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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Vorgeschichte 189 
Anklang fanden de Maistre und de Bonald in Frank 
reich nur wenig. Erst unter der dritten Republik knüpfte die 
Schule de la Tour duPins und de Muns an deren Tradition 
an. Immerhin ist die von dieser Schule gepriesene Feudalord 
nung des hohen Mittelalters etwas von dem Absolutismus, zu 
dessen Vorkämpfern sich de Maistre und de Bonald aus 
warfen, Verschiedenes. 
Nach Ausscheidung von de Maistre und de Bonald 
und ihrer wenigen, an der Wiederherstellung des ancien régime 
interessierten Anhänger, gilt für das Gros der Katholiken der 
ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts daß sie die aus der Revo 
lution hervorgegangene Gesellschaftsordnung mindestens als 
Ausgangspunkt zu einer sozialen Neuordnung annehmen. Aller 
dings wurde in katholischen Kreisen das soziale Unbehagen, 
welches die die Massen proletarisierende, großindustrielle Ent 
wicklung erzeugte, lebhaft empfunden. Die Tatsache des Pau 
perismus als Folge der individualistischen und kapitalistischen 
Wirtschaftsordnung stand im Vordergrund des Interesses. Daß 
Abhilfe dringend not tue, wurde allgemein anerkannt. Über 
das Wie gingen aber die Ansichten auseinander. 
Daß zunächst diejenigen Katholiken, welche, wie: de Mo- 
rogues, de St. Chamans, Chaptal usw., nichts weiter als Mitglieder 
der liberalen Schule waren, die soziale Gesundung von einem 
Über die sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen des ancien régime 
urteilt de Bonald mit unglaublichem Optimismus. Man höre: Die Erblichkeit 
der Richterstellen in den früheren Parlamenten sicherte dem Richterstande eine 
Unabhängigkeit, die er nirgends in Europa besaß. Übrigens war das Richter 
amt jedem zugänglich, denn der reichgewordene Kaufmannssohn konnte eine 
Stelle kaufen. Der Umstand, daß reichgewordene Bürgerfamilien geadelt zu 
werden pflegten, war eine vorzügliche Einrichtung ; sie hinderte das übermäßige 
Anwachsen der Vermögen, denn dem Adligen war die Erwerbstätigkeit unter 
sagt. Andrerseits bewahrte das Erbrecht die Familien vor Zerstückelung des 
Familiengutes und vor dem Ruin. Die Zünfte waren eine Art städtischen Adels, 
welcher den geringsten Individuen und den niedrigsten Berufsarten Bedeutung 
und Würde verliehen usw. 
Wenn andrerseits de Maistre den abstrakten Menschen der liberalen 
Schule geistreich persifliert und schreibt, es gebe zwar Franzosen, Italiener, 
Russen und selbst Perser, nicht aber „den abstrakten Menschen“, so ist das 
allerdings eine berechtigte Kritik, aus der de Maistre jedoch nichts anderes zu 
folgern weiß, als die Vorzüglichkeit der ungeschriebenen Verfassung einer ab 
soluten, nationalen Monarchie.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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