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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

436 
Der Solidarismus 
rechtigkeit zwischen isolierten Individuen“, schreibt Bourgeois, 
„ist nicht dieselbe, die zwischen Individuen gilt, die in einer 
menschlichen Gesellschaft solidarisiert sind. Die Solidarität ist 
eine der freien Willensbestimmung und folglich der Gerechtigkeit 
vorausgehende Tatsache; Freiheit und Gerechtigkeit können 
darum nur unter Berücksichtigung und Voraussetzung der Soli 
darität definiert werden 1 ). Das heißt mit andern Worten: das 
do ut des, das Prinzip der kommutativen Gerechtigkeit, gilt erst 
dann unter den Menschen, wenn die Bevorzugten der sozialen 
Solidarität den Enterbten und der Gesellschaft gegenüber ihre 
Schuld abgetragen haben. Die individuellen Rechte sind erst 
dann gleich, wenn jedes Individuum sich von den Obligationen, 
die sein Recht belasten, befreit hat. 
Brunot veranschaulicht diesen Teil der Theorie Bour 
geois’ sehr gut, indem er die Korrektur, welche die solida- 
ristische Definition der Gerechtigkeit an der überkommenen vor 
nimmt, mit der physikalischen Prozedur vergleicht, die darin 
besteht, zur genauen Feststellung von Temperaturen die Ver 
änderungen des Nullpunktes zu berücksichtigen. „Im allgemeinen,“ 
schreibt Brunot, „nehmen die Gesetze die Geburt als sozialen 
Nullpunkt an. Es war schon viel, ihn durch Beseitigung der 
Sklaverei und der Privilegien des Adels zu erreichen. Aber die 
Sozial Wissenschaft hat sich vervollkommnet, wie die Physik; sie 
stellt heute fest, daß der Nullpunkt für ganze Kategorien ver 
ändert ist; sie kann sich infolgedessen nicht mehr mit dem 
scheinbaren und irrtümlichen Nullpunkt zufrieden geben, sondern 
sie muß einen genauen Grad haben. Dorthin müssen die indi 
viduellen Rechte zurückgebracht werden, wenn sie wirklich 
gleich sein sollen Der ganze Sinn der solidaristischen 
Doktrin ist, den sozialen Nullpunkt zu korrigieren, die Netto 
gerechtigkeit an die Stelle der Bruttogerechtigkeit zu stellen 2 ). 
Die Gleichstellung der individuellen Rechte, die als Ziel 
und Ergebnis der Nullpunktkorrektur auftritt, läuft nicht auf 
eine Nivellierung der sozialen Lagen hinaus. Der Solidarismus 
läßt es sich angelegen sein, die soziale Schuld genau zu um 
grenzen. Bourgeois argumentiert wie folgt: „Da es offenbar 
unmöglich ist, den Wert der Schuld der einen und des Gut- 
*) Bourgeois, Essai d’une Philosophie de la solidarité, p. 22, 32, 41. 
2 ) Ch. Brunot, loe. eit. p. 70—72.
	        

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Stock Dividends. U.S. Gov. Print. Off., 1927.
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