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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands
  • Title page
  • Einleitung zur sozialen Geschichte Englands von 1760-1832.
  • Erstes Buch. Soziale und politische Literatur von 1776-1832.
  • Zweites Buch. Entwicklung der Grossindustrie.
  • Erster Anhang. Vortrag über Handwerk und Grossindustrie.
  • Zweiter Anhang. Belegstellen.
  • Index

Full text

D. Ricardo. 
177 
Und doch gestehe ich gerne zu, dass Ricardo ein grosses 
wissenschaftliches Verdienst hat. Er hat wenigstens nie seinem 
Mangel an Humanität, Gemeinsinn und Staatsauffassung mit 
klingenden Phrasen beschönigt. In nackter Klarheit hat 
ar gezeigt, wohin der einseitige Ausgangspunct eines dem 
Capital dienenden Individualismus führen muss und wider Willen 
Jiesen Ausgangspunet ad absurdum geführt. Wer selb- 
ständig denkt, kann durch Kritik aus Ricardo lernen und wird 
in ihm wenigstens den geistig hochstehenden Gegner achten. 
Will man Ricardo wirklich verstehen, so muss man ausser 
seinen allbekannten „Principles“ auch seine kleineren Schriften 
berücksichtigen, in denen die praktische Tendenz deutlicher 
hervortritt. Es ist in der That ein Verdienst des schreib- 
seligen Epigonen Mac-Culloch, dass er dies“ durch Ver- 
anstaltung einer Gesammtausgabe von Ricardo’s Werken Jeder- 
mann leicht gemacht hat. (The Works of David Ricardo 
möglicht, sondern vor Allem ermöglicht, tendenziös zu Sein, da die zu 
Grunde liegenden Hypothesen bis zu gewissem Grade willkürlich sind. 
Auch ein interessanter Aufsatz von „C“ (Cohn?) in No. 303 der Beilage 
der Allgemeinen Zeitung von 1878 weist mir gegenüber auf den „hypo- 
‚;hetischen Charakter“ von Ricardo’s Sätzen, sowie darauf hin, dass Ricardo 
‚a lediglich Anmerkungen zu einzelnen Sätzen von A. Smith machen 
wollte. — Gewiss kann man viele Sätze von Ricardo als hypothetisch sehr 
rerständig interpretiren. Allein man darf nicht vergessen, dass gr selbst 
seine Abstractionen keineswegs als rein wissenschaftliche Geistesgymnastik 
‚etrachtete, sondern sehr bestimmte praktische Zwecke damit verfolgte, 
wie namentlich aus den kleineren Schriften hervorgeht. „Ferner darf man 
nicht unbeachtet lassen, dass er den Leser an den nur hypothetischen 
Yharakter vieler Sätze keineswegs allzuoft erinnert, und dass dieselben jeden- 
falls auf die Epigonen nicht als hypothetische gewirkt haben. Wenn man 
aber bedeutende Schriftsteller als Erscheinungen im Leben der ganzen 
Zeit und des ganzen Volkes betrachtet, so gilt auch von ihren “Werken 
das Wort: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“. Scharfe Logik 
ist eine Geisteskraft, die jeder Mann der Wissenschaft besitzen und üben 
muss, aber sie allein macht noch nicht den Nationalökonomen. Dieser 
nat Erscheinungen des wirthschaftlichen Lebens zu erklären und muss 
diese zuerst richtig und vorurtheilsfrei sehen und dadurch richtige Aus- 
gangspuncte für seine logischen Deductionen gewinnen, Ricardo aber hat 
höchst einseitige Ausgangspuncte genommen. Man vergleiche übrigens 
Bernhardi, „Kritik der Gründe für grosses und kleines Grundeigenthum“ 1849, 
Held Sac. Gesch. Eng].
	        

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Zwei Bücher Zur Socialen Geschichte Englands. Duncker & Humblot, 1881.
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