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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

12. Alfred Krupp. 
29 
Dieses glänzende Beispiel der Ordnung und Gesetzlichkeit, welches die Kruppsche 
Fabrik allwege an den Tag gelegt hat, ist bei aller Anerkennung, welche btc Ver 
dienste des genialen Mannes bisher in der Öffentlichkeit gefunden, doch noch nicht in 
der gebührenden Weise gewürdigt worden. Auch die übrige Industrie unseres Vater 
landes, wenn sie schon eifrig bestrebt war, es an vielfachen Beweisen der Fürsorge 
für die Wohlfahrt ihrer Arbeiter dem Essener Industriellen gleichzutun, hat alle 
Ursache, ihm Dank zu wissen für das Gefühl der Sicherheit, welches das erste aller 
großen deutschen Fabriketablissements nicht nur den eigenen Arbeitern und deren 
Herrn gab, sondern, einem wohltätigen Hauche gleich, auch über die ganze übrige 
deutsche Industrie, namentlich die Eisen- und Stahlindustrie und deren verwandte 
Zweige hin verbreitete. Für diejenigen, welche als Augenzeugen den großen Berg 
arbeiterstreik im Oberbergamtsbezirk Dortmund im Jahre 1872 miterlebt haben, kann 
es gar keinem Zweifel unterliegen, daß diese Bewegung ungleich gefährlichere Aus 
dehnung und Intensität gewonnen hätte und von viel längerer Dauer gewesen sein 
würde, wenn es den Unruhestiftern gelungen wäre, auch die Kruppschen Arbeiter 
mit in die Bewegung hereinzuziehen. 
Nicht minder ist die deutsche Industrie in handelspolitischer Beziehung Alfred 
Krupp zu Dank verpflichtet. Die Geschichte der Entwickelung der deutschen Waren 
ausfuhr lehrt, daß die hervorragende Stellung des Essener Industriellen auf dem 
Gebiete der Stahlfabrikation in Friedens- wie in Kriegsartikeln in vielen Ländern 
recht eigentlich bahnbrechend gewesen ist auch für andere deutsche Waren und Handels 
artikel. Es lag ja für Länder wie die südamerikanischen Republiken oder China und 
Japan sehr nahe, sich zu sagen, daß ein Land, welches Waren von so auserlesener 
Güte wie diejenigen der Kruppschen Gußstahlfabrik hervorbrachte, in anderen Zweigen 
der menschlichen Tätigkeit nicht weniger Vorzügliches leisten würde, was den Ver 
gleich mit den Waren aus Sheffield, Manchester, Glasgow und anderen englischen 
Handelszentren nicht zu scheuen brauchte. Vielfach hat auf diese Weise gerade das 
Kruppsche Kriegsmaterial langsam, aber sicher eine Mission erfüllt, welche reicher an 
Eroberungen des Friedens war als die staunenerregenden Erfolge Kruppscher Ge 
schütze und Geschosse in den großen Kriegen der Neuzeit. 
Wie das geübte Auge des Feldherrn und des Herrschers die richtigen Per 
sönlichkeiten auszuwählen und jedem seinen richtigen Platz anzuweisen vermag, so 
verstand es Krupp in bewunderungswürdiger Weife, sich feine Techniker selbst heran 
zuziehen und ihnen die Stelle zu geben, in der sie sich bald als echte Meister vom 
Fache erprobten. Hier war es ein preußischer „Feuerwerker", dessen mathematisches 
und erfinderisches Talent ihn zu einem der ersten Ingenieure der Fabrik heran 
wachsen ließ, dort war es ein gelernter Ingenieur, dessen fruchtbare Ideen sich mit 
denjenigen des Essener Fabrikherrn vereinigten, um Werke hervorzubringen, welche 
die ersten Artilleristen der Welt in Staunen setzten. Krupp verlangte von seinen 
Beamten viel, aber in seinen gesunden Jahren war er auch allen vor durch seine 
unermüdliche Tätigkeit, seine unerschütterliche Energie gegenüber allen Schwierig 
keiten und durch seinen fast unerschöpflichen Reichtum an erfinderischen Gedanken. 
Dabei hat er aber immer das Verdienst gebührend belohnt und die Tätigkeit seiner 
Ingenieure anerkannt. Trug den Namen Krupp auch die eine oder andere Er 
findung, welche in dem Kopfe eines seiner Mitarbeiter entsprungen war, oder deren 
Ausführung erst durch feine Techniker praktisch ermöglicht wurde, er selbst hat es 
immer bescheidentlich hervorgehoben, daß es nur die vereinten Kräfte waren, denen 
die Fabrik ihre außerordentlichen Erfolge verdankte.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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