes usw. Aus diesem Grunde kommt für 
den Deutschen Handelstag ein amtlicher Charakter, mag man den für wünschens 
wert halten oder nicht, n i ch t in Frage. Er ist ein freier Verband gesetzlicher Körper 
schaften. Gleichwohl wird er natürlich auch von den Behörden anerkannt und in 
Anspruch genommen. Wie die erste Vollversammlung des Deutschen Handelstags in 
Heidelberg im Auftrag des Großherzogs von Baden vom Präsidenten des badischen 
Handelsministeriums mit einer trefflichen Rede*) begrüßt wurde, so wird der Deutsche 
*) Aus Weizels Rede mögen zwei Stellen nach Gensel, Der Deutsche Handels 
tag in seiner Entwickelung und Tätigkeit 1861—1901. Berlin, Carl Heymanns Verlag, 1902. 
S- 4 hier Platz finden: 
„Ein reiches Gebiet der Tätigkeit liegt vor Ihnen; Sie werden Ihre Aufgabe lösen, 
weil Sie derselben sich klar bewußt sind. Wohl werden sich auch Ihnen große Schwierig 
keiten in den Weg stellen, denn wo es sich um Interessen handelt, liegt der Widerstreit derselben 
sehr nahe. Eine ruhige und objektive Vorprüfung aller wichtigeren Fragen, ein offener 
gegenseitiger Austausch der Überzeugungen wird aber wohl manches Vorurteil, manches Miß 
verständnis und vorgefaßte Meinungen beseitigen und auf eine Übereinstimmung der An 
sichten hinwirken. Und wo dies oft kaum erreichbar erscheint, da wird die Liebe zum ge 
meinsamen großen Ganzen der Leitstern sein, der Sie den rechten Weg führt. So werden 
gewiß die Interessen des deutschen Handelsstandes eine Vertretung finden, der es an Erfolg 
nicht fehlt. 
Lassen Sie mich aber noch eine weitere und wohl von allen die schönste Hoffnung 
aussprechen, die ich an den Bestand und das Gedeihen des Handelstages so gerne geknüpft
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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