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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

7. Ernst Wilhelm Arnoldi. 
15 
... Arnoldi war ein self-made man. Wir haben es aus seinem Munde, wie 
uritlg, wie mangelhaft, wie planlos seine Erziehung, wie viel reicher sie an Gelegen 
heit zur Mißbildung wie an wohltätiger geregelter Einwirkung war. Der gute Keim, 
>e gute Tradition und die reichen Anlagen, — das war alles, was er aus dem Vatsr- 
yache mitbrachte. Alles andere, was not tat und ihm zumal, dem zu großen Dingen 
erufenen, not Lat, mußte er sich nach eigenem Regime erwerben. Er hat es er- 
^orben im Schweiße seines Angesichts. 
bl oft macht das Bewußtsein solchen eigenen Verdienstes hoffärtig! Wie oft 
ewt an dem, der so auf eigenen Füßen und ohne planmäßige Einwirkung von 
haften! geworden, ein gewisser Makel der Unfertigkeit oder der Einseitigkeit 
W ÜOn ordern gewahren wir bei Arnoldi. Sein mühsam erworbener 
d °hU' mochte ihn, der, dem frohen Lebensgenüsse zugänglich wie irgendeiner, doch 
as bescheidenste bürgerliche Leben führte, nur wohltätig, über die Ehrenerweisungen, 
le ihm zuteil wurden, empfand er gewiß eine ganz ungeheuchelte Freude. Aber 
ei entfernt war er von dem Wahne, daß dergleichen den Wert des Menschen er 
höhen könne .... 
Auch sonst hatte er nichts, nicht das mindeste vom Emporkömmling. Sein ganzes 
Aresen war harmonisch, sein Benehmen das eines sorgsam erzogenen Mannes. Die 
raftausdrücke, deren er sich bisweilen bediente, und deren einige als „geflügelte 
f äi 6 9r° U Gedächtnis der Leute hasten geblieben sind, können diesem Urteil 
(SrT ^beuch tun; sie waren ein Zeugnis seiner tapferen Männlichkeit und der 
arte seiner Empfindung. Sie waren vielleicht auch gut thüringisch. Denn in 
yuringen liebt man, sich kräftig auszudrücken. Sie würden kaum aufgefallen fein, 
enn sie charakteristisch für seine gewöhnliche Redeweise gewesen wären. 
Grazie und Urbanität in der Form bei ernstem und festem Willen machten ihn 
d ^D'^bling der Frauen, zum meist siegreichen und doch nicht gehaßten Gegner in 
m er Debatte, zum Führer in der Ratsversammlung, zum geschickten und glücklichen 
ermittler bei hoch und niedrig. 
» h mar bin treuer Freund. Der Kreis derer, mit denen er freundschaftlich 
ickUu rte * n .der Heimat und draußen, war ein sehr großer. Die besten Männer 
aa es sich zur Freude und Ehre, mit ihm zu verkehren; mit wenigen war er 
Ü ^. vertraut. Diesen wenigen gegenüber faßte er seine Freundschaft ganz im 
llas, ischen Sinne auf. 
, Gin echter deutscher Familiensinn war ihm eigen. Nirgends fühlte er sich 
tA’ f o* s * m Schoße seiner Familie. Nichts, nicht die Erfolge seiner gemeinnützigen 
niM v °* 5er ‘ 3a5 allmähliche, wenn auch bescheidene Wachstum seines Wohlstandes, 
Gt die Ehre und den Ruhm, die ihm reichlich zuteil wurden, pries er lauter und 
mbarer als das Glück seines Hauses. 
Arnoldi war mit einem ausgeprägten Schönheitssinn ausgestattet. Die 
beih n 5561 ^ atur wie die der Kunst wußte er innig zu genießen, und sein Verständnis 
in töar Eow gewöhnliches. Besonders innig liebte er die Natur. Er hat sie nie 
ihren größten landschaftlichen Zauberwerken geschaut. Aber seine thüringensche 
bennat bot ihm im kleinen des Entzückenden genug, und leicht fand er immer das 
schönste heraus. Seine liebsten Erholungen waren seine Spaziergänge in die nähere 
oer fernere Umgebung der Stadt. Oft durchstreifte er, sich neue Lebenskraft zu 
yolen, den Thüringer Wald, dessen höchste Spitzen er, seltsamerweise, obwohl sie von 
otha aus sichtbar sind und immer in ihrem blauen Duft zum Besuche reizen, erst in 
leinen späteren Jahren aufsuchte. Kein Wunder, daß auch in seinen Dichtungen diese 
sinnige Freude an der Natur oft zum Ausdruck kommt. Meist ist das Naturbild 
r der Träger verwandter Empfindungen und Gedanken.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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