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Die Nationalökonomie in Frankreich

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Bibliographic data

fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Monograph

Identifikator:
890892032
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-34137
Document type:
Monograph
Author:
Waha, Raymund de http://d-nb.info/gnd/117560855
Title:
Die Nationalökonomie in Frankreich
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (XIX, 540 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch IV Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

416 
III. Buch. Die Verkeilung der Güter. 
Arbeiter hervorgegangene Organisationen, für die einschlägigen Interessen des 
vierten Standes Bedeutendes leisteten; wahrend in Frankreich die charitative 
Thätigkeit zahlreicher religiöser Orden und die theilweise schon von alter Zeit 
her datirende Wohlfahrtsthätigkeit eines guten Theiles der Unternehmer zu 
Gunsten ihrer Untergebenen gleichfalls ein staatliches Einschreiten gar nicht oder 
doch weniger nöthig erscheinen ließen und infolgedeffen ailch die Anhänger des 
staatlichen Eingreifens in diese Fragen die betreffenden, in den letzten Jahren 
von der Staatsregierung eingebrachten Vorlagen sowie die Vorschläge ver 
schiedener Abgeordneten mit großer Gründlichkeit und in aller Ruhe behandelten, 
so daß diese Vorlagen noch immer nicht Gesetz geworden sind — ist der Auf 
bau der diesbezüglichen staatlichen Organisationen in Deutschland schnell genug 
vor sich gegangen. 
Mag man über deren Zweckmäßigkeit denken, wie man will, und kann 
man auch der Meinung sein, daß es gerathener gewesen wäre, das angestrebte 
Ziel auf anderem Wege zu erreichen, so kann doch dem Staate unmöglich 
principiell das Recht abgesprochen werden, gesetzliche Vorschriften dieser Art 
zu erlassen und dafür zu sorgen, daß Unternehmer und Arbeiter auf diesem 
Gebiete ihre Pflicht erfüllen, und zwar in der Weise, daß die erstern, soweit 
die Löhne nicht genügend hoch sind, um in allen durch die großen Wechsel- 
fälle des Lebens erwachsenden Leiden davon die erforderlichen Kosten zu be 
streiten , entsprechende Beitrüge leisten und die letztern, soweit es ihnen die 
Verhältnisse ermöglichen, gleichfalls für einen Theil der Kosten aufkommen. 
Am Ende wäre es ja ohne den gewaltigen staatlichen Apparat, überhaupt 
ohne Anwendung unmittelbaren staatlichen Zwanges möglich gewesen, das 
nunmehr auf dem Wege gesetzlicher Röthigung und Organisation Verwirk 
lichte int Wege eines wirksamen Haftpflichtgesetzes und einer staatlich be 
günstigten freien Vereinsbewegung sowie durch unbehindertes Wirkenlaffen und 
einsichtsvolle Unterstützung der religiösen und sittlichen, das Pflichtgefühl der 
hohen wie der niedern Klassen so mächtig fördernden Factoren zu erreichen, 
und auf diese Art hätte man das erstrebte Ziel vielleicht sogar in größerer 
Vollkommenheit, mit geringern Kosten und in einer für die Förderung des 
socialen Friedens zwischen reich und arm, Herren und Unternehmern vor- 
theilhaftern Weise erreicht. Wie dem aber auch sei: so viel steht fest, daß 
die deutsche Arbeiterversicherung mit ihren umfassenden Organisationen ein 
gewaltiger Ban ist, welcher viel des Guten stiftet, grellen Uebelständen ab 
geholfen hat und noch immer vorbeugt, und daß die ziemlich gleichzeitig zur 
Durchführung gelangten analogen staatlichen Maßregeln Oesterreichs von den 
gleichen Erfolgen gekrönt waren. 
Auch dürfte es keinem Zweifel unterliegen, daß sich noch andere Staaten 
bewogen finden werden, das Beispiel dieser beiden Länder in größerem oder
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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