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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Geschichtlicher Überblick 
5 
schaft (feststehende Beziehungen des gleichzeitigen Vorhanden 
seins und der Aufeinanderfolge) identisch. Er besagt die fest 
normierten Bahnen, in denen sich die auf die Glückseligkeit 
des Menschengeschlechtes hinzielende Leitung des Weltgetriebes 
durch die göttliche Vorsehung bewegt. Die spezifisch wirtschaft 
lichen Naturgesetze lassen sich auf ein einziges, psychologisch in 
der Natur des Menschen begründetes Gesetz zurückführen : das 
wirtschaftliche Handeln des Menschen wird von dem Streben 
geleitet, mit den geringsten Mitteln den größten Erfolg zu er 
zielen. Dieses Prinzip faßten die Physiokraten mechanisch 
naturwissenschaftlich auf. Das Bild von der natürlichen Ord 
nung der Volkswirtschaft, welches sie aus demselben deduzieren, 
stempelt das Wirtschaftsleben zu einem mechanisch-maschinellen 
Getriebe. Zunächst wird die Fiktion des „homo oeconomicus“ 
geschaffen, d. h. des „von allen Besonderheiten des Berufes, der 
Klasse, der Nationalität und der Kulturstufe freien“, abstrakten 
Wirtschaftsmenschen. Alsdann werden alle wirtschaftlichen Sub 
jekte gleich gesetzt und aus dem ökonomischen Prinzip Sätze 
abgeleitet wie: der aufgeklärte Eigennutz des Individuums ist 
für dieses der natürliche und hinlängliche Wegweiser im gegen 
seitigen Verkehr; der Einzelne vermag seine Interessen am 
besten zu schützen und zu wahren ; die individuellen Interessen 
sind harmonisch und solidarisch, ihre Summe identifiziert sich 
mit dem Gesamtinteresse eines Volkes; die Interessen der Indi 
viduen, der sozialen Klassen, der Berufe, der Völker sind har 
monisch und solidarisch 1 ). 
x ) Man darf nicht vergessen, dass diese Ideen, bevor sie sich zum 
Lehrgebäude entwickelten, mit großer Entschiedenheit und Klarheit vereinzelt 
vorgetragen worden waren, so besonders von W. Petty, Vanian, Boisguìllebert. 
Für die Vorgeschichte der Naturlehre der Volkswirtschaft ist besonders in 
teressant die Entwicklung der Idee von der Harmonie der Interessen. Dieselbe 
ging in drei Phasen vor sich: in der ersten stellt Hobbes den Satz auf, das per 
sönliche Interesse sei die Triebfeder der Tätigkeit des Menschen überhaupt. Die 
persönlichen Interessen der in der Gesellschaft vereinten Individuen sind aber 
divergierend, bis die Furcht eines Tages die Gründung einer despotischen Staats 
gewalt ermöglicht, welche die antisozialen Triebe paralysiert. 
Die zweite Phase wird durch die Schule des „moral sense“ (Cumberland, 
Shaftesbury, Hutcheson usw.) vertreten. Sie lehrt die Harmonie der idio 
pathischen und sympathischen Neigungen und damit diejenige der persönlichen 
Interessen der Individuen. Diese Harmonie ist aber eine vermöge der gesell 
schaftlichen Triebe der Menschen bewußte und gewollte.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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