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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

7. Theorie und Praxis im kaufmännischen Bildungswesen. 605 
Verkauf und Verschiffung der La Plata-Wollen studieren und darauf nach New Park 
zurückkehren. Die notwendige Kenntnis in der Buchführung und Bilanzkunde würde 
er sich dort in einem Business College aneignen. Auf die ganze Dauer der Aus 
bildung wurden 4—5 Jahre gerechnet. 
Die mehrfach erwähnten Business Colleges find reine Fachschulen, Erwerbs 
institute von Privaten, wo in der mannigfachsten Weise, den Anforderungen des 
Lebens entsprechend, die Praxis des Kontors schulmäßig im Einzel- oder Klassen 
unterricht gelehrt wird. Die zum Teil glänzend eingerichteten Anstalten, von denen 
einige einen Ruf durch die ganze Union genießen, sind, wie die entsprechenden deutschen 
Institute, herausgewachsen aus Schreibschulen. Die besseren unter ihnen scheinen mir 
aber auf einer wesentlich höheren Stufe zu stehen als unsere üblichen Privathandels 
schulen. Einige sind sehr große Unternehmungen; so besitzt G. W. Brown in Iack- 
sonville (Illinois) Niederlassungen in 15 Städten, und Packard in New Park hat über 
20 000 Schüler für den Kontordienst ausgebildet. 
Erziehungsanstalten im höheren Sinne des Wortes sind diese Institute nicht. 
Sie entwickelten sich besonders kräftig, als nach dem Ende des Bürgerkrieges die 
Heere aufgelöst wurden und die Soldaten zu Tausenden Unterkunft in dem neu auf 
blühenden Handel suchten und fanden. Sie haben auch wesentlich dazu beigetragen, 
der Frau die Laufbahn im kaufmännischen Bureau zu eröffnen. Anfang der sieb 
ziger Jahre erbot sich Packard als Erster in der New York Tribune, 30 junge 
Mädchen umsonst zu Kurz- und Maschinenschreiberinnen auszubilden. Die 30 fanden 
sich nicht zusammen, aber der Anfang war gemacht. Heute findet man kaum ein 
Bureau ohne den weiblichen Typewriter oder Secretary. 
Wenn auch die Zeiten der Hochkonjunktur für den self-made man drüben 
vorüber sind, so steigt doch zweifellos ein erheblicher größerer Teil der Großkaufmann 
schaft als bei uns durch eigne Kraft aus den unteren Schichten auf, und zwar seltener 
aus dem Kreise der Bureaubeamten als vom Laufburschen (Bell Boy). Die Schei 
dung des Bureaudienstes von wirklich kaufmännischer Arbeit ist drüben noch weiter 
fortgeschritten als bei uns. Der Lohnschreiber hat weniger Gelegenheit, seine Ge 
wandtheit zu zeigen als der Bell Boy. Für diese Stellung sucht man sich anstellige, 
aufgeweckte Burschen nach dem Rezept jenes Prinzipals: „I don’t care what he 
knows, I only don’t want a fool“. Der Bell Boy, der eine Art Faktotum ist, 
kommt mit den verschiedensten Menschen in Berührung, kann seine Fixigkeit in tausend 
kleinen Handreichungen dartun und sich dem Prinzipal oder anderen höheren An 
gestellten fast unentbehrlich machen. Er unternimmt auf eigene Faust in seinen 
Mußestunden einen Privathandel mit Zeitungen oder anderen Sachen, besucht Abend 
kurse im Business College, in öffentlichen Fortbildungsschulen oder in den oft aus 
gezeichneten Fortbildungskursen der Young Men’s Christian Association. 
Die Fortbildung und damit das Aufsteigen von unten ist erleichtert durch die 
Mannigfaltigkeit der Fortbildungsgelegenheiten in den Großstädten und vor allem 
durch den frühen Geschäftsschluß. Der Amerikaner kennt, trotz aller Jagd nach dem 
Dollar, unsere kulturfeindlichen langen Arbeitszeiten im Handelsgewerbe nicht. Er 
arbeitet intensiv, fängt früh an und schließt früh. In New Pork wird im Großhandel 
um 8 Uhr morgens begonnen, dafür aber manchmal schon um 3, selten nach 5 Uhr, 
geschlossen. Auch im Kleinhandel schließen die größeren Betriebe meist um 6 Uhr.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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