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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

298 Die katholischen und verwandten Schulen in der Gegenwart 
finde sich in voller Blüte, indem sie alle Vorteile aufweise, 
welche Le Play für die Stammfamilie in Anspruch nimmt. 
Hohe Sittlichkeit, Erziehung der Kinder zu persönlicher Initia 
tive und großer Tüchtigkeit, Ansiedlung derselben draußen, fern 
vom väterlichen Herde, wo sie zumeist aus eigener Kraft neue 
Stammfamilien gründen usw. Bei alledem keineswegs Einzel 
erbfolge, trotz der Testierfreiheit, sondern gleiche Erbteilung, 
wie bei der unbeständigen Familie. Jedoch spielt das väterliche 
Erbe bei dem glänzenden Fortkommen der Sprößlinge amerika 
nischer Familien wirtschaftlich nur eine untergeordnete Rolle 1 ). 
Le Play selbst hatte bemerkt, daß die nordische Stamm- 
familie, welche er in Norwegen und in England beobachtet 
hatte, sich von der südlichen der Pyrenäen usw., die er als 
Muster hinstellte, dadurch unterschied, daß jene stärkere, unter 
nehmungslustigere Individuen erzeugte und die Außenansiedlung 
der Kinder systematischer durchführte als letztere 2 ). De Tour- 
ville knüpfte, auf den neugewonnenen Beobachtungen fußend, 
hier an, um die Art der Kindererziehung statt der Erbsysteme zur 
Grundlage einer neuen Klassifikation der Familientypen zu 
machen und damit der überkommenen Lehre des Meisters eine 
ungeahnte neue Orientierung zu geben. „Le Play hat ge 
glaubt,“ verkündet nunmehr Demo lins als Sprachrohr seines 
Freundes, „was die Stammfamilie erzeuge, sei deren Erbmodus ; 
dieser ist aber nur eine Folge aus etwas Tieferem und Absolu 
terem, welches das grundlegende Wesen der Stammfamilie aus 
macht, nämlich: die jedem Kinde gegebene Befähigung, sich 
durch sich selbst eine unabhängige Existenzgrundlage zu 
schaffen“ 3 ). 
Fortan gilt also nicht mehr die Erhaltung und ungeschmä 
lerte Erbübergabe des Gutes der Familie als deren wesentliche 
Funktion, sondern die die Fortpflanzung krönende Erziehung 
der Kinder. „Die Kindererziehung differenziert die Familien 
und die Gesellschaften,“ schreibt Pinot. „Das Kind wird als 
ungeselliges Wesen geboren. Die Familie erzieht es, um es zu 
befähigen, an den Gruppierungen der Arbeit, des Eigentums, des 
9 Vgl. Paul de Bousiers, La Vie Américaine, 2 Bde., Paris, 1891. 
2 ) Le Play, L’Organisation de la Famille, p. 83. 
3 ) Demolins, L’Etat actuel de la Science sociale, in : La Science sociale, 
Bd. XV (1893), p. 13—14.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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