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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

5. Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein. 9 
Stein die Leitung der westfälischen Bergämter, nachdem er vorher noch ganz be 
sonders eingehend Maschinenbau, Grubenbau und Hüttenwesen kennen gelernt hatte. 
Mit rastloser Energie suchte er, in seinem neuen Amtsbezirk erfolgreich Verkehr und 
Industrie zu fördern. 1786 führten ihn auch Studienreisen nach England, wo er aus 
das eifrigste den englischen Maschinenbau, das Berg- und Hüttenwesen em Jahr lang 
studierte. Mit unauslöschlichen Eindrücken von der Bedeutung der Technik nicht nur, 
sondern auch von der Tatkraft eines zu politischer Selbstbestimmung schon so früh 
gekommenen Volkes kehrte Stein in seinen Wirkungskreis zurück, wo sich >ur l^ne 
technischen Bestrebungen ein iminer größeres Arbeitsfeld bot, bis dann die äußerste 
Not Preußens ihn zu seiner großen geschichtlichen Aufgabe berief. 
Den damaligen Kreisen, die noch in dem Geist der mittelalterüchen Feudal 
staaten, der strengen Ständeordnung und der uneingeschränkten absolutistischen ^re- 
gierungsweise lebten, müssen die Ideen Steins, die darin gipfelten, „die Feff eln 
zuzerbrechen,durchwelchedieBureaukratiedenA uff chwung 
der menschlichen Tätigkeit hemmte", geradezu revolutionär vorge 
kommen sein. Stein war der große Erzieher, für ihn war der Staat ein Erziehungs- 
institut ersten Ranges, und diese auf reicher Lebenserfahrung beruhende An 
schauungsweise Steins können wir heute und weit über unsere Zeit hmaus noch als 
bestimmend für die fortschrittliche Entwicklung von Staat und Techmk gleicherweise 
ansehen. Von Stein rührt das Wort her: „Man tötet, indem man die Burger von 
aller Teilnahme an der Verwaltung entfernt, den Gemeingeist." Das war praktisch 
bei dem elenden Zusammenbruch Preußens in die Erscheinung getreten. Aer hieß 
es, den Hebel einsetzen. Die Organisationsformen, die wir mit dem Begrsts «ewsr- 
verwaltung zu bezeichnen pflegen, sollten das Mittel fein, den „Gememgelst zu sor- 
dern. „Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Somunb = 
schuft hemmt sein Reifen," das waren die Worte, die femes Mitarbeiters 
Hand über den ersten Entwurf zur Steinschen Städteordnung gesetzt hatte. 
Diese epochemachende Bedeutung gerade der Steinschen grundlegenden Ge 
danken rechtfertigt es auch, daß wir mit wenig Worten noch etwas naher hierauf ein 
gehen. Hier beschäftigt uns besonders auch der „Plan zu emer Een Organisation 
der Geschäftspflege im Preußischen Staat vom 23. November 1807 , bei dem auf die 
Einrichtung technischer und wissenschaftlicher Deputationen 
größter Wert gelegt wurde. Nicht weniger als sieben solcher Körperschaften sollten 
eingerichtet werden. Beamte und Laien sollten hier sich ergänzend gemeinsam sur 
das Wohl des Ganzen arbeiten. In der Erörterung dieser Frage im Jmmedlatbericht 
weist Stein klar und deutlich auf die großen Nachteile hin, die sich ergeben wurden, 
wenn die Verwaltung ausschließlich angestellten Beamten — Geschäftsmänner nennt 
sie Stein — überlassen würde, und dann fährt er fort: .. T ,, 
»Es ist nicht möglich, daß letztere in Geschäftszweigen, welche ganz^ vorzügliche 
wissenschaftliche oder technische Kenntnisse erfordern, eine ganz volleichete Bildung 
haben oder, wenn dieses auch bei ihrem Eintritt in den Dimst der Fall war, sich 
solche im Drang der Geschäfte erhalten und gehörig mit der Wissenschaft oder Kunst 
fortschreiten. Daß dieses der Fall fei, gehört zu den Ausnahmen, auf welche nich 
gerechnet werden kann. Es entsteht daher gewöhnlich eine unvollkommen^ Leitung 
solcher Geschäftszweige, und werden solche auch aus kurze Zeit e nmal durch 
die vorzüglichere Qualifikation eines Geschäftsmannes weiter gebracht, so tritt bald 
wenn er abgeht oder veraltet, wieder ein nachteiliger Stillstand em. Diesem Nachteil 
läßt sich nur durch die Beiziehung wissenschaftlicher und technischer Männer aus allen 
Ständen, als Ratgeber der Geschästsmänner in diesen Geschäftszweigen, vorbeugen. 
Diese selbst als Geschäftsmänner für die preußische Monarchie anzustellen, geht mch 
°n. da es ihnen oft an der zur Wirksamkeit als wirkliche Diener durchaus erforder-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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