Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

3. Die politischen Wirkungen des Zollvereins. 
495 
Hessen an die preußischen Fahnen gebunden." Desgleichen Dahlmann, der nach seiner 
großen und tiefen Art den Zollverein sofort als das einzige deutsche Gelingen seit 
den Befreiungskriegen begrüßte, erklärte zuversichtlich, der Handelsbund stelle uns 
sicher vor die Wiederkehr bürgerlicher Kriege. Auch diese Weissagungen sind nicht 
buchstäblich eingetroffen. Der Zollverein hat die oberdeutschen Staaten nicht ver 
hindert, die Waffen zu ergreifen gegen Preußen. Und dennoch sollte gerade das 
Jahr 1866 die gewaltige Lebenskraft dieses handelspolitischen Bundes erproben. Der 
rasche Siegeszug der preußischen Fahnen überhob unseren Staat der Mühe, seine 
wuchtigste Waffe zu schwingen, durch die Aufhebung der Zollgemeinschaft die ober 
deutschen Höfe zu bekehren. Auch beim Friedensschlüsse hielt Preußen, den Rat er 
bitterter Heißsporne vornehm verschmähend, den Handelsbund aufrecht; und nur weil 
sie der Gemeinschaft des Erwerbes nicht entbehren konnten, schlossen die Höfe von 
München und Stuttgart die Gemeinschaft der Waffen mit dem Norddeutschen Bunde. 
Nur darum boten sie die Hand zu jenen Schutz- und Trutzbündnissen, denen wir 
die reinsten Erinnerungen unserer neuen Geschichte danken. 
Das Bewußtsein, daß man zueinander gehöre, daß man sich nicht mehr trennen 
könne von dem großen Vaterlande, war durch die kleinen Erfahrungen jedes Tages 
in alle Lebensgewohnheiten der Nation eingedrungen, und in dieser mittelbaren 
politischen Wirkung liegt der historische Sinn des Zollvereins. Mochten die Schulen 
der Albertiner und Welfen der Jugend die Märchen des Stammeshasses und der 
partikularistifchen Selbstzufriedenheit künden, — es ging doch zu Ende mit dem 
Philistertum der alten Zeit, das an die Herrlichkeit der Kleinstaaten kindlich glaubte. 
Der Geschäftsmann folgte mit seinen Gedanken den Warenballen, die er frei durch die 
deutschen Länder sandte; er gewöhnte sich, wie schon längst der Gelehrte, über die 
Grenzen des heimischen Kleinstaates hinauszublicken; sein Auge, vertraut mit großen 
Verhältnissen, sah mit ironischer Gleichgültigkeit auf die Kleinheit des engeren Vater 
landes. Der Gedanke selbst, daß die alten trennenden Schranken jemals wiederkehren 
könnten, wurde dem Volke fremd; wer einmal in dem Handelsbunde stand, gehörte 
ihm für immer. Als in den vierziger Jahren die Handelsverträge zwischen dem 
Zollvereine und dem Steuervereine gekündigt waren, beide Teile gespannt und ver 
stimmt sich gegenüberstanden, da ist gleichwohl niemanden der Einsall gekommen, 
die Grafschaft Hohenstein, die Enklave Hannovers im Zollvereine, aus dem Bunde 
auszuscheiden. Und wieder, als nach dem Tage von Olmütz der Hochmut Österreichs 
den Gipfel erstieg, als die deutschen Kabinette im wildesten Hasse gegen Preußen 
lärmten, da hat wohl mancher kleine Hof für die frivolen deutsch-österreichischen Zoll 
vereinspläne des Freiherrn v. Bruck sich begeistert; auszutreten aus dem Preußisch- 
Deutschen Bunde wagte keiner. Eine unerbittliche Notwendigkeit stellte nach jeder 
Krisis die alten Grenzen des Zollvereins wieder her; kalte politische Köpfe konnten 
stets mit mathematischer Sicherheit den Verlauf des Streites im voraus berechnen. 
Das Ausland gab den aussichtslosen Kampf gegen unsere Handelseinheit bald 
auf. Französische Staatsmänner gestanden achselzuckend: wir haben leider den 
deutschen Staaten nichts zu bieten, was ihnen die Vorteile des Preußischen Zollver 
eins ersetzen könnte. Die Briten erhielten erst durch Dr. Bowrings Berichte (1839) 
eine deutlichere Vorstellung von dem Wesen des Zollvereines und gewöhnten sich 
fortan, Preußen als den Vertreter des deutschen Handels zu betrachten. Österreich 
chußte nach stets vergeblichen Störungsversuchen immer wieder dem Nebenbuhler 
freie Hand lassen im deutschen Verkehrsleben; nur dieser stillschweigende Vertrag 
Zwischen den beiden Großmächten sicherte notdürftig den Bestand des Deutschen 
Bundes. Dem Preußischen Staate aber waren die Wege seiner Handelspolitik so fest 
und sicher vorgezeichnet, daß auch die Feigheit sie nicht mehr verlassen konnte; dasselbe 
Kabinett, das sich in Olmütz demütigte, hat durch den Septembervertrag die letzte
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.