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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

10. Chamber of Commerce und Board of Trade. 613 
auf diesem Gebiete Amerika als das nachahmenswerte Vorbild hingestellt wird, so 
zeigt es doch auch hier vielleicht noch mehr Nachteile als Vorteile in ungehemmter 
und daher üppiger Entfaltung und bewährt sich damit auch hier als Musterland für 
die Erkenntnis wirtschaftlicher Tendenzen und Probleme. 
Der amerikanische Getreidehandel trägt gegenwärtig den ausgeprägten Charakter 
eines Übergangszeitalters mit einem janusartig vor- und rückwärts gewandten Ge 
sicht. Zunächst ragt die Vergangenheit in die Gegenwart hinein; denn trotz der ver 
änderten Handels- und Transporttechnik, trotz mancherlei gesetzlicher Verbote wird 
mit dem Lagerhausgeschäft regelmäßig das Getreidevermittlungsgeschäft verbunden. 
Dadurch, daß die fremden, unter Aufgabe der Identität eingelagerten Getreidemengen 
neben dem eigenen Vorrat den Spekulationen des Lagerhausbesitzers dienstbar ge 
macht werden können, gewinnt dieser einen ebenso großen Vorsprung vor dem keine 
eigenen Lagerräume besitzenden Getreidehändler, wie der fremde Einlagerer dadurch, 
daß nicht neutraltechnische Gesichtspunkte, sondern kaufmännische Berechnungen für 
die Behandlung des Getreides maßgebend sind, benachteiligt wird. Das führt schließ 
lich jedoch zu einem Widerspruch in sich selbst. Denn die Verschiebung des Gleich 
gewichts zwischen beiden Gruppen im Getreidehandel entwickelt notwendig eine 
wachsende Tendenz auf Monopolisierung des effektiven Getreidehandels in der Hand 
der Lagerhausgesellschaften und führt so zur Negierung der Grundlagen dieser ganzen 
Entwicklung, der arbeitsteiligen Differenzierung und des Fungibilitätsprinzipes. 
Ebenso wie im Prinzip Überwundenes, gestützt durch privatwirtschaftlichen 
Egoismus, wieder auflebt, ebenso wird in entgegengesetzter Richtung über das Ziel 
hinausgeschossen und die der Zukunft zugewandte Entwicklungstendenz verkannt und 
übertrieben. Die Trennung des eigentlichen Getreidehandels von der technischen 
Warenfürsorge führt leicht zu einer Verkennung der Bedeutung und Eigenart des 
Getreidehandels: losgelöst vom eigentlichen Substrat seiner Tätigkeit, im Erfolge nicht 
mehr abhängig von eingehender Warenkenntnis, erscheint er leicht auch losgelöst von 
jedem Berufskönnen und Berufswissen. Die Skrupellosen und Unternehmungs 
lustigen glauben daher ihrerseits sich an dem Gewinn des Getreidehandels beteiligen 
zu sollen, die Vorsichtigen und Arbeitsamen halten sich für berechtigt, über den ganzen 
Kreis der Getreidehändler als über eine Schar gewinnsüchtiger Nichtstuer den Stab 
zu brechen. Dieselbe Ansicht führt so zu den größten Ausschreitungen des spekulativen 
Getreidehandels, wie zur unberechtigten radikalen Opposition gegen die Getreidebörse. 
Das dritte Hauptglied im Getreidehandel neben Börse und Lagerhaus, das 
Transportwesen, zeigt ebenfalls diesen unsicheren Charakter des Übergangsstadiums, 
indem insbesondere die Eisenbahngesellschaften sich noch regelmäßig weigern, die not 
wendige Delegation der Warenfürsorge für die Dauer des Transports rechtlich anzu 
erkennen. 
10. Chamber ol Commerce und Board ol Trade. 
Von Ignaz Iastrow. 
Iastrow, Bericht über eine volkswirtschaftliche Studienreise durch Nordamerika. slS.Iuli 
bis 24. Oktober 1904 j In: Berliner Jahrbuch für Handel und Industrie. Bericht der Ältesten 
der Kaufmannschaft von Berlin. Jahrgang 1904. Bd.I. Berlin, Georg Reimer, 1903. S. 464—465. 
Der historisch reinste Begriff der Chamber ok Commerce hat sich in New 
Bork erhalten. Die 1768 begründete dortige Handelskammer hält daran fest, daß sie 
nicht die Interessen ihrer Mitglieder, auch nicht die Interessen der Stadt, sondern die
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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