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Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftliches Quellenbuch

Monograph

Identifikator:
890771383
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10133
Document type:
Monograph
Author:
Mollat, Georg http://d-nb.info/gnd/139428143
Title:
Volkswirtschaftliches Quellenbuch
Edition:
Vierte, erweiterte und vermehrte Auflage
Place of publication:
Osterwieck/Harz
Publisher:
Verlag von A. W. Zickfeldt
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXVIII, 654 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Quellenbuch
  • Title page
  • Autorenverzeichnis
  • Contents
  • Erster Teil. Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. Handel
  • Dritter Teil. Industrie
  • Vierter Teil. Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. Verkehr
  • Sechster Teil. Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Index

Full text

2. Begriff und Arten des Handels. 
55 
man zwischen dem Großhandel und dem Detailhandel. Den ersteren 
vertreten diejenigen Kaufleute, welche, wenigstens der Regel nach, nicht unmittelbar 
mit den eigentlichen Konsumenten in Verbindung stehen, sondern die gekauften 
Waren an Wiederverkäufer oder an Gewerbetreibende zu weiterer Verarbeitung ab 
fetzen; der letztere dagegen hat die Aufgabe, das Publikum unmittelbar mit allen 
Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen zu versorgen, die nicht direkt von den Pro 
duzenten entnommen werden. Der Großhandel wird im allgemeinen nur Waren 
in größeren Quantitäten verkaufen, deren weitere Teilung den Detaillisten zufällt. 
Der Detailhandel aber ist in den meisten Fällen Kleinhandel, d. h. seine 
einzelnen Geschäfte bewegen sich in kleinen Summen, wie sie sich nach dem täglichen 
Bedürfnis des Konsumenten bestimmen, und auch der gesamte Umsatz eines Jahres 
bleibt im Vergleich mit dem eines Großhandlungshauses mäßig. Doch gibt es auch 
Detailhandlungen, die sich, sei es hinsichtlich der Durchschnittsgröße ihrer einzelnen 
Verkäufe, fei es ihres Jahresumsatzes, mit den meisten Großbetrieben messen können. 
Hierher gehören z. B. die großen Iuwelenläden und andererseits die bazarartigen 
Magazine von Kleiderstoffen und Modewaren in den großen Städten, von denen 
manche jährlich viele Millionen umsetzen. Es ist dies also „Detailhandel im großen". 
Eine scharfe Grenze zwischen Groß- und Detailhandel ist übrigens nicht zu ziehen, 
zumal manche Kaufleute beide Arten von Geschäften vereinigen. — Zu den niedrigsten 
Formen des Kleinhandels gehört der H ö k e r h a n d e l, der gewöhnliche Lebens 
mittel in kleinen Quantitäten nicht von einem Laden, sondern von einem offenen 
Stand aus verkauft. T r ö d e l h a n d e l ist der Kleinhandel mit bereits gebrauchten 
Sachen, wie alten Kleidern, Betten, Metallgeräten rc. — Im Effektenhandel bestehen 
zwar sehr beträchtliche Unterschiede hinsichtlich der Größe der einzelnen Unter 
nehmungen und ihrer durchschnittlichen Operationen, aber der Detailhandel läßt sich 
hier nicht leicht von den übrigen Geschäften absondern. Doch gelten im allgemeinen 
die sog. Wechselstuben als die Vertreter des ersteren, indem dieselben nicht nur den 
gewöhnlichen Geldwechsel betreiben, sondern auch den Ankauf und Verkauf von Wert 
papieren in kleinen Beträgen. 
Nach dem geographischen Gebiete, über welches der Handel sich erstreckt, er 
scheint derselbe als Binnenhandel und als auswärtiger Handel. 
Letzterer wird im allgemeinen nur als Großhandel in Betracht kommen. Er speziali 
siert sich in Ausfuhr- und Einfuhrhandel, indem gewisse Kaufleute sich 
ausschließlich oder vorwiegend darauf verlegen, entweder einheimische Produkte im 
Ausland abzusetzen (Export- oder Ausfuhrhändler) oder ausländische Erzeugnisse auf 
den heimischen Markt zu bringen (Import- oder Einfuhrhändler). Von günstig 
gelegenen Plätzen aus wird auch vielfach Zwischenhandel getrieben (früher 
auch „Ökonomiehandel" genannt), indem im Auslande gekaufte Waren wieder nach 
auswärts verkauft werden, wodurch für die Produktionsländer eine indirekte 
Ausfuhr und für die Konsumtionsländer eine indirekte Einfuhr entsteht. 
Die Gesamtheit der Handelsbeziehungen zwischen den verschiedenen Völkern und 
Ländern bildet den Welthandel. In demselben verhalten sich die weniger ent 
wickelten Völker mehr passiv, indem sie nicht aus eigener Initiative Handelsver 
bindungen im Auslande anknüpfen, sondern es den fremden Kaufleuten überlassen, 
ausländische Waren zuzuführen und einheimische dafür auszuführen. Diesem 
Passivhandel, von dem China noch immer das wichtigste Beispiel darbietet, 
steht der A k t i v h a n d e l der mit selbständigem Unternehmungsgeist, eigenem 
Kapital und eigenen Schiffen die Gewinnung auswärtiger Märkte erstrebenden 
Nationen gegenüber. — Es ist ferner der seßhafte und der Wanderhandel 
zu unterscheiden, je nachdem der Unternehmer von einem festen, ständigen Sitz aus 
seine Geschäfte leitet oder selbst mit seinen Waren von Ort zu Ort oder von Land
	        

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Volkswirtschaftliches Quellenbuch. Verlag von A. W. Zickfeldt, 1913.
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