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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünfter Teil. Verkehr
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

560 
Fünfter Teil. Verkehr. III. Eisenbahnen. 
Über die Bevölkerung im Innern des europäischen Rußlands schien ein Fieber ge 
kommen zu sein, das man durch Warnungen mit Erfolg abstellte, denn im nächsten 
Jahre 1897 schnürten nur 70 000 ihr Bündel. Diese Stockung, die durch Regierungs 
maßregeln gewaltsam hervorgerufen wurde, hielt jedoch nicht an. Die Flut der 
Menschen, die nach Sibirien zogen, schwoll sowohl 1898 wie 1899 und 1900 wieder 
auf über 200 000 Menschen fürs Jahr an, blieb aber 1901 hinter 130 000 zurück. 
Seit 1882 waren bis dahin im ganzen 1500 000 Menschen über den Ural in fremdes 
Land ausgewandert, und es bedurfte keiner geringen Fürsorge, diesen gewaltigen 
Strom in die richtigen Bahnen zu lenken und das Land durch die beginnende Kultur 
arbeit zweckmäßig befruchten zu lassen. Immer wieder war es die Eisenbahn, die den 
Gedanken einer solchen Volksbewegung aus dem Phantastischen ins Wirkliche übertrug 
und ihm einen praktisch bedeutsamen Sinn unterlegte. 
Die Ausfuhr von Getreide, Erzeugnissen der Viehzucht und Butter wird durch 
den Betrieb der sibirischen Bahn naturgemäß wesentlich erleichtert werden. Noch be 
deutsamer erscheint der Goldreichtum, der sich in allen Teilen des Landes findet. 
„Dieser ist ganz wesentlich", heißt es bei Wiedenfeld, „der dem Zarenreich es ermöglicht 
hat, schon in einem so frühen Stadium seiner Wirtschaftsentwicklung zur Gold 
währung, die sonst nur industriell weit vorgeschrittene Länder aufrecht erhalten 
können, überzugehen und in den letzten drei Jahrzehnten fast eben so viel Gold aus 
zuprägen wie Deutschland, das in dieser Zeit einen unvergleichlichen Aufschwung ge 
nommen hat. Zwar wird auch noch in anderen Teilen des russischen Reichs, in Fin- 
land und am Ural Gold gefunden; aber Sibiriens Produktion steht bei weitem an der 
Spitze, reichlich 23 % der Gesamterzeugnisse betragend." Wenn auch gerade die er 
giebigsten Fundstellen und Wäschereien an den Nebenflüssen der Lena und des Amur 
Hunderte Kilometer von der Bahn entfernt liegen, so ist diese doch schon wegen der 
Verkürzung, Verbilligung und Sicherung der Zufuhr von Maschinen und Lebens 
mitteln von wesentlicher Bedeutung. Dasselbe gilt von Eisen und Eisenwaren sowie 
von der Ausnutzung der Steinkohlenlager. 
Große Hoffnungen fetzt man in Rußland darauf, daß der Tee, von dem der 
größte Teil bisher auf dem Seeweg nach Europa ausgeführt wurde, von nun an auf 
dem Schienenwege dorthin gelangen müsse. Von Hankau, bis wohin die Seeschiffahrt 
auf dem Pantsekiang reicht, gingen früher Karawanen über Kiachta nach Irkutsk, von 
wo der Tee auf Schlitten oder auf den sibirischen Flüssen nach Europa geschafft wurde. 
Dann übernahm der gewaltige Strom Chinas die Beförderung der Teemassen, und 
über Schanghai erfolgte auf dem Schiffswege die weitaus größte Ausfuhr über den 
Stillen und Indischen Ozean, sowie durch den Suezkanal nach London, um sich von 
hier aus über alle Teile Europas, zum Teil sogar über Königsberg nach Rußland 
auszubreiten. 
Jetzt sind es nach Wiedenfeld nur noch sehr geringe Mengen des in Europa 
begehrten Blättertees, die über Kiachta kommen, und es ist ein Märchen, wenn noch 
fast allgemein angenommen wird, der Karawanentee gelange auf dem teuren und 
langwierigen Landwege zu uns. Die Bezeichnung hat mit der Beförderungsart jetzt 
nichts mehr zu schaffen. Der höhere Preis rechtfertigt sich vielmehr damit, daß es jetzt, 
wie auch früher, der Tee der ersten von den drei bis vier Jahresernten ist, der unter 
diesem Namen in den Handel gebracht wird und sich an Güte von der Produktion der 
späteren Ernte wesentlich unterscheidet. Die sibirische Bahn dürfte es fortan bewirken, 
daß für den Teetransport, bei dem die zarten Blätter durch die Länge der Reife an 
Geschmack und Duft wesentlich leiden, wieder die alte Landstraße bevorzugt wird. 
Die Vollendung der Bahn durch die Mandschurei hat schneller, als man es er 
warten durfte, eine für den gesamten Verkehr wichtige Entscheidung zur Folge gehabt. 
Nachdem die Strecke durch Europa und Asien ausgeführt war, entstand ganz von selbst
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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