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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

28 Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle. 
Angestellten unbedingten Gehorsam und strengste Pflichterfüllung verlangte, — war 
er darin doch am strengsten gegen sich selbst. Tag und Nacht beherrschte ihn die 
Sorge um das Gedeihen seiner großen Schöpfung. Tatsächlich verwandte er bis in 
die letzten Lebensjahre hinein schlaflose Stunden der Nacht zur Arbeit. An seinem 
Bette befand sich beständig ein Schreibapparat mit Papier und riesigen Bleistiften, 
so daß er jeden Gedanken sofort fixieren konnte. Am anderen Morgen fanden die 
Bogen, in seinen energischen, großen, charakteristischen Schriftzügen seine Fragen, 
Befehle, Anregungen und Erörterungen enthaltend, ihren Weg in die Fabrik. Häufig 
und gern fügte er Konstruktionsskizzen bei, die er mit rascher und sicherer Hand 
hinzuwerfen wußte. 
Wer von seinen Arbeitern sich den Satzungen und Geboten der Fabrik nicht 
fügen wollte, den traf unerbittlich Strafe und in schlimmen Fällen die Ausschließung. 
Denn das großartige Getriebe des Werkes erforderte die peinlichste Aufrechterhaltung 
und Beobachtung der Ordnung. Wie sehr Alfred Krupp auf der andern Seite ein 
Herz für jeden seiner Arbeiter hatte, braucht hier nicht hervorgehoben zu werden. 
Laut bezeugen das die fürsorglichen Einrichtungen, die er als der erste unter den 
deutschen Fabrikherrn schon zu einer Zeit ins Leben rief, da er selbst den Schwierig 
keiten seiner Lage noch keineswegs enthoben war. Das würden auch viele Tausende 
seiner Arbeiter und Beamten persönlich bezeugen können, die sich niemals vergebens 
an ihn wandten, wenn sie ein besonderes Anliegen hatten und bei ihrem Herrn 
vertrauensvoll Rat, Hülfe oder Unterstützung suchten. Diejenigen seiner Angestellten, 
welche länger auf der Gußstahlfabrik beschäftigt waren, kannte er alle von Angesicht 
zu Angesicht. Noch bis in die achtziger Jahre hinein pflegte er oft selbst in den 
Werkstätten zu erscheinen, um sich persönlich davon zu überzeugen, wie dieser oder 
jener Auftrag ausgeführt wurde. Als er schon längst seine Wohnung auf dem 
„Hügel" bei Bredeney, anderthalb Stunden von Essen, bezogen hatte, konnte man 
ihn fast täglich frühmorgens zur Fabrik reiten sehen. In seiner dunkelgrauen 
Klappmütze, seinem eng anschließenden Jackett und den hohen Reiterstiefeln hätte 
man den großen schlanken Mann mit dem scharfen Auge und den feingeschnittenen 
geistvollen Zügen, mit der jugendlich elastischen Haltung, die den weißen Bart Lügen 
zu strafen schien, eher für einen eleganten Edelmann vom Lande gehalten als für 
den Beherrscher jenes großartigen Gemeinwesens, welches der Prinz Napoleon im 
Jahre 1867 nicht unrichtig als einen „Staat im Staate" charakterisiert hatte. 
Der „Staat im Staate", dazu hatte sich die Essener Gußstahlfabrik in der Tat 
unter des Meisters scharfblickendem Verstände und einem unvergleichlichen Organisa 
tionstalent in Zeit von kaum zwanzig Jahren entwickelt. Aber dieser Musterbau der 
Technik nahm nicht, wie der Napoleonide befürchtet hatte, eine Sonder- oder parti» 
kularistische Stellung dem Gesamtstaat gegenüber ein, sondern fügte sich als ein 
lebendiges Glied eng dem politischen und kommunalen Organismus an, aus dem 
er hervorgegangen war, und der ihn umgab. Das preußische und das deutsche Vater 
land konnten allezeit sicher sein, daß die Kruppsche Fabrik, fern davon, ein Herd 
politischer oder sozialer Unruhen zu werden, — wie es im Jahre 1848 die aus 
ähnlichen kleinen Anfängen hervorgegangene Lokomotivfabrik von Borsig in Berlin 
gewesen war — durch ihre vorzügliche Ordnung, durch die Zufriedenheit ihrer Arbeiter 
und durch den mächtigen Geist ihres Leiters vielmehr einen der stärksten Halte 
gegen Umtriebe und Umsturzbewegungen aller Art, für die Beobachtung der 
Gesetze und für treue Anhänglichkeit an Kaiser und Reich darbieten würde. Mochten 
an anderen Orten im Laufe der Zeit hin und wieder Ausschreitungen nicht zu den 
Seltenheiten gehören, hier im Mittelpunkte der rheinisch-westfälischen Großindustrie 
zerschellte jeder Versuch einer derartigen Bewegung an dem festen Gefüge des von 
Krupp geschaffenen Gemeinwesens.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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