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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

18 
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle. 
deckt werden mußte, während sie tatsächlich nur eine Fortsetzung Listscher Gedanken- 
gänge darstellt? 
Und findet Friedrich List etwa heute die Beachtung, die er auch als Theore 
tiker verdient? Ich fürchte fast, diese Frage verneinen zu müssen. Es ist verwun 
derlich, daß man sich heute viel Mühe gibt, alte englische und französische Abhand 
lungen in deutschen Übersetzungen herauszugeben, während man den reichen Schatz 
volkswirtschaftlicher Erkenntnis unbehoben läßt, den List in zahllosen Zeitschriften 
verschwenderisch ausgestreut hat,*) 
Und wie viel fehlt heute noch zum Verständnis des Volkswirtes List! In einer 
deutschen Stadt, die List längere Zeit beherbergte, findet sich keine Straße, die Lifts 
Namen trägt, weil die freihändlerisch gesinnte Bürgerschaft von ihm nichts anderes 
weiß, als daß er Schutzzöllner ist. Eine angesehene deutsche Handelskörperschaft er 
klärt, keinen Beitrag zu unserem Denkmal spenden zu können, weil es zurzeit, d. h. 
bei der derzeitigen fchutzzöllnerischen Strömung im Reiche, nicht opportun sei, den 
Vertreter des Schutzzolles zu feiern. Man weiß nicht, soll man lachen oder weinen 
über solchen Unverstand. Weite Kreise in Deutschland und Österreich haben sich eben 
gewöhnt, List vorzugsweise mit der Streitfrage über Schutzzoll und Freihandel in 
Verbindung zu bringen. Und gewiß in so fern mit Recht, als List der erste und 
wirksamste Theoretiker des Schutzzolles war, unter dessen Einfluß Fürst Bismarck 
bewußt oder unbewußt stand, als er 1879 mit dem Freihandelssystem brach, dessen 
Ausführungen noch heute die schneidigste Waffe im Lager der Schutzzöllner bilden. 
Auch in so fern mit Recht, als List richtig erkannt hatte, daß in Deutschland kein 
wirtschaftlicher Aufschwung und Fortschritt möglich sei, ehe ein gemeinschaftliches 
Handelsgebiet hergestellt und die erstickenden Zwischenzölle einer einheitlichen Zoll 
grenze gewichen seien. Daß er für die damals in ihren Anfängen befindliche, von 
der überlegenen englischen Fabrikproduktion hart bedrängte deutsche Industrie einen 
Erziehungszoll verlangte, wird kein Einsichtiger tadeln wollen. Aber derjenige kennt 
List schlecht, der in ihm den Rur-Schutzzöllner erblickt. Er war nie ein Mann der 
Schablone, auch in der Frage des Schutzzolles nicht. „Wäre ich als Engländer zur 
Welt gekommen," sagt er selbst, „würde ich Freihändler sein." Immer hat ihm die 
Welthandelsfreiheit als das erstrebenswerte Ziel vorgeschwebt. 
Gerade die Kreise des Handels und der Industrie, die List heute noch ver 
kennen, weil sie von ihm wenig mehr wissen, als daß er Schutzzöllner war, sollten be 
denken, daß er es war, der die Regierungen und das große Publikum auf die Not 
wendigkeit der Beachtung wirtschaftlicher Fragen hingewiesen, der die Industriellen 
und Kaufleute gesammelt, ihren Wortführer gemacht, sie mit Standesbewußtsein 
erfüllt hat. 
Unvergessen in den Blattern deutscher Geschichte muß es bleiben, welchen Anteil 
Friedrich List an der Gründung des Deutschen Zollvereins genommen hat. Ohne 
Zollverein kein Deutsches Reich; auf der Grundlage der wirtschaftlichen Einigung erst 
*) Vgl. jetzt: Kernsprüche und Kernstücke aus Friedrich Lifts 
Schriften. Ausgewählt von Mollat. Gautzsch b. Leipzig, Felix Dietrich, 1908. Die 
Quellen der „Kernsprüche und Kernstücke" sind die folgenden Veröffentlichungen Lifts: 1. Das 
nationale System der politischen Ökonomie. 1841. 7. Ausl. Mit einer historischen und kri 
tischen Einleitung von Eheberg. Stuttgart, I. G. Cotta, 1883. — 2. Mitteilungen aus 
Amerika. Herausgegeben von Weber und Arnoldi. 1. Heft. 1829. Nachtrag zum 1. Hefte. 
1829. — 3. Aufsätze im Staatslexikon. Herausgegeben von v. Rotteck und Welcker. 1. Bd. 
1834. 4. Bd. 1837. Neue Aufl. 1. Bd. 1845. 4. Bd. 1846. — 4. Eisenbahnjournal und 
Nationalmagazin für die Fortschritte im Handel, Gewerbe und Ackerbau usw- Nr. 1—40. 
1835—1837. — 5. Das Zollvereinsblatt. 1.-4. Jahrgang. 1843—1846. — 6. Gesammelte 
Schriften, herausgegeben von Häusser. 1. Teil. 1850. 2. Teil. 1850. — G. M.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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