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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Die Entstehung des Zollvereins. 
493 
die Bedingungen und wahrscheinlichen Wirkungen einer Zolleinigung. Der Gedanke 
an Österreich, die damit zusammenhängende Abneigung gegen Preußen war in Süd 
deutschland vielfach verbreitet. An der Spitze der Opposition standen die Liberalen 
Württembergs und Badens. Beck bemerkt sehr treffend: „Es ist nicht immer die 
dynastische Politik deutscher Regierungen allein, es sind leider nicht selten die idiosyn- 
kratisch gewordenen Eifersüchteleien und Vorurteile der deutschen Volksstämme, welche 
das Werk jeder Einigung in Deutschland erschweren. Der vorgeschrittene Liberalismus 
des schwäbischen Stammes, wie er in der Opposition der beiden Kammern zu Stutt 
gart und Karlsruhe seinen Ausdruck fand, blickte mit tiefem Mißtrauen auf das abso 
lutistische preußische Regiment und auf alles, was von diesem ausging. Daher die 
wunderliche Ironie des Geschicks, daß die liberale Partei in Süddeutschland, deren 
Programm die nationale Einheit obenan schrieb, jetzt, da dieser wenigstens auf dem 
Gebiete der materiellen Interessen, wo das Bedürfnis der Einigung am lautesten und 
allgemeinsten gefühlt wurde, entsprochen werden sollte, am meisten geneigt war, 
dagegen Opposition zu erheben." 
Die Furcht vor der absolutistischen Politik, welcher R o t t e ck in Baden vielfach 
Ausdruck verlieh, war es, der zuliebe der süddeutsche Liberalismus damals seinen 
Prinzipien untreu wurde. 
Nicht anders war es in Sachsen. Hier war die öffentliche Meinung vollständig 
im unklaren über die Wirkungen der Zolleinigung und Verkehrsfreiheit unter den 
deutschen Staaten. Obwohl Sachsen, selber ohne Zollsystem, rings von fremden 
Zollinien umschlossen war, obwohl es wegen seiner hochentwickelten Industrie, wegen 
seiner ausgedehnten Leipziger Handelsbeziehungen das größte Interesse an dem freien 
Verkehr mit den Nachbarstaaten und die geringste Befürchtung vor demselben haben 
sollte, so sprach und schrieb man doch allenthalben von einer Beeinträchtigung, ja von 
einem Landesverrat, von einem Verfall Leipzigs wie der sächsischen Industrie. Ähn 
lich lag es in Nassau, ähnlich in Frankfurt, wo die Sorge für den ausgedehnten 
Zwischenhandel, der alte Stotz der Reichsstadt und Sympathien für Österreich zu 
sammen wirkten, um eine besondere Abneigung gegen den Gedanken des Zollver 
eins, vor allem gegen dessen preußische Führerschaft zu begründen. 
Trotz dieser und noch mancher anderer Bedenken, welche die Entstehung des 
großen Zollvereins erschwerten, überwanden die aufgeklärten Staatsregierungen, das 
Wohl und Interesse ihrer Völker mit Klarheit erkennend und den großen Vorteil eines 
großen deutschen Zollvereins einsehend, alle Schwierigkeiten. Man einigte sich auch 
über Ausgleichungs- und Übergangsabgaben, wenn in den verschiedenen Staaten 
höher oder niedriger besteuerte inländische Produkte, wie Wein, Bier, Tabak, Brannt 
wein, auf einem Gebiete des Zollvereins im inneren Verkehr in ein anderes geführt 
wurden. Das Preußische Gesetz vom 26. Mai 1818 mit den Zusätzen von 1821 diente 
als Grundlage des Zollsystems, und seine Prinzipien wurden, wie erwähnt, allgemein 
angenommen. 
So bildete sich denn durch die verschiedenen oben benannten Verträge ein 
großes deutsches Zollvereinsgebiet, auf dem Handel und Verkehr sich im wesentlichen 
frei bewegen konnten. Eine Zollgrenze umgab diesen Länderkomplex, alle steuer 
pflichtigen eingehenden wie ausgehenden Waren wurden an den Grenzen und, mit 
Ausnahme der wenigen, einer Übergangsabgabe unterworfenen Gegenstände, nur an 
diesen verzollt. 
Die Industriellen selbst begrüßten den Beginn des allgemeinen Zollvereins mit 
Genugtuung. „Die älteren Zeitgenossen", sagt G. Fischer, „werden sich aus den 
Zeitungen noch der Schilderungen erinnern, wie freudig die erste Stunde des Jahres 
1834 von der Verkehrswelt begrüßt wurde. Lange Wagenzüge standen auf den 
Hauptstraßen, die bisher durch Zollinien zerschnitten waren. Als die Mitternachts
	        

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Employment Psychology. MacMillan, 1924.
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