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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch I Die liberale Schule
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

10 
Die liberale Schule 
Grad der Produktivität der Arbeit hängt insbesondere von tech 
nischer und gesellschaftlicher Arbeitsteilung ab. Vorbedingung 
für die Teilung der Arbeit ist die Ansammlung von Kapital. 
Das Kapital ist Arbeitsprodukt; insoweit es aber die Arbeits 
teilung fördert und die Produktivität der Arbeit steigert, wird 
es Produktionsfaktor. Im Verlaufe des Produktionsprozesses 
wird es abgenutzt oder verbraucht und muß ersetzt werden. 
Dieser Ersatz wird mit Aufwand von Arbeit und Kapital aus 
dem Boden gewonnen, welcher als Quelle des Kapitalersatzes 
wiederum Produktionsfaktor ist. Bei völlig freier Konkurrenz 
bilden sich die Preise aller Güter derart, daß die drei Faktoren : 
Arbeit, Kapital, Boden, welche bei der Produktion mitgewirkt 
haben, daraus die ihnen gebührende Vergütung erhalten. So 
entstehen die drei Zweige des Einkommens : Lohn für die Ar 
beiter, Gewinn für die Kapitalisten, Rente für die Grundbesitzer. 
In der optimistischen Grundstimmung und in der Aufstel 
lung des Freihandelsprinzips trifft sich Smith mit der Lehre 
der Physiokraten. Nicht minder rosig als diese weiß er die 
Harmonie aller Individualinteressen und die segensreichen Wir 
kungen der freien Konkurrenz zu schildern; aber sein Begriff 
von der Nichteinmischung des Staates ins Wirtschaftsleben 
unterscheidet sich von dem physiokratischen dadurch, daß die 
Freiheit des auswärtigen Handels bei ihm bereits in eine zen 
trale Stellung tritt, während es jenen in erster Linie um Be 
seitigung der innern Schranken des Handels in Bodenprodukten 
und der Getreideausfuhrverbote zu tun war. Es erklärt sich 
dies schon daraus, daß Frankreich in den Tagen der Physio 
kraten noch vorwiegend Agrarstaat war, während in England 
zur Zeit Adam Smiths die Interessen von Handel und Ge 
werbe bereits in den Vordergrund gerückt waren. 
In dem Unterschied zwischen dem lateinischen und dem 
angelsächsischen Temperament ist ein weiterer bedeutsamer 
Unterschied zwischen den beiderseitigen Systemen der Physio- 
vor ihm und nach ihm, dort wo sie vom Tauschwert reden, bestimmt abge 
grenzte Gütermengen und Bedürfnisse im Auge haben, dort aber, wo sie vom 
Gebrauchswert handeln, jede quantitative Abgrenzung aus dem Auge verlieren 
und mit Gattungsbegriffen, oder, wenn man will, mit unbestimmten Gütermengen 
und Bedürfnissen operieren. Vgl. darüber: Brentano, Die ^Entwicklung der 
Wertlehre, München 1908, p. 42 ff.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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