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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Die Gruppe der Universitätsprofessoren 
167 
sind, müssen sie da nicht notwendig die natürliche Ordnung 
stören, die regelmäßige Verkettung der Erscheinungen, deren 
Entdeckung Sache der Wissenschaft ist?" Die Antwort auf 
diesen Einwurf lautet: „Die Handhabe, welche der Mensch auf 
die Erscheinungen der Außenwelt haben kann, unterliegt selbst 
dem Determinismus. Des Menschen Eingreifen kann diese Er 
scheinungen modifizieren, sie komplizieren, ohne im geringsten 
die Notwendigkeit der Beziehungen oder der Gesetze, welche 
sie regieren, zu beeinträchtigen.“ Der deutschen historischen 
Nationalökonomie wirft Faure Konfusion von Wissenschaft 
und Kunstlehre vor 1 ). Seine eigene Auffassung von den Auf 
gaben beider vertiefend, ergeht er sich in Gedankengängen, aus 
denen wir einiges Beachtenswerte herausgreifen wollen. „Grund 
sätzlich,“ schreibt er, „paßt die Methode der Wissenschaft auch 
für die Kunstlehre. Nur der Anwendungsmodus kann ver 
schieden sein. Die Kunstlehre verlangt eine gewissenhaftere 
Tatsachenbeobachtung als die Wissenschaft, insbesondere größere 
Umsicht im Verallgemeinern .... Die Wissenschaft behandelt 
das Allgemeine; die Beziehungen, welche sie feststellt, müssen 
konstant, d. h. von Zeit und Milieu unabhängig sein. Die 
Kunstlehre dagegen erfaßt die Tatsachen in einem gegebenen 
Momente und Milieu. Die Regeln, die sie formuliert, die Maß 
nahmen, die sie empfiehlt, sind notwendig zeitlichen und ört 
lichen Bedingungen unterworfen Die Wissenschaft kann 
nicht in die Grenzen eines Landes oder einer Epoche ein- 
i) „Die Unterscheidung von Wissenschaft und Kunstlehre wird heute in 
Frankreich und in England von den meisten Nationalökonomen und Soziologen 
angenommen, wenn auch nicht immer richtig gefaßt. Ganz anders in Deutsch 
land. Die Konfusion von Wissenschaft und Kunstlehre ist eines der hauptsäch 
lichsten Merkmale der seit mehr als einem halben Jahrhundert von den meisten 
Nationalökonomen und Soziologen Deutschlands veröffentlichten Schriften. In 
deren Augen wäre der Zweck der Sozialwissenschaft ein wesentlich praktischer: 
die Besserung der Lage der Menschen. Die Nationalökonomie insbesondere 
hätte zum Ziele, die Mittel ausfindig zu machen, den Reichtum eines gegebenen 
Landes zu vermehren und diesen besser unter dessen Volksgenossen zu ver 
teilen. Das ist die Auffassung der sogenannten historischen oder ethischen 
Schule . . . Allgemein ist zu bemerken, daß der Sozialismus unter allen Formen, 
vom Kathedersozialismus an, dessen Lehren ungesichert und dessen Schluß 
folgerungen furchtsam sind, bis zum radikalen Kollektivismus stets Wissenschaft 
und Kunst verwechselt hat.“ Faure, loe. cit.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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