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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

508 Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik. IV. Deutsche Handelspolitik. 
altet ist, daß es sich vielmehr um eine wachsende Verflechtung der Volkswirtschaften 
handelt, und daß das Wohl des Nachbarn mit dem eignen verträglich ist. 
In letzter Linie hatte der deutsch-rufsifche Handelsvertrag von 1894 eine weit 
reichende politische Bedeutung, wie überhaupt die großen Ereignisse auf dem Gebiete 
der Handelspolitik mehr als einmal solche gehabt haben. Ich erinnere an den be 
rühmten Handelsvertrag mit Napoleon III., durch welchen Bismarck das „Los von 
Österreich" einleitete. 
Unser handelspolitisches Verhältnis mit Rußland streifte in der zweiten Hälfte 
der achtziger Jahre an den Zollkrieg nahe heran. Die Lebensinteressen und die 
Leidenschaften beider Völker waren berührt. Ein Verhältnis politischer Freundschaft 
erwies sich damit unvereinbar, trotz der ausgesprochenen Absicht eines Bismarck, diese 
Freundschaft aufrecht zu erhalten. Jeder Deutsche, welcher in jener Zest Rußland 
bereiste, weiß, welche Blüten damals der fremdenfeindliche Nativismus trieb. 
Jeder, der seitdem Rußland öfters besucht hat, kann von dem Umschwung 
sprechen, welcher sich in der öffentlichen Meinung des Zarenreichs vollzogen hat. 
Der Handelsvertrag bedeutete die erste Niederlage des gegen Europa gerichteten, im 
Innern hochreaktionären Panslawismus. Er beseitigte damit für beide Teile die Ge 
fahr des unnützesten aller Kriege, wie uns von maßgebender Stelle, die es wissen 
muß, bestätigt wurde. In diesem Sinne war der Handelsvertrag ein Bedürfnis der 
auswärtigen Politik beider Staaten. 
s. Die deutsche Handelspolitik unter dem Fürsten Bülow. 
Von Robert Wuttke. 
W u t t k e, Epochen der deutschen Handelspolitik. In: Soziales Handbuch. Zusammen 
gestellt und herausgegeben von Weber. Hamburg, Agentur des Rauhen Hauses, [1907]- 
S. 248 ff. 
Als am 1. Januar 1834 der Deutsche Zollverein in Kraft trat, konnten die 
Männer, die dieses schwere diplomatische Werk zustande brachten, nicht ahnen, welch 
einen bedeutungsvollen Schritt zur politischen und wirtschaftlichen Einigung Deutsch 
lands sie gemacht hatten. Ein volles Menschenalter dauerte es noch, ehe auf diesen 
Grundlagen nach bitteren Bruderkämpfen das Deutsche Reich errichtet werden konnte. 
War es so wirtschaftlich aus dem Zollverein erwachsen, so setzte es auch zunächst 
dessen Handelspolitik fort. Seit Anfang der sechziger Jahre war es der norddeutschen 
Richtung im Zollverein besonders durch den Abschluß eines Handelsvertrags mit 
Frankreich gelungen, mehr und mehr die Handelspolitik freihändlerisch zu gestalten. 
Erst nach der wirtschaftlichen Krisis, dem sog. Krach, die nach 1873 einsetzte, 
begann sich ein Umschwung geltend zu machen. Es gelang dem Fürsten Bismarck 
nach langen Kämpfen im Reichstag, die Mehrheit für eine Schutzzollpolitik des 
Deutschen Reiches zu gewinnen, die 1879 mit der Annahme des Zolltarifes einsetzte. 
Glaubte man damals, es habe allein die übermächtige Staatsgewalt des Fürsten 
Bismarck die Schutzzollpolitik durchgesetzt, und sie werde mit seinem einstigen Abgänge 
ihr Ende erreichen, so erkennen wir heute, wie nicht in den äußeren politischen Ver 
hältnissen und Parteigruppierungen von 1879 die Ursachen des Überganges vom 
Freihandel zum Schutzzoll lagen, sondern in der immer enger werdenden Verflechtung 
der einheimischen Volkswirtschaft mit den Weltmärkten. Der Schutzzoll soll uns 
innerhalb gewisser Grenzen die Unabhängigkeit unserer nationalen Erzeugung und 
unseres nationalen Marktes sichern.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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