Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

464 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. II. Industriestaat. 
Produktion. Die wirkliche volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft wird 
jedenfalls durch diesen Vorgang an sich nicht vermindert. 
Zu dieser ältesten und vielleicht wichtigsten Ursache der wachsenden Industriali 
sierung der modernen Kulturstaaten gesellt sich als zweiter in der gleichen Richtung 
wirkender Umstand die zunehmende Ersetzung organisierter durch unorganisierte 
Materie, wie Sombart, der zuerst hierauf aufmerksam gemacht hat, den Vorgang 
treffend bezeichnet. Wenn z. B. das Holz als Brennmaterial durch die Kohle und 
als Baumaterial beim Häuser-, Brücken- und Schiffsbau durch das Eisen verdrängt 
wird, so ergibt sich hieraus in der Berufsstatistik ein Anwachsen der Industrie, weil 
die im Bergbau und in den Eisengewerben beschäftigten Personen der Berufsabteilung 
Industrie zugezählt werden. Das gleiche Resultat wird erzielt, wenn an die Stelle 
des tierischen Motors in Bergbau und Industrie die Dampfmaschine tritt, wie dies 
bei uns um die Mitte des letzten Jahrhunderts in großem Umfange geschah. Ein 
erheblicher Teil der Verschiebung, die in den Anteilen der landwirtschaftlichen und der 
gewerblichen Bevölkerung an der Gesamtvolkszahl eingetreten ist, ist auf Rechnung 
dieses Umstandes zu setzen. 
Neben diesen beiden Hauptursachen, welche vor 1870 die Umbildung Deutsch 
lands vom Agrarstaat zum Industriestaat bewirkt haben, hat nun aber auch schon 
in dieser Zeit die Gestaltung des Handelsverkehrs mit dem Auslande eine Rolle 
gespielt, wenn auch nur eine Rolle von sekundärer Bedeutung. Es ist durchaus falsch, 
wenn man Deutschland als ein Land hinstellt, das im Beginn des 19. Jahrhunderts 
noch über einen großen Überfluß an Bodenprodukten verfügte, von dem es einen 
Teil dem Auslande mitteilte. Allerdings hat damals Deutschland einen beträchtlichen 
Getreide-, Holz- und Schafwollexport gehabt, allein bei Bodenprodukten im ganzen 
ergibt sich keine Mehrausfuhr, sondern im Gegenteil eine Mehreinfuhr. Soweit wir 
den deutschen oder wenigstens den preußischen Außenhandel statistisch zu verfolgen 
in der Lage sind, immer zeigen die Zahlen, daß Deutschland das ganze 19. Jahr 
hundert hindurch in gewissem, wenn auch zunächst noch recht bescheidenem Umfange 
ein Exportindustriestaat gewesen ist, d. h. daß bei Bodenprodukten seine Einfuhr 
größer war als seine Ausfuhr, während bei industriellen Fabrikaten umgekehrt der 
Export den Import übertraf. Die Kargheit des deutschen Bodens machte es den 
Bewohnern unseres Vaterlandes auch damals schon unmöglich, die Vodenprodukte, 
die sie in Form von Nahrungs- und Genußmitteln sowie von Rohstoffen von auswärts 
bezogen, dem Auslande wieder mit Bodenerzeugnissen zu bezahlen, sondern sie mußten 
ihm für die empfangenen Agrarprodukte zum großen Teil Erzeugnisse des deutschen 
Gewerbefleißes, insbesondere Gewebe, anbieten. Die Kolonialwaren, welche Deutsch 
land in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts einführte, wurden zum großen 
Teil mit schlesischer Leinwand bezahlt. Und nicht einmal den Flachs, den die deutsche 
Leinenindustrie damals verarbeitete, konnte Deutschland vollständig selbst produzieren. 
Der Übergang zum Exportindustriesystem, den die deutsche Volkswirtschaft nach der 
Wiedererrichtung des Reichs in beständig wachsendem Maße vollzog, war also nichts 
durchaus Neues für Deutschland. Neu und unerhört war nur das Tempo, in dem 
seit 1871 und speziell in den letzten beiden Jahrzehnten des Jahrhunderts die Aus 
breitung der Exportindustrie vor sich ging. Von dem Gesamtwerte der Ausfuhr im 
deutschen Spezialhandel machten im Durchschnitt der Jahre 1874—77 die Fabrikate 
erst etwa 37 % aus, dreißig Jahre später, von 1904—1906 betrug der Anteil der 
Fabrikate am Gesamtwerte schon über 65 %. Im Durchschnitt der letztgenannten drei 
Jahre übertraf die Ausfuhr an Fabrikaten die Einfuhr um fast 2Vz Milliarden Ji*) 
*) In den Jahren 1907—1910 betrug der Anteil der Fabrikate am Gesamtwerte der 
Ausfuhr im deutschen Spezialhandel 68,3°/ 0 : die Ausfuhr von Fabrikaten übertraf im Durch-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many letters is "Goobi"?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.