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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünfter Teil. Verkehr
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

580 Fünfter Teil. Verkehr. IV. Binnen- und Seeschiffahrt. 
des ganzen Betriebes gefürchtet werden mußte, erklärten sich alle Beamten von den 
Prokuristen abwärts sofort bereit, Hafendienste als Beauffichtiger und Arbeiter zu 
tun. Zum Teil wurde in der Tat von dieser Bereitschaft Gebrauch gemacht, und es 
gelang ohne Schwierigkeiten, den Betrieb ordnungsmäßig in Gang zu halten. Un 
vergessen bleibt auch die Hilfeleistung von Aalesund, für die in 24 Stunden ein unbe 
nutzter Dampfer von über 7000 Tons segelfertig gemacht und mit Proviant, Kleidung, 
Krankenpflegematerial usw. für 4000 Personen auf 3 Wochen ausgerüstet wurde. 
Daß in dieser Beamtenschaft mindere Geister und Charaktere dann und wann mit 
unterlaufen und Enttäuschung bereiten, wo wäre das zu vermeiden? Aber das hohe 
Ansehen des deutschen Seemannes auf allen Meeren ist nicht zum geringsten Teil 
durch Hapag-Offiziere und -Mannschaften verbreitet; der kaufmännische Generalstab 
Ballins hat in hundert schwierigen Lagen seine unbedingte Zuverlässigkeit, den freu 
digen und selbstverständlichen Willen zur Aufbietung höchster Kräfte gezeigt. Neben 
Männern, die länger als ein Menschenalter mit ihren Kenntnissen der Paketfahrt 
gedient haben, wirken jüngere Intelligenzen, die in mehr oder minder raschem Auf 
stieg zu verantwortungsvollen Posten berufen wurden. Ballin selbst begann ja sein 
großes Werk bereits im Alter von noch nicht 30 Jahren. Soweit Urteil es zuläßt, 
gehört hier immer dem Tüchtigsten die Welt. Daß Ballin großzügig zu belohnen, zu 
fördern und zu benutzen weiß, gehört zu den Selbstverständlichkeiten einer Führer 
natur. 
Die großen materiellen, moralischen und geistigen Güter, die in diesem Betriebe 
aufgespeichert und tätig sind, bilden heute naturgemäß einen deutschnationalen Besitz 
von schätzenswerter Wichtigkeit. Im gewohnten und erfreulichen Zustand des Frie 
dens werden sich nicht viele dieser Wichtigkeit von selbst bewußt. Doch ist zweifellos, 
daß die deutsche Kriegsmarine in der deutschen Handelsschiffahrt und besonders auch 
in der Paketfahrt eine tüchtige Helferin besitzt. Denn wenn auch die Deutsche Re 
gierung nicht gleich der Englischen Subventionen lediglich zu dem Zwecke zahlt, Schiffe 
der Handelsmarine als wohlausgerüstete Hilfskreuzer zur Verfügung zu haben, so sind 
doch zahlreiche deutsche Kauffahrteischiffe infolge ihrer allgemeinen Qualität und Füh 
rung zweifellos an sich gut befähigt, Hilfsdienste im Kriege zu leisten. Ihre Kapitäne, 
Offiziere, Maschinisten und Mannschaften bilden ein großes national-deutsches Kon 
tingent geübter Seeoffiziere und Seesoldaten, deren Disziplin, Mannhaftigkeit und 
Geschicklichkeit sich voraussichtlich auch in äußersten Fällen bewähren würden. 
Daß die Hamburg-Amerika Linie in Hamburg ein großes Ansehen genießt, daß 
sie der Stolz Hamburgs ist, bedarf keines Beweises. In ausländischen Häfen und 
Ländern spielt sie überall eine bemerkenswerte, oft eine bedeutende Rolle. Ein nam 
hafter und vielgereister Schriftsteller, der vor einigen Jahren Westindien und Mexiko 
besuchte, schrieb dem Verfasser, es habe ihn vor allem mit Stolz und Freude erfüllt, 
immer wieder feststellen zu können, welche Macht die Hamburg-Amerika Linie im 
Auslande darstellt. „Ich bin zu der ehrlichen Überzeugung gekommen," heißt es in 
dem Schreiben, „daß die Hamburg-Amerika Linie der stärkste Faktor ist, den unser 
Vaterland für die Erhaltung und Kräftigung des Deutschtums im Auslande auszu 
spielen hat." 
In Deutschland selber hat der erste Mann des Reiches, der Deutsche Kaiser, in 
jahrzehntelanger Anteilnahme dem Ansehen der Gesellschaft persönlich die weithin 
sichtbare Stellung zugewiesen, die sie heute einnimmt. Dankbar ist von der Hamburg- 
Amerika Linie bei verschiedenen öffentlichen Gelegenheiten des überaus glücklichen 
Geschicks gedacht worden, das ihrem Wirken an mächtigster Stelle eine so verständnis 
volle, so energische, so dienliche Förderung vergönnt hat. Die Gunst des Kaisers gilt 
dem gegenwärtigen und zukünftigen Werk, gilt nachdrücklich auch dem Schöpfer dieses 
Werkes, B a l l i n. Offensichtlich bricht sich unter solchem Beispiel in unserem Vater-
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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