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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Industrie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

362 Dritter Teil. Industrie. I. Allgemeines und Grundsätzliches. 
dann nach Belieben zusammenzusetzen und wieder und wieder zu benutzen, war der 
leitende Gedanke Gutenbergs. Nun aber galt es, eine ganze Reihe von Nebener 
findungen zu machen, die durch kostspielige und langwierige Versuche vervollkommnet 
werden mußten, ehe ein brauchbares Ergebnis erzielt werden konnte. Die bleiernen 
Lettern und alles, was mit der Schriftgießerei zusammenhängt, die Druckerschwärze, 
die Handpresse waren zu diesem Zweck erforderlich. Jahre harter Arbeit, das Heran 
ziehen der verschiedensten Erfahrungen von Handwerkern und Künstlern, vor allem 
die oft so schwierige Beschaffung von Geldmitteln, — das alles war nur möglich, 
wenn der geniale erste Gedanke des Erfinders gestützt und getragen war von einer Cha 
rakterstärke, die durch ein langes mühevolles Leben manchmal bis zum Brechen geprüft 
wurde. Die Geschichte dieser Erfindung zeigt mit besonderer Deutlichkeit, daß mit 
dem zündenden Gedankenblitz, so unerläßlich er ist, nichts ausgerichtet ist, wenn sich 
mit dem Genie nicht ein Charakter paart, der die Kraft hat, äußeres Glück, Gesundheit, 
ja das Leben selbst zu opfern, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Wir sehen hier 
die ethische Seite des Erfinders im schönsten, zuzeiten aber auch — wie, als Guten 
bergs Geldmann Fust mit dem ganzen materiellen und geistigen Besitz des Erfinders 
diesen im Stich zu lassen drohte, — wir sehen sie im peinlichsten Lichte, bei dem 
tausend andere den Glauben an die Sache und an Recht und Gerechtigkeit verloren 
hätten. 
Von nun an ging die Menschheit unserer Kulturwelt mit immer rascherem 
Schritte auf dem Wege weiter, der sich heute für uns in buchstäblich unabsehbarer 
Ferne verliert. Zwei Jahrhunderte später begegnen wir dem eigentlichen Erfinder 
der Dampfkraft, einem Franzosen, der in Deutschland und England die Werkstätte 
feines Geistes aufgeschlagen hatte. Bei ihm sehen wir wieder, wie zu den Zeiten des 
Archimedes, Forschen und Erfinden in engster Verbindung. Papin war ein Gelehrter 
mit stark ausgeprägtem Sinn für praktische Betätigung. Er begann die Reihe 
seiner Erfindungen mit dem Papinschen Topf, der ersten und einfachsten Form des 
künftigen Dampfkessels, und beobachtete und verwertete zuerst die Wirkungen der 
Kondensation des Dampfes. Hieran knüpfte sich die erste Form einer Vorrichtung 
zur Kraftgewinnung aus Wärme, der glänzendste und fruchtbarste Gedanke seit 
Jahrhunderten, der Kern einer heute kaum mehr zu übersehenden Reihe von mehr 
oder weniger originellen Erfindungen. Denn bei der Entwicklung der Dampfmaschine 
sehen wir auch fast zum erstenmal eines jener komplizierten Erzeugnisse des Erfinder 
geistes, die nicht von einem Mann, nicht von einer Generation fertiggestellt werden, 
sondern die nach zahllosen Wandlungen, mit immer neuen sinnreichen Verbesserungen 
versehen, sich asymptotisch einem gewissen Ideal nähern, in dem erst die Erfindung 
als abgeschlossen erscheint. Man ist heute noch nicht ganz klar darüber, ob der 
erfindungsreiche Papin in der Tat schon eine Art Dampfschiff gebaut hat, mit dem auf 
der Fulda Versuche angestellt wurden. Jedenfalls blieben ihm in Deutschland die 
Mittel versagt, sein Schiff nach England zu senden. Aber schon auf der Weser wurde 
es von den entrüsteten Schiffern zertrümmert, — eines der hundert Beispiele des 
Martyriums wahrer Erfinder. Papin selbst starb im Elend in England und hinterließ 
einen letzten wahrhaft erschütternden Brief, in dem er seine Lage und sein Schicksal 
beklagt. 
Eine wirklich brauchbare Form erreichte die Erfindung bekanntlich unter den 
Händen des englischen Mechanikers James Watt, der neben der Genialität des 
geborenen Erfinders jene Zähigkeit des Charakters besaß, ohne die ein durch 
schlagender Erfolg in solchen Dingen nicht zu erzielen ist. Neben der radikal neuen 
Art der Verwendung des Dampfes durch seinen direkten Druck in doppeltwirkendem 
Zylinder mit getrenntem Kondensator ersann Watt eine solche Menge von sinnreichen 
Einzelnheiten, wie die Anwendung der Kurbel und des Schwungrades, die Drossel-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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