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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

6. Der kapitalistische Geist. 
601 
wieder 26 Gesellschaften kontrollierte. Die Anfänge dieses größten Einzelunter 
nehmens der amerikanischen Eisenindustrie liegen in einer kleinen Holzschmiede in 
Alleghany City, die 1858 von zwei Deutschen, den Brüdern Andreas und Anton 
K l o m a n n, mit 1600 Dollars Kapital gegründet wurde. Später trat Andrew 
Carnegie bei. Beim Übergang an den Stahltrust besaß die Gesellschaft 160 
Millionen Dollars Aktien und ebensoviel Obligationen, von denen Carnegie je etwas 
über die Hälfte gehörten. Es wurden dafür zirka 500 Millionen Dollars in Effekten 
des Stahltrusts gegeben. Außerdem traten noch 12 andere Gesellschaften mit zirka 
150 Untergesellschaften in den Trust ein, unter diesen nicht weniger als 24 Eisen 
bahngesellschaften. Das Kapital des Stahltrusts beträgt die ungeheure Summe von 
1100 Millionen Dollars Aktien, wovon aber nur zirka 870 Millionen Dollars ausstehen, 
und zirka 600 Millionen Dollars Obligationen, also zirka 6 Milliarden M. Manche 
Schätzungen gingen dahin, daß die Gesellschaft mit nahezu einer Milliarde über 
kapitalisiert sei, doch ist das nicht der Fall, denn die Reingewinne waren 1902—1905 
133, 109, 73, 120 Millionen Dollars, also 7—12 % des ganzen Aktienkapitals. Im 
Jahre 1907 betrug der Reingewinn 170 Millionen Dollars (1908 nur 99 Millionen 
Dollars). Auf allen Werken des Trusts waren 1907 210 180 Angestellte beschäftigt, 
die zirka 161 Millionen Dollars an Löhnen bezogen. 1908 ging infolge unfang 
reicher Arbeiterentlassungen die Zahl der Angestellten auf 165 211 zurück. (Das 
größte Unternehmen der deutschen Montanindustrie, die G e l s e n k i r ch e n e r 
Bergwerks-Aktien-Gesellschaft, beschäftigte 1908 außer 1705 Beamten 
44 343 Arbeiter, welch letzteren sie 70,5 Millionen Ji Lohn zahlte.)*) Eine eigentliche 
monopolistische Stellung hat der Stahltrust nicht, er liefert durchschnittlich nur zirka 
60 % der Stahlproduktion des Landes, an Rohstahl nur zirka 43 %. Am größten 
ist sein Anteil an der Walzdraht- und Drahtstiftproduktion mit zirka 70 %. Doch be 
stehen für mehrere Produkte Abmachungen mit seinen Konkurrenten (sog. gentlemen’ 
agreements), die in periodischen Zusammenkünften erneuert werden (Stahl 
konferenz). 
6. Der kapitalistische Geist. 
Von Willy Wygodzinski. 
Wygodzinski, Wandlungen der deutschen Volkswirtschaft im neunzehnten Jahr 
hundert. 6.—10. Tausend. Köln, M. Du Mont-Schaubergsche Buchhandlung, 1912. S. 18—20. 
Jede Erscheinung wird am augenfälligsten da, wo sie sich extrem gestaltet. So 
werden wir uns am besten darüber klar, wie der kapitalisüsche Geist beschaffen ist, 
wenn wir ihn dort ansehen, wo er sich am freiesten entfalten konnte, im Lande der 
unbegrenzten Möglichkeiten, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort ist der 
Typus des Kapitalisten an sich, des Milliardärs, sozusagen in Reinkultur 
ausgebildet worden, weil viele Hemmungen fortfielen, wie sie in älteren Kultur 
ländern bestehen. Diese Hemmungen sind nicht nur solche der Gesetzgebung, sondern 
noch mehr solche der Tradition, der kulturellen Ideale. Der Ehrgeiz hat in Europa 
viele Wege, auf denen er zum Ziele gelangen kann. Der Offizier, der Beamte, der 
Gelehrte, der Künstler, um nur einiges zu nennen, das zu werden ist wohl ein Ziel, 
*) Die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft, Rheinelbe bei Gelsenkirchen, be 
schäftigte im Jahre 1911 auf ihren sämtlichen Anlagen 47 686 (1910:45 640) Arbeiter 
und 2099 (1941) Beamte und zahlte 73,3 (68,7) Millionen M Löhne. Stahl und Eisen. 
Zeitschrift für das deutsche Eisenhüttenwesen. Geleitet von Beumer und Petersen. Düsseldorf, 
Verlag Stahleisen m. b. H., 1912. S. 420. — G. M.
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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