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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

51 
5. Luxus und Sparsamkeit. 
bezeichnet man mit Recht als eine Tugend. Sparsamkeit ist ein Zeichen innerer 
Selbstzucht, eine tägliche Befolgung des biblischen Gebotes: „Du sollst nicht begehren"; 
ste macht den Menschen unabhängig und hebt seinen inneren Wert. Wir finden, 
daß bedeutende Männer säst stets auch die Tugend der Sparsamkeit übten, weil sie 
ihr Leben nicht in dem Kleingeld schädlichen Luxus verausgabten, sondern sich ernsten, 
ihre Zeit in Anspruch nehmenden Aufgaben widmeten. Jean Jacques Rousseau 
Ggt: „Seiner Hände Kraft, die Verwendung seiner Zeit und seine strenge Sparsam 
keit sind die Schätze des Genfers!" In der Sparsamkeit spricht sich auch der wahre 
Familiensinn aus, der Wunsch, den Lebensstand der Familie auch in kommenden 
Geschlechtern zu erhalten. Familien, die ohne rechtlich zwingende Form ihr väter 
liches Erbe im Laufe der Jahrhunderte erhalten, werden stets eine lange Reihe 
tüchtiger, verläßlicher Männer aufweisen. Der unangenehmste gesellschaftliche Typus 
ist jedenfalls der geizige Verschwender, d. h. jener Charakter, der zu s e i n e m Wohl 
befinden Luxus treibt, aber seinen Mitmenschen, der Allgemeinheit gegenüber der 
Mann mit den ewig zugeknöpften Taschen ist. 
Wie es sparsame Individuen gibt, so gibt es auch sparsame Völker. Die Fran- 
Zosen sind in ihrer Lebenshaltung unzweifelhaft wesentlich sparsamer als die Deutschen, 
wobei das Klima einen reichlichen Anteil haben mag. Aber mit der französischen 
Sparsamkeit, mit der Sorgfalt, Vermögen aufzuspeichern und nur in den unzweifel 
haftesten Sicherheiten anzulegen, hängt doch ein gewisser Mangel an Unternehmungs 
geist zusammen, der sich volkswirtschaftlich fühlbar macht. Auf dem deutschen Unter 
nehmungsgeist, wie er feit unserer großen politischen Entwicklung erwacht ist, und 
auf der zwingenden Notwendigkeit, fortgesetzt für die Bedürfnisse einer schnell wach 
senden Bevölkerung zu sorgen, beruht unser wirtschaftlicher Aufschwung und die fort 
schreitende technische Vervollkommnung unserer öffentlichen und privaten Einrich 
tungen. Was indes die Sparsamkeit eines ganzen Volkes demselben für ein Maß 
innerer Widerstandsfähigkeit gibt, dafür liefert das französische Volk ein glänzendes 
Beispiel. Nur ein wirtschaftlich so tüchtiges Volk konnte die zahlreichen poliüfchen 
Umwälzungen feit mehr denn hundert Jahren ohne sichtbaren wirtschaftlichen Nachteil 
überstehen und eine Kriegsentschädigung von 5 Milliarden in so unglaublich kurzer 
Zeit zurückzahlen. 
Wenn man aber über die wirtschaftlichen Begriffe von Luxus und Sparsamkeit 
spricht, kann man sich nicht daraus beschränken, diese wirtschaftlichen Vorgänge nur 
in ihrer Wirkung an dem einzelnen zu prüfen, sondern man muß auch über Luxus 
und Sparsamkeit in Staat und Gemeinde sprechen. Während die Wirtschaftsführung 
des einzelnen meist nur ihn selbst und seine nächste Familie unmittelbar beeinflußt, 
haben wir an der Wirtschaftsführung von Staat und Gemeinde, an der Art ihrer 
Finanzverwaltung alle das dringendste Interesse. Bei Staat und Gemeinde kommt 
es, wie bei dem Individuum, darauf an, ihre Ausgaben nach dem Umfang der 
Einnahmen zu begrenzen und die Ausgaben im einzelnen nach ihrer inneren Not 
wendigkeit für das öffentliche Wohl zu bemessen, dieselben volkswirtschaftlich 
richtig zu klassifizieren. 
Die Hauptsache ist, daß ein jeder, der in amtlicher Eigenschaft öffentliche Gelder 
zu verwalten und zu verausgaben hat, in jedem einzelnen Falle das Maß 
von Gewissenhaftigkeit und Sparsamkeit anwendet, welches die Verwendung fremder 
Gelder zur unbedingten Pflicht macht. Deutschland ist zum Teil Gebirgsland, zum 
Teil Sandland, und die guten Böden sind von verhältnismäßig geringer Ausdehnung. 
Seine Naturschätze sind nicht so reich und nicht so leicht nach ihrem Verwendungsort 
zu schaffen wie in manchen anderen Ländern, mit denen wir in hartem Wettbewerb 
stehen. Sein Klima bietet nur eine kurze Vegetationsperiode. Unser Reichtum liegt 
deshalb vorwiegend in dem Fleiß und der Tüchtigkeit unseres Volkes. Auf diese
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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