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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Nationalökonomie in Frankreich
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Buch I Die liberale Schule
  • Buch II Die katholischen und verwandten Richtungen
  • Buch III Interventionismus, Solidarismus und Protektionismus
  • Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
  • Schlusswort

Full text

Der Protektionismus 
461 
Eine kurzgedrängte aber sehr reichhaltige statistische Über 
sicht über die Entwicklung der französischen Volkswirtschaft 
und des Staatshaushalts in den ersten dreißig Jahren der dritten 
Republik bietet der Band „La France économique et financière 
pendant le dernier quart de siècle“ (Paris 1900). Ein anderes 
Werk „Les Progrès économiques de la France“ (Paris 1908) 
widmet Théry der Apologie des französischen Schutzzollsystems 
von 1892. Er versucht darin nachzuweisen, daß große wirt 
schaftliche Fortschritte im Gefolge des Zolltarifs von 1892 ge 
macht wurden. Es ist nicht zu leugnen, daß Thérys Ziffern 
material eine aufsteigende Bewegung von Außenhandel, Getreide-, 
Wein-, Zucker-, Eisenproduktion, Eisenbahn- und Wasserstraß en- 
verkehr, Kreditgenossenschaften, Emissionen, Sparkasseneinlagen 
usw. zum Ausdruck bringt. Schattenseiten, wie das Sinken der 
Weinpreise, die geringe Entwicklung der Handelsflotte, die Stag 
nation der Bevölkerung läßt er nicht unerwähnt. Es liegt aber 
auf der Hand, daß ein Vergleich der wirtschaftlichen Entwick 
lung Frankreichs seit 1892 mit der gleichzeitigen Entwicklung- 
anderer Länder, oder mit anderen Perioden der französischen 
Wirtschaftsgeschichte z. B. der des zweiten Kaiserreichs, das 
optimistische Urteil Thérys in bedenklichem Lichte erscheinen 
lassen würde. Es wäre sogar gar nicht schwer, die Wirkungen 
des Zolltarifs von 1892 in einem der Auffassung Thérys genau 
entgegengesetzten Sinne zu interpretieren. 
Weniger einseitig und sehr lehrreich sind Thérys Artikel- 
Sicherheitsgewähr für die Zukunft gegeben. Die sicheren Gewinnaussichten, 
welche sie geschaffen, haben Banken und Private veranlaßt, Kapitalien in großem 
Maßstab in neuen Unternehmungen anzulegen. Amerika verdankt seinen außer 
ordentlichen Aufschwung in erster Linie seiner Schutzzollpolitik, welche der 
nationalen Industrie den nationalen Markt sicherte und so die Monopolisation 
der hauptsächlichsten Industriezweige durch die Trustbildungen ermöglichte. 
Außerdem kommen aber der amerikanischen Volkswirtschaft noch eine Reihe 
anderer, nicht zu unterschätzender Faktoren zugute: der enorme regelmäßige 
Bevölkerungszuwachs, die besonderen Eigenschaften des Volkes, die Vervoll 
kommnung der maschinellen Ausrüstung, die gewaltige Entwicklung der Ver 
kehrsmittel und der natürliche Reichtum des Bodens. Das wirtschaftliche Zurück 
bleiben Frankreichs, das Théry nicht leugnet, führt er in der Hauptsache zurück 
auf die Vernachlässigung des dringend notwendigen Ausbaues der Binnenwasser 
straßen, sowie auf den Mangel an Unternehmungsgeist. Durch ausführliche 
statistische Gegenüberstellungen rückt er den Aufschwung der landwirtschaft 
lichen Produktion in Frankreich seit 1892 in helles Licht.
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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