Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Industrie
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

418 Dritter Teil. Industrie. IH. Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung rc. 
nicht länger als 10 Stunden täglich arbeiten dürften, während sie vorher 14, IS und 
16 Stunden hatten arbeiten dürfen. Frauen und Kinder — weiter niemand — fielen 
unter das Gesetz, und es war auch beschränkt aus das Gebiet der Textilindustrie. 
Anhänger und Gegner dieser Maßregel wußten aber, daß die Bedeutung derselben 
nicht liege im Schutz von Frauen und Kindern, — daß diese auf 10 Stunden beschränkt 
würden — sondern darin liege, daß diese Maßregel auf ein paar hunderttausend er 
wachsene männliche Arbeiter übergreifen würde, daß diese ein paar Stunden 
weniger ausgebeutet würden. Denn auf diesem Arbeitsgebiete ist die Arbeit der 
Frauen und Kinder mit derjenigen der Männer in solcher Art konnex, daß eine Ein 
schränkung der einen gar nicht möglich ist ohne Einschränkung der anderen. Die am 
schärfsten Widerstrebenden hatten ihre Argumente nicht in Nachteilen für die Frauen 
und Kinder, sondern in den Nachteilen, die die gleichzeitige Beschränkung der Arbeit 
der Männer befürchten ließe. 
Die nächste Folge dieser Gesetzgebung war ein großer Jammer in England, der 
Jammer darüber, daß eine große, wichtige und bedeutsame Industrie vernichtet sei, 
daß sie in der Konkurrenz mit dem Auslande wehrlos geworden sei, daß das Kapital 
auswandern müsse, uni nur die notdürftigste Rentabilität zu erzielen. 
Wenige Jahre haben ausgereicht, um ein vollkommen anderes Urteil über diese 
Maßregel zu ermöglichen. Es zeigte sich nämlich nach wenigen Jahren: das englische 
Kapital wanderte nicht aus, die englische Textilindustrie ist gar nicht benachteiligt 
worden; man hat bessere Maschinen angeschafft, hat die Spindeln schneller laufen 
lassen, hat ein und demselben Mann doppelt so viel Spindeln zu bedienen gegeben 
und hat gefunden, daß dabei die Unternehmer ein vorzügliches Geschäft machten, — 
daß sie mit 10 Stunden viel leistungsfähiger geworden waren als vorher mit 14 oder 
16 Stunden. 
Das Bemerkenswerte war, daß in diesem Fall ein Gesetz, das nur für England 
galt, allgemeines Gesetz geworden ist, daß dieses tatsächlich die Bedeutung eines 
internationalen Gesetzes gewonnen hat, in der Art, daß man sagen kann, der Wider 
schein des Lichtes, welches eine weitblickende Gesetzgebung damals in England hat 
aufleuchten lassen, hat ganz Europa erleuchtet. 
Und davon kann ich noch persönlich Zeugnis ablegen. Ich selbst habe mit meinen 
eigenen Augen den Widerschein gesehen. Denn mein Vater war Spinnmeister in 
Eisenach; er hat bis Anfang der fünfziger Jahre jeden Tag, den Gott werden ließ, 14, 
15, 16 Stunden bei der Arbeit stehen müssen: 14 Stunden, von morgens 5 bis abends 
7, bei normalem Geschäftsgang; 16 Stunden, von morgens 4 bis abends 8 Uhr, bei 
gutem Geschäftsgang, — und zwar ohne Unterbrechung, selbst ohne Mittagspause. 
Ich selbst habe als Junge zwischen 5 und 9 Jahren jeden Tag abwechselnd mit meiner 
um ein Jahr jüngeren Schwester, wenn das Wetter nicht gar zu schlecht war und die 
Mutter den sehr weiten Weg dann lieber selber machte, meinem Vater das Mittags 
brot gebracht. Und ich bin dabei gestanden, wie mein Vater sein Mittagessen, an eine 
Maschine gelehnt oder auf eine Kiste gekauert, aus dem Henkeltopf mit aller Hast ver 
zehrte, um mir dann den Topf geleert zurückzugeben und sofort wieder an seine Arbeit 
zu gehen. 
Mein Vater war ein Mann von Hünengestalt, einen halben Kopf größer als 
ich,*) von unerschöpflicher Robustheit, aber mit 48 Jahren in Haltung und Aussehen 
ein Greis; feine weniger robusten Kollegen waren aber mit 38 Jahren Greise. Das 
ist in Deutschland am grünen Holz geschehen; denn die Eisenacher Fabrikherren 
waren menschlich hochstehende Leute, wohlwollend und fürsorglich für ihre Arbeiter, 
wie ich an mir selbst erfahren habe. Was sie damals geschehen ließen, haben sie, des 
*) Abbe selbst maß fast 2 i», war aber sehr hager. sCzapski.j
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.