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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Industrie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Unternehmer und Arbeiter. 
365 
rhythmische Rasseln der Räder eines Schnellzugs nur in sehr primitiver Weise, wir 
selbst vielleicht in unseren Feierstunden, in denen wir sind wie andere Menschen auch. 
Nebenbei bemerkt: es steckt viel Menschliches in einem Ingenieur, was die Welt außer 
unseren Kreisen erst noch zu lernen hat. 
Daran liegt es wohl, daß die schöne Literatur in ihren besten und größten 
Werken das fruchtbare Gebiet der modernen Technik in auffallender Weise vernach 
lässigt. Fast jeder andere Beruf kann stolz auf ein Buch oder eine Reihe von Büchern 
hinweisen, die ihn dem allgemeinen menschlichen Empfinden nahebringen und dadurch 
ihn und sich selbst verherrlichen. Edelmann, Bettelmann, Bauer, Soldat, alle haben 
ihre Dichter gefunden. Dem Künstler, dem Handwerker, dem Kaufmann, dem Arzt, 
dem Juristen, dem Theologen haben bedeutende Schriftsteller ein Denkmal errichtet. 
Wir sind noch immer fast leer ausgegangen. 
Unsere größten Dichter allerdings hatten trotz des enger begrenzten Geistes ihrer 
Zeit auch in dieser Richtung die Gabe des Hellsehens. Goethes greiser Faust 
schließt in einer der größten Dichtungen aller Zeiten ein überreiches Leben mit der 
Arbeit des unermüdlichen Kulturingenieurs, Dämme bauend, Kanäle grabend, nach 
dem ihn die bloße Geistesarbeit und die höchsten Genüsse des Daseins an die Grenze 
der Verzweiflung geführt hatten. Schiller knüpft in einem Gedicht, das nach 
einem Jahrhundert noch nichts von seiner männlichen Kraft und seiner lyrischen Zart 
heit verloren hat, an das Werk einer Glockengießerei Gedanken, die das ganze 
Menschenleben mit einer Fülle von Poesie überschütten. Drum waren diese Herren 
keine Studierstuben- und Kaffeehauspoeten und sahen trotz aller Sehnsucht nach 
klassischen Schönheitsidealen, die auch sie nicht wieder beleben konnten, — denn die 
Menschheit hat keine zweite Jugend — daß das Leben in seiner Arbeit, das Schaffen 
am Webstuhl der eigenen Zeit, die Quelle der gesundesten Poesie ist und bleibt. 
Allerdings wissen unsere heutigen Problem- und Weltjammerdichter mit derlei 
Stoffen nichts anzufangen. Wollen sie der Abwechslung wegen die Naiven und 
Harmlosen spielen, so genügt es ihnen, in tausendfacher Wiederholung die Frage zu 
lösen, ob und wie ein Gänschen feinen Gänserich bekommt. Sind sie des unschuldigen 
Tones satt, was in neunzig von hundert Fällen zutrifft, so finden sie einen doppelten, 
kreuzweisen Ehebruch interessanter als alles Große, das unsere Zeit mit ihrer un 
erschöpflichen Zeugungskraft hervorbringt. Auch die Geistreichsten unter ihnen, wenn 
sie diese Seite des modernen Lebens streifen, hören nur die unvermeidlichen Disso 
nanzen, die durch jede Zeit des Kampfes gellen, sehen nur das Elend, das, wie die 
Schlacken den reinen Metallstrom der Hochöfen, unsere großen, hart erkämpften Er 
folge begleitet. Selbst die Berufensten, sobald sie den Qualm der Essen bemerken 
oder das Pochen unserer Hämmer hören, flüchten hinaus in Wald und Flur oder 
auf die abgegrasten Gefilde vergangener Jahrhunderte.*) 
3. Unternehmer und Arbeiter. 
(Ein Rückblick auf mein Leben.) 
Von Alfred Krupp. 
Krupp, Ein Wort an die Angehörigen meiner gewerblichen Anlagen. Als Manuskript 
gedruckt. Essen, Buchdruckerei des Kruppschen Etablissements, (18771- S. 6—8 und S- 10. 
Es ist bekannt, daß im Jahre 1826 die verfallene Gußstahlfabrik ohne Vermögen 
mir zur Führung anvertraut wurde. Mit wenigen Leuten fing ich an, sie verdienten 
*) Ausnahmen, wie z. B. Rosegger in seinem „Heimgarten" (Oktober 1899, Heft 1, 
S. 56), können nur die Regel bestätigen. (Vgl. Eyth a. a. O. S- 22*). — G- M.s
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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