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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

442 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. I. Weltwirtschaft. 
2. tatkräftige Förderung der nationalen wirtschaftlichen Unternehmungen, 
einschl. der Kolonialbestrebungen; 
3. Erhaltung und Ausgestaltung von Heer und Flotte, welche ebenso wie der 
Handel in unserem Zeitalter als wirtschaftlich produktiv aufzufassen sind; 
4. Anpassung der Verwaltung und Rechtsbildung an die wirtschaftlichen Ver 
hältnisse der Gegenwart; 
5. Herstellung eines Gleichgewichts zwischen den vielgestaltigen Anforderungen 
unserer Zeit und der körperlichen Leistungsfähigkeit der Individuen durch Förderung 
und Ausbreitung der Bestrebungen für Leibesübungen, vielleicht auch der Handarbeit 
(Hygiene). 
Die zweite Forderung der Nationalerziehung besteht darin, dafür zu sorgen, daß 
die alten Aufgaben der Nation nicht über den neuen vernachlässigt werden, daß diese 
ihrer Geschichte getreu bleibt. 
Als dritte und letzte Forderung der Nationalerziehung möchte ich den Nachweis 
bezeichnen, daß die alten und die neuen Aufgaben der Nation miteinander verträglich 
find, woraus natürlich auch die Notwendigkeit folgt, dieser Einsicht gemäß zu handeln. 
Dabei wird man — um eine auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens viel besprochene 
Frage zu berühren — dem Staate von vornherein das Recht zugestehen müssen, 
überall da einzugreifen, wo der Gemeinsinn nicht stark genug ist, egoistische Sonder 
bestrebungen zu unterdrücken. 
Im einzelnen möchte ich hier noch die Forderung hervorheben, daß die Träger 
der alten und der neuen Aufgaben sich immer mehr gegenseitig verstehen und achten 
lernen, mehr, als dies im allgemeinen zurzeit der Fall ist. Die Überschätzung des 
eigenen und die Unterschätzung des fremden Berufes ist heute noch weit verbreitet. 
Dazu kommt ferner die Forderung, daß sich innerhalb desselben Berufes die ver 
schiedenen Verzweigungen und die verschiedenen Stufen wirklich in ihrer gegenseitigen 
Bedeutung anerkennen. 
Was hier noch zu tun ist, zeigt sich am besten, wenn man die tatsächlichen Be 
ziehungen der Vertreter des Wirtschaftslebens und der Vertreter der sog. gelehrten 
Berufe betrachtet, die ja gewissermaßen die beiden Enden in der Kette unserer Berufs 
stände bilden. Wie fremd stehen jene oft den Aufgaben und Leistungen der reinen 
Wissenschaft und Kunst gegenüber, — anderseits ist weder bei der Eröffnung des 
Nordostseekanals noch bei der Übergabe der Brücke bei Müngsten der Ingenieure, 
welche diese Riesenwerke geschaffen haben, mit einem Worte gedacht worden. 
Der Aufwand von Verstand und Willen im wirtschaftlichen Leben ist mindestens 
ebensogroß wie in der reinen Wissenschaft, man denke z. B. bloß an die Kette von 
Überlegungen, die ein Großkaufmann nötig hat, um etwa nur den wahrscheinlichen 
Preis des nordamerikanischen Weizens in Deutschland für eine bestimmte Zeit fest 
zustellen, und an die Handlungen, welche dieser Überlegung folgen müssen. Schon 
Goethe sagt uns: „Ich wüßte nicht, wessen Geist ausgebreiteter wäre, ausgebreiteter 
fein müßte als der Geist eines echten Handelsmannes" ff. oben S. 52s. Und 
wie find seitdem die Anforderungen gewachsen! Freilich kommt es ja nicht bloß 
auf eine reiche Entfaltung des Verstandes und auf eine mächtige Äußerung des 
Willens an, es handelt sich auch darum, Bleibendes zu schaffen. Nun, aus dem 
Wirtschaftsleben heraus ist ja gerade die Wissenschaft erwachsen, welche wir als 
Wirtschaftslehre bezeichnen, und ich stehe nicht an zu behaupten, daß sie an ihre 
Jünger in jeder Beziehung die höchsten wissenschaftlichen Anforderungen stellt, die 
überhaupt denkbar sind. Aber das Gemüt! Und der Idealismus! Was heißt 
Idealismus? Ideal ist nur eines in der Welt, nämlich die selstlose 
Arbeit im Dienste einer Idee. Finden wir mehr Idealismus bei den 
Spezialisten der Wissenschaft oder bei den Vertretern des Wirtschaftslebens? Ich
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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